Gedanken zur Bloggosphäre an meinem sechsten Blog-Geburtstag

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GeburtstagstorteFreunde, wir schreiben den 17. Oktober 2014. 17. Oktober? Da war doch was, oder? Mal kurz nachgegrübelt und nachgeschaut… tatsächlich! Am 17. Oktober 2008 ging damals vor ganzen sechs Jahren der erste Artikel hier bei gesichtet online.

In den sechs Jahren ist wirklich eine Menge passiert. Sowohl in meinem Leben, als auch hier im Blog. Teilweise überschneiden sich die Ereignisse sogar, da ich hier und da ja auch ganz gerne mal etwas aus meinem Leben erzähle – und andererseits dieser Blog inzwischen ein Teil meines Lebens geworden ist. Und gerade für Internet-Verhältnisse, sind sechs Jahre im Grunde genommen dann doch bereits eine ziemlich lange Zeit.

Das wird mir vor allem immer dann schmerzlich bewusst, wenn ich darüber nachdenke, wer so alles damals (regelmäßig) gebloggt hat und wer davon heute noch dabei ist. Viele sind es nicht. Das meine ich ohne Vorwurf. Auch wenn der Spaß am Bloggen bei mir weiterhin ungebrochen ist, merke ich dennoch, wie schwierig es manchmal sein kann, hier eine gewisse Regelmäßigkeit beizubehalten. Nicht wegen fehlender Lust oder fehlender Themen, sondern weil das Leben voranschreitet und man mitunter einfach weniger Zeit dafür hat. Umso stolzer bin ich darauf, dass ich es seit nunmehr sechs Jahren geschafft habe, jede Woche -ohne Ausnahme- mindestens einen Artikel hier zu veröffentlichen. Klar, damals zum Start waren es weitaus mehr, aber für einen pro Woche habe ich mir auf jeden Fall immer die Zeit genommen. Weil ich es so will.

Dennoch kann ich natürlich verstehen, wenn andere Weggefährten von damals sich für andere Wege entschieden haben. Manche sind nun mehr in sozialen Netzwerken unterwegs und teilen ihre Geschichten dort. Dann bleiben für den Blog nicht mehr viele Themen übrig. Andere hatten generell keine Lust mehr und haben sich online zurückgezogen. Oder sie bloggen halt unregelmäßig(er) oder haben in der Zwischenzeit immer wieder neue, andere Blog-Projekte gestartet.

Mehrere haben in dieser Zeit auch Abmahnungen kassiert und dadurch den Spaß am Bloggen verloren – oder es ist ihnen einfach zu gefährlich geworden. Neulich hat es auch den Heiko erwischt. Nach neun Jahren. Sein Blog nimmt für mich ein Sonderrolle ein. Ihn kannte ich durch ein Forum und bin wiederum dadurch auf seinen Blog aufmerksam geworden. Sein Blog war der erste Blog, den ich gelesen habe – zumindest der erste, an den ich mich bewusst als solchen erinnern kann und den ich regelmäßig lese. Durch ihn bin ich überhaupt erst zum Bloggen gekommen, sonst gäbe es diesen Blog und den heutigen Blog-Geburtstag gar nicht. Ich würde behaupten, er ist noch ein echter Blogger der alten Schule. Er schreibt nicht immer ganz fehlerfrei (das nimmt er mir jetzt hoffentlich nicht krumm^^), aber authentisch und ehrlich, frei von der Leber weg aus seinem Leben. Solche Blogs werden immer seltener.

Damals waren sie an der Tagesordnung. Aber irgendwas bei uns Bloggern hat sich verändert. Heute schreiben viele nur noch wenig über ihr Leben, sondern immer mehr Themen-bezogen. Ich nehme mich selbst da gar nicht aus, merke es bei mir selbst durchaus auch. Darum hoffe ich, dass die Abmahnung beim Heiko gut ausgeht und er mit einem blauen Auge davon kommt. Damit er auf jeden Fall weiter macht.

Denn anders als früher, finde ich heute solche authentischen, privaten Blogs viel schwerer. Zumal ja noch hinzu kommt, dass das Leben desjenigen, der da schreibt, mich auch irgendwie interessieren muss, was nicht zuletzt daran liegt, WIE derjenige so schreibt. Manche Stile mag man eben mehr als andere. Persönlicher Geschmack und so, ihr wisst schon.

Ich will nicht sagen, dass die Bloggosphäre früher besser war, aber sie war anders. Dinge verändern sich mit der Zeit. Davor sind auch wir Blogger nicht gefeit. Auch hier spielt das Thema Zeit wieder eine große Rolle bei mir. So merke ich zum Beispiel immer wieder, dass ich viel, viel, viel, viel weniger in anderen Blogs kommentiere als früher. Das tut mir auch wirklich leid. Noch mehr, wenn ich sehe, wie toll und aktiv meine eigenen Artikel im Gegenzug von euch immer wieder kommentiert werden.

Ich komme nur einfach viel zu selten dazu. Wer mich kennt, der weiß, dass ich selten einen Zweizeiler als Antwort heraushaue. Da kommt gerne schon mal „etwas“ mehr. Manche haben sich schon „beschwert“, dass meine Antwort länger als ihr Artikel war 😀 Aber so etwas braucht natürlich – genau: Zeit. Die bei mir im Laufe der Jahre durch den Job natürlich weniger geworden ist. Als Student hatte ich da zum Beginn meiner Bloggerei deutlich mehr Zeit.

Hinzu kommt, dass ich immer noch eine recht große Zahl an Blogs in meinem Feed-Reader habe. Auch inaktive Blogs werfe ich da nie raus, weil ich es schon oft genug erlebt habe, dass sich da plötzlich nach Monaten oder sogar Jahren wieder etwas rührt. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass ich da verdammt viel zu lesen habe. Das mache ich auch. Regelmäßig. Täglich. Und ich würde so, so gern auf so viele Artikel antworten, kann mir aber immer nur einige wenige herauspicken. Eigentlich hättet ihr mehr verdient. Ehrlich. Es tut mir leid.

Und so sind die Jahre ins Land gezogen, viel hat sich geändert. Hier auf dem Blog, in meinem Leben, im Internet, in der Bloggosphäre, bei euch. Nur eins ist nie passiert: es wurde niemals langweilig. Auch dank euch! Dank eurer Artikel, dank eurer Kommentare, dank unseren Diskussionen. Ich habe viel gelernt, viel erfahren, viele interessante Leute kennen gelernt, hatte viel Spaß und nur selten Ärger. Und das alles in „nur“ sechs Jahren. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird, was die Zukunft bringt, was allein schon das vor mir liegende, verflixte siebte (Blog-)Jahr bringen wird. Ich kann nur hoffen, dass ihr mich auf die ein oder andere Art dabei weiterhin begleiten werdet. Ich freue mich über jeden einzelnen von euch. Danke für sechs tolle Jahre!

Foto: gabi hamann / pixelio.de

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