Welcher Server ist der richtige für dich?

Internet & TechnikEs ist noch gar nicht lange her, da sprachen wir hier im Blog über die verschiedenen Hoster, bei denen wir Blogger unsere Blogs oder sonstigen Webseiten-Projekte ins Internet stellen. Wie sich zeigte, gibt es da eine schier unüberschaubar hohe Anzahl an Anbietern, so dass sich im Prinzip für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas finden lassen sollte, wenn man erst einmal einen gewissen Überblick gesammelt hat. Wobei das mit dem Überblick bei der Menge an Angeboten eine Sache für sich sein kann.

Was man sich aber als Betreiber einer Webseite auch stets vor Augen halten sollte, ist die Frage, welche Art von Hosting man eigentlich benötigt. Denn Server ist nicht gleich Server. Und das meine ich nun nicht nur im Bezug auf die Hardware-Ausstattung, sondern auch im Hinblick auf die eigentliche Art des Servers. Da gibt es -gerade für Neulinge- einiges zu beachten und erklärt dann auch, wie die teilweise doch recht drastischen Preisunterschiede zustande kommen:

Virtuelle Server

Wenn ihr euch bei einem günstigen (oder gar kostenlosen) Hoster für wenige Euro pro Monat einen Server mit Speicherplatz für eure Webseiten mietet, dann habt ihr eigentlich streng genommen mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen „richtigen / eigenen“ Server, sondern ihr teilt euch einen großen Server mit mehreren anderen Leuten, die dort ebenfalls ihre Webseiten lagern. Jeder von euch hat auf diesem einen Server quasi einen kleinen Teilbereich, auf den nur ihr Zugriff habt. Man spricht insoweit von virtuellen Servern.

Das ist auch erst einmal nichts schlimmes und dürfte für viele kleine oder normale Blogprojekte völlig ausreichend sein. Denn wenn der Server gut konfiguriert ist und die Seiten darauf nicht alle gerade so super laufen, dass mehrere tausend Besucher gleichzeitig darauf zugreifen wollen, merkt ihr in der Praxis wahrscheinlich niemals, dass ihr euch „euren Server“ eigentlich nur teilt.

Übrigens: wer seinen Blog auf so einem virtuellen Server hostet, der kann sich sogar anzeigen lassen, welche anderen Seiten sonst noch so auf dem gleichen Server liegen. Über diese Server-Nachbarn hatte ich vor Jahren schon mal berichtet. Dort ging ich ausführlicher auf das Thema ein und zeigte euch auch ein Tool, mit dem ihr prüfen könnt, wer sich sonst noch so alles auf „eurem“ Server befindet.

Vorteile von virtuellen Servern:

  • Virtuelle Server sind günstig, manchmal sogar kostenlos nutzbar.
  • Man muss sich auf einem virtuellen Server um nichts technisches kümmern, das erledigt der Hoster für einen.

Nachteile von virtuellen Servern:

  • Man kann auf einem virtuellen Server nur sehr beschränkt Einstellungen vornehmen. Will man „mehr“ (weil z.B. ein Plugin eine bestimmte PHP-Funktion benötigt, die bei euch nicht freigeschaltet ist), muss man hoffen, dass der Hoster mitspielt.
  • Bei zu vielen Seiten oder Seiten mit hohem Besucheraufkommen können die Ladezeiten für alle Internetprojekte auf so einem Server ins Straucheln geraten.

Root-Server

Wie gesagt, für Hobby-Blogger ist ein virtueller Server in der Regel ausreichend. Wer jedoch professionelle, kommerzielle Web-Projekte im Internet veröffentlichen will, der will sich seinen Server normalerweise nicht mit fremden Projekten teilen. Zudem will man in so einem Fall auch gerne den Zugriff auf sämtliche Server-Funktionen haben, um im Fall der Fälle den Server exakt an die Anforderungen des eigenen Projekts anpassen zu können, ohne Rücksicht auf andere Webmaster nehmen zu müssen.

Hier bietet sich dann ein sog. Root-Server an. Das ist dann wirklich ein „richtiger“ Server, den man sich mit niemandem teilen muss. Allerdings sind die Kosten hierfür natürlich ungleich höher. Und man ist für alles selbst verantwortlich. Für alles! Ihr müsst euch also selbst auf dem Laufenden halten, ob in eurer Server-Software Sicherheitslücken aufgetaucht sind, müsst selbst entsprechende Updates einspielen und aufpassen, dass ihr mit der Veränderung von Einstellungen nicht aus Versehen Hintertürchen für Hacker öffnet. Mit anderen Worten: ihr braucht verdammt viel Ahnung von der Materie. Das solltet ihr wirklich bedenken, bevor ihr euch einen eigenen Server zulegt, nur weil das „cooler“ ist.

Vorteile von Root-Servern:

  • Man hat die volle Kontrolle über seinen Server und dessen Einstellungen.
  • Man muss sich den Platz und die Ressourcen des Servers mit niemandem teilen.

Nachteile von Root-Servern:

  • Root-Server sind natürlich teurer als virtuelle Server, da ihr einen kompletten Server belegt, den der Hoster in der virtuellen Alternative an eine Vielzahl von Usern hätte vermieten können.
  • Ihr seid ganz allein selbst dafür verantwortlich, was auf eurem Server geschieht. Sicherheitslücken müsst ihr selbst schließen, den Missbrauch durch Spammer selbst abwehren, Patches und Updates selbst einspielen. Man braucht also auf jeden Fall intensive Kenntnisse in diesem Bereich.

Managed Server

Daher gibt es -quasi als Kompromiss für Leute, die gern einen eigenen Server haben wollen oder brauchen, aber keine Ahnung von der Administration eines solchen Servers haben, oder denen die Zeit zur Administration fehlt- noch eine weitere Server-Art, die sog. Managed Server. Das sind ebenfalls Root-Server, mit dem Unterschied, dass der Hoster einem hier bei Bedarf einen erfahrenen System-Administrator zur Seite stellt, der darauf achtet, dass ihr keinen Mist macht, keine Hintertürchen versehentlich öffnet, der für euch Updates einspielt, Sicherheitslücken schließt etc. Also insgesamt eine bequeme Sache, bei der ihr die Vorteile von virtuellen und Root-Servern mehr oder weniger vereint.

Vorteile von Managed Servern:

  • Man hat die volle Kontrolle über seinen Server und dessen Einstellungen.
  • Man muss sich den Platz und die Ressourcen des Servers mit niemandem teilen.
  • Ein Administrator übernimmt den Support für euer System.

Nachteile von Managed Servern:

  • Logisch, da ihr neben dem eigentlichen Server noch einen Admin als Support habt, kosten solche Angebote noch einmal etwas mehr als Root-Server.

Natürlich gibt es -wie schon bei den virtuellen Servern- auch bei Root- und Managed-Servern eine ungemein große Auswahl an Anbietern. Hier lohnt sich das genaue Hinschauen fast noch mehr als bei virtuellen Servern, denn neben dem reinen Preis-/Leistungs-Verhältnis für die technische Ausstattung des Servers kommt gerade bei den Managed Servern noch hinzu, wie gut der Support durch den Admin letztlich tatsächlich ist und welche Aufgaben er übernimmt. Hier lohnt sich also in jedem Fall ein ausgiebiger Vergleich der Server-Anbieter, bevor ihr euch vorschnell einen eigenen Server mietet. Für wen eine eigene Website aber mehr als nur ein kleines Hobby ist, wer vielleicht mehrere professionelle Projekte hat, davon möglicherweise sogar lebt, der kommt an einem eigenen Server auf Dauer eigentlich nicht vorbei.

Wie ist das bei euch? Nutzt ihr die günstigen virtuellen Server? Wenn ja, mit wie vielen teilt ihr euch euren Server? Spielt ihr manchmal mit dem Gedanken, euch einen eigenen Server zuzulegen? Oder habt ihr euch vielleicht sogar irgendwann einen eigenen Server zugelegt? Root oder Managed Variante? Und falls ihr einen klassischen Root-Server habt, wie viel Zeit investiert ihr so in Updates, Patches, Sicherheitskonfiguration usw.?

Foto: Klicker / pixelio.de

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