Pro & Contra der „Ice Bucket Challenge“ gegen Nervenkrankheit ALS

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Ice Bucket ChallengeÜber die sog. Ice Bucket Challenge ist in letzter Zeit viel und kontrovers diskutiert worden. Auch ich musste mich nun „gezwungenermaßen“ damit auseinandersetzen, da ich zur Teilnahme aufgefordert bzw. nominiert worden war.

Sinn und Zweck der Ice Bucket Challenge

Worum es bei dieser Challenge grundsätzlich geht, sollte inzwischen bekannt sein. Die Aktion dient zum einen dazu, der bis dahin relativ unbekannten Nervenkrankheit ALS mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu bringen. Zum anderen werden durch die Aktion viele Millionen Dollar, Euro etc. an Spenden gesammelt, um die Forschung gegen die Nervenkrankheit ALS voranzutreiben.

Die Aktion selbst läuft hierbei folgendermaßen ab:

Ablauf und Regeln der Ice Bucket Challenge

Man wird von jemandem, der bereits an der Aktion teilgenommen hat, nominiert, sich innerhalb von 24 Stunden einen Eimer Einwanderer Eiswasser (verdammte Auto-Korrektur^^) über den Kopf zu schütten und mindestens 10 Euro an eine Organisation zu spenden, die sich mit der Forschung gegen ALS beschäftigt. Dann nominiert man seinerseits drei weitere Personen, an der Aktion teilzunehmen. Wer sich den Eimer nicht über den Kopf kippen möchte, muss den Regeln nach mindestens 100 Euro spenden.

Kritik an der Ice Bucket Challenge

Wie das so oft der Fall ist, wenn eine Aktion eine gewisse Aufmerksamkeitsschwelle überschreitet, sieht sich natürlich auch die Ice Bucket Challenge in letzter Zeit einiger Kritik ausgesetzt, mit der ich mich selbst ebenfalls auseinandersetzen musste.

ALS rückt immer mehr in den Hintergrund

Zunächst wird kritisiert, dass bei vielen Teilnehmern der Hinweis auf den eigentlichen Sinn der Aktion, die Nervenkrankheit ALS immer mehr in den Hintergrund gerückt wird, teilweise gar nicht mehr erwähnt wird, wodurch die Aktion zu einer typischen Fun-Aktion verkomme.

In der Tat stimmt es, dass sich im Netz zahlreiche Teilnahmen finden, bei denen die Teilnehmer scheinbar gar nicht mehr wissen, worum es eigentlich geht.

Aber: Andererseits liegt es an jedem Teilnehmer selbst, den wahren Sinn und Zweck der Aktion ausreichend deutlich zu kommunizieren, so dass er nicht in Vergessenheit gerät. Außerdem hat sich dennoch das Thema ALS in der Öffentlichkeit wesentlich mehr Aufmerksamkeit erarbeitet, als es vorher der Fall war. Es lässt sich wohl kaum leugnen, dass viele von uns die Nervenkrankheit ALS erst in den letzten Wochen und Monaten -eben durch die Aktion oder die Berichterstattung dazu- kennengelernt haben.

Die Aktion wird nur noch zur Selbstdarstellung missbraucht

Mag sein, dass die Aktion inzwischen von einigen Prominenten und Unternehmen auch für Marketing-Zwecke missbraucht wird, oder manche „normale“ Menschen ebenfalls nur teilnehmen, um sich selbst zu präsentieren.

Aber: selbst wenn das bei manchen der Beweggründe ist, wenn interessiert es? Wo liegt das Problem? Die Beweggründe für eine Teilnahme an dieser Aktion sind völlig egal, solange das Ziel erreicht wird. Und das ist, wie gerade eben ausgeführt, ja durchaus der Fall.

Die Spenden gehen an eine Organisation, die unnötige Tierversuche damit finanziert

In einigen Medien wird gerade darauf hingewiesen, dass die ALS Association, an die die Spenden größtenteils gespendet werden, zum Zwecke der Forschung auch Tierversuche durchführt. Der Sinn dieser Tierversuche ist umstritten, da diese möglicherweise unnötig sind.

Aber: niemand wird gezwungen, ausgerechnet an diese Organisation zu spenden. Denn selbstverständlich gibt es auch Einrichtungen, die ebenfalls ALS-Forschung betreiben, hierbei jedoch auf Tierversuche verzichten. Rein beispielhaft sei diesbezüglich an dieser Stelle auf das Uniklinikum Essen verwiesen, die aber nicht die einzigen sind, die es so handhaben.

Hier kippt man sich Wasser über den Kopf, während in Afrika Kinder verdursten

Mein „Lieblings-Argument“. Selbstverständlich stimmt es, dass in Afrika Kinder verdursten. Übrigens nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Und nicht nur in Afrika, sondern auch in anderen Teilen der Welt.

Aber: Dennoch ist das „Argument“ natürlich ausgemachter Blödsinn. Wenn sich niemand von uns den Eimer Wasser über den Kopf schüttet, wird dennoch kein Tropfen davon bei den Bedürftigen ankommen. So wie wir auch den Hunger in der Welt nicht dadurch überwinden, dass wir weniger essen. Wenn ihr wirklich wollt, dass die Kinder in Afrika nicht verdursten, dann denkt euch etwas aus, wie ihr sauberes Trinkwasser nach Afrika bringen könnt oder spendet an Organisationen, die das machen!

Ich will mir selbst aussuchen, wann und für was ich spende

Dagegen gibt es absolut nichts einzuwenden. Wer nicht an der Aktion teilnehmen möchte, weil er sich eine Spende z.B. partout nicht leisten kann, oder lieber für etwas anderes spendet, oder einfach nicht „gezwungen“ werden möchte, der muss dies ja auch nicht tun. Da sollte man wirklich frei in seiner Entscheidung sein und diese Entscheidung gilt es dann auch zu akzeptieren.

Kleines „aber„: umgekehrt denke ich, ist es nicht zu viel verlangt, diese Toleranz auch umgekehrt einfordern zu dürfen. Wer sich also mit den anderen Kritikpunkten intensiv auseinandergesetzt und sich dann dazu entschlossen hat, an der Aktion teilzunehmen, den sollte man auch einfach teilnehmen lassen.

Fazit zur ALS Ice Bucket Challenge

Wie ihr sicherlich ahnen könnt, habe ich mich dazu entschieden, an der Aktion teilzunehmen, nachdem ich nominiert worden bin. Ich hatte mich eh noch nicht entschieden, wofür ich dieses Jahr spenden wollte. Diese Entscheidung wurde mir nun abgenommen. Und wer mich kennt wird wissen, dass ich keine typische „Rampensau“ bin, die das macht, um sich selbst darzustellen:

Habt ihr auch an der Challenge teilgenommen? Oder hättet ihr es, wenn ihr eine Nominierung erhalten hättet? Oder habt ihr euch ganz bewusst dagegen entschieden – wenn ja, aus welchen Gründen?


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