Einbruch ohne Diebstahl!

TürNeulich wurde bei uns im Lokalradio ein Beitrag gesendet, der über die gestiegene Zahl der Einbrüche in unserer Stadt berichtete. Von solchen Berichten bekommt man meist vielleicht erst einmal ein ungutes Gefühl, verdrängt das Thema aber in der Regel auch schnell wieder. Zum einen, weil man sich über so unschöne Themen keine Gedanken machen möchte, zum anderen, weil man sich sagt, dass so etwas ja immer nur den anderen passiert.

Es ist dann auch den anderen passiert, nämlich einem älteren Ehepaar, beide Mitte 60, die abends Geräusche im Flur hörten. Als sie nachsehen wollten, wurden sie angegriffen. Hierbei wurde dem Mann mit einem Schraubenzieher ins Gesicht gestochen. Da wurde also aus dem „harmlosen“ Einbruch sogar ganz schnell ein lebensgefährlicher, brutaler Raub. Danach macht man sich dann schon mehr Gedanken zu dem Thema. Endgültig „angekommen“ ist das Thema bei mir, seit auch bei einem Bekannten von mir eingebrochen wurde.

Er lebt in einer völlig durchschnittlichen Gegend, in einer durchschnittlichen Wohnung zur Miete, mit ebenfalls völlig durchschnittlichen Nachbarn. Auch hat er selbst nichts besonders teures in der Wohnung, was einen Einbruch nachvollziehbar machen würde. Der Einbruch selbst geschah mitten am Tag. So ist es ja scheinbar inzwischen meistens. Man stellt sich das aus Krimis zwar immer so vor, dass die Einbrecher abends bzw. nachts einbrechen (wie auch bei dem älteren Ehepaar der Fall), tatsächlich aber gehen die meisten Banden tagsüber auf Diebestour, weil die meisten Wohnungen dann leer sind (da die Leute auf der Arbeit sind) und somit das Risko geringer ist, erwischt zu werden.

Immerhin hatte mein Bekannter Glück im Unglück – was in erster Linie mit den vorhin schon angesprochenen Nachbarn zu tun haben dürfte. Ein Nachbar, der zwei Stockwerke über ihm wohnt, war nämlich daheim. Er ging gerade mit einem Korb voll Wäsche Richtung Waschkeller, als er unten hörte, wie schnell jemand die Treppen runter und aus dem Haus lief. Er sah dann die aufgebrochene Tür und alarmierte die Polizei.

Scheinbar hatte er den Dieb „bei der Arbeit“ erwischt und verschreckt, nachdem dieser gerade erst erfolgreich die Wohnungstür aufgebrochen hatte. Wie er überhaupt ins Haus gelangen konnte, konnte nicht ermittelt werden. Einbruchspuren waren jedenfalls an der Hauseingangstür nicht zu finden. Vielleicht hatte er sich hineingeschlichen, als ein anderer Nachbar das Haus verlassen hatte, bevor die Tür ins Schloss gefallen war.

Jedenfalls konnte mein Bekannter, nachdem er vom Nachbarn angerufen worden war, nicht feststellen, dass etwas gestohlen worden wäre. Nur um die aufgebrochene Tür bzw. das aufgebrochene Schloss musste er sich kümmern. Da hat er sich einen Schlüsseldienst für gerufen, der die Sache schnell erledigte. Seine Versicherung hat den Schaden dann auch anstandslos reguliert. Auch insofern hatte er wohl Glück, denn was man so im Internet liest, stellen sich manche Versicherungen in dem Moment gerne mal quer.

Als mein Bekannter mir von dem Vorfall erzählte, fand ich vor allem interessant, dass er von dem Mann vom Schlüsseldienst dann noch das Angebot erhielt, dass dieser Schlüsseldienst ihm auch beim Einbruchsschutz helfen könne. Also nicht nur bezüglich der Wohnungstür, sondern allgemein auch bezüglich Balkontür und Fenster in der Wohnung.

Ich habe mich persönlich halt noch nie näher mit dem Thema auseinandergesetzt, zumal unsere Wohnung hier eh bereits über diverse Einbruch-Schutz-Mechanismen verfügt (die ich hier jetzt natürlich nicht aufzählen werde^^), aber ich war bislang eigentlich meist davon ausgegangen, dass solche Sachen von darauf spezialisierten Sicherheitsunternehmen behandelt werden und nicht vom allgemeinen Schlüsseldienst.

Kurz mal im Internet nachgesehen, und schon stellte ich fest, dass ich da wohl auf dem Holzweg war. Tatsächlich scheinen das zumindest manche Schlüsseldienste anzubieten. Manche, wie z.B. ein Schlüsseldienst in Bielefeld, bewerben das sogar ausdrücklich und ausführlich auf ihren Internetseiten. Mein Bekannter hat jetzt in Kürze auch tatsächlich einen entsprechenden Beratungstermin. Auch wenn es eher ungewöhnlich wäre, wenn in kurzer Zeit noch jemand ausgerechnet in seiner Wohnung einbrechen wollen würde, möchte er da -verständlicherweise- jetzt kein Risiko mehr eingehen. Dafür sitzt der Schock zu tief.

Ich kann ihn da absolut verstehen. Zum einen, weil er davon nun einmal selbst betroffen war und die Sache daher mit anderen Augen sieht. Zum anderen aber auch, weil ich es bei mir selbst erlebe, dass wir mit den zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen hier bei uns in der Wohnung einfach beruhigter schlafen können. Zwar haben wir hier eigentlich keine besonders wertvollen Güter, aber wie man bei meinem Bekannten sieht, schreckt das manche Einbrecher wohl nicht ab, die einfach blind in einer x-beliebigen, scheinbar zufällig ausgewählten Wohnung ihr Glück versuchen wollen. Und wenn man es solchen Leuten dann schwer(er) macht, lohnt sich für die das Risiko nicht mehr und die suchen sich lieber eine Wohnung, in die sie leichter „einsteigen“ können.

Wie ist das bei euch? Kennt ihr jemanden, bei dem mal eingebrochen wurde? Oder seid ihr gar selbst mal Opfer eines Einbruchs geworden? Was sagt die Statistik – lebt ihr in einer eher sicheren oder doch eher gefährdeten Gegend? Und macht man sich dann darüber Gedanken, sein Haus oder seine Wohnung zusätzlich abzusichern, oder schiebt ihr das Thema lieber von euch weg?

Foto: Martin Berk / pixelio.de

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