So wird’s gemacht: Selbstauskunft bei Schufa, Creditreform & Co. kostenlos beantragen

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RechnungEs ist noch gar nicht so lange her, da spielte man bei der Schufa mit dem Gedanken, Daten von sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing & Co. in die Berechnung der persönlichen Scoring-Werte mit einzubeziehen. Inzwischen ist das Thema nach Protest aus Öffentlichkeit und Politik wieder vom Tisch. Außerdem hätten die Schufa und das untersuchende Unternehmen nur auf die Daten zugreifen können, die man öffentlich zugänglich und nicht ausreichend in den Privatsphäre-Einstellungen geschützt hätte.

Dennoch dürfte es ganz interessant sein zu erfahren, was Auskunfteien wie z.B. die Schufa, Creditreform oder Arvato Infoscore über einen gespeichert haben und welche Unternehmen auf diese Daten zugegriffen haben. Was viele immer noch nicht wissen: auf genau eine solche Eigenauskunft habt ihr einen Rechtsanspruch! Einmal pro Kalenderjahr dürft ihr eine solche Auskunft von den Auskunfteien kostenlos anfordern!

Eigenauskunft bei Auskunfteien – wo kostenlos anfordern?

Doch wohin muss man sich wenden, um eine Eigenauskunft zu erhalten? Eine zentrale Stelle hierfür gibt es nicht. Vielmehr muss jede Selbstauskunft bei jeder einzelnen Auskunftei separat beantragt werden. Wie gesagt, dank § 34 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) hat jeder einmal pro Jahr das Recht darauf, eine solche Auskunft zu beantragen – und zwar kostenlos! Für weitere Eigenauskünfte im gleichen Kalenderjahr kann die Auskunftei dann jedoch Bearbeitungsgebühren verlangen.

Wo und wie man diese Selbstauskünfte bei den jeweiligen Auskunfteien beantragen kann, soll an dieser Stelle aufgezählt werden:

  • Schufa: Antrag hier herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und zusammen mit einer Kopie des Personalausweises per Post an die im Antrag genannte Adresse senden.
  • Creditreform: Antrag hier per Online-Formular oder hier via E-Mail, Post oder Fax anfordern. Man bekommt den Antrag dann postalisch oder per E-Mail zugesendet, füllt ihn aus und sendet ihn mit Personalausweiskopie per Post zurück.
  • Arvato Infoscore: Hier gibt es kein Formular. Stattdessen muss man Namen (ggf. auch Geburtsnamen), Vorname(n), Geburtsdatum, aktuelle Anschrift und Voranschriften der vergangenen fünf Jahre zusammen mit einer Personalausweiskopie an die hier angegebene Adresse senden.
  • accumio finance service GmbH: hier herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und zusammen mit einer Kopie des Personalausweises per Post an die im Antrag genannte Adresse senden.
  • Deltavista GmbH: Das Online-Formular hier ausfüllen und dann den weiteren Anweisungen folgen.

Vorteile einer Eigenauskunft?

Das Einholen einer solchen Auskunft ist zum einen interessant, weil man sich die eigene Bewertung durch Auskunfteien wie eben der Schufa oder Creditreform anschauen kann und zusätzlich auch erfährt, wer so alles in letzter Zeit bei den Auskunfteien eine Auskunft über einen angefordert hat. Zum anderen sollte man die Daten der Auskunfteien schon deswegen regelmäßig überprüfen, weil sich in deren Datenbestände immer wieder mal falsche Daten einschleichen können, die ihr dann melden und berichtigen lassen könnt. Schließlich wäre es doch fatal, wenn man z.B. eine Wohnung nicht bekommt, nur weil Schufa, Creditreform & Co. aufgrund falscher Daten eine negative Bewertung an den Wohnungseigentümer senden, oder?

Nachteile einer Eigenauskunft?

Stellt sich abschließend nur die Frage, ob es auch Nachteile hat, eine solche Eigenauskunft einzuholen. Früher soll es sich angeblich(!) negativ auf die Bewertung ausgewirkt haben, wenn man zu oft solche Eigenauskünfte eingeholt hat. Spätestens mit dem Wirksamwerden von §34 BDSG im Jahr 2010 und dem somit vorhandenen Rechtsanspruch auf solche jährlich kostenfreien Selbstauskünfte hat sich dieses Gerücht jedoch thematisch erledigt, da sich das Berufen auf einen gesetzlich garantierten Anspruch nicht negativ auswirken darf.

Der einzige Nachteil, der beim Einholen einer Eigenauskunft bei den Auskunfteien wie der Schufa, Creditreform oder anderen entstehen kann ist, dass man in den Anträgen mitunter Daten von sich preisgeben könnte(!), die der Auskunftei möglicherweise(!) noch gar nicht bekannt waren, man also quasi selbst bei der Vervollständigung des eigenen Personenprofils für die Auskunftei mitwirkt. Gerade bei den „großen“, bekannten Auskunfteien ist in der Regel jedoch davon auszugehen, dass die im Antrag zu übermittelnden Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum etc.) der Auskunftei bereits vorliegen und man entsprechend in deren Datenbanken erfasst ist.

Fazit

Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass zumindest die bekannteren Auskunfteien wie eben die Schufa oder auch die Creditreform von Unternehmen sehr häufig genutzt werden, um potentielle Kunden oder Mieter zu „checken“, da diese Auskunfteien bekanntermaßen über gut gefüllte Datenbestände verfügen. Schon allein aus diesem Grund sollte jeder ein Interesse daran haben, sich einmal pro Kalenderjahr eine Eigenauskunft zumindest bei den bekanntesten Auskunfteien einzuholen, um zum einen einen Überblick darüber zu erhalten, von wem man da im Laufe des Jahres so alles „durchleuchtet“ bzw. abgefragt wurde und zum anderen, um einfach sicherzustellen, dass keine falschen Daten gespeichert sind, die sich negativ auf die eigenen Scoring-Werte auswirken.

Habt ihr schon mal solche Eigenauskünfte eingeholt? Macht ihr das regelmäßig? Bei welchen Auskunfteien? Oder habt ihr euch noch nie dafür interessiert?

Foto: Kai Niemeyer / pixelio.de


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