Autokorrektur – Fluch oder Segen?

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HandysAutokorrekturen können Fluch und Segen zugleich sein. Das stelle ich immer wieder fest. Das war schon zu Zeiten der T9-Worterkennung auf klassischen Handys so, und hat sich auch heute bei modernen Smartphones mit virtueller Tastatur kaum geändert.

Damals, als ich noch viele SMS mit meinem alten Handy geschrieben habe und die Worte durch drücken der wenigen Handy-Tasten 0-9 gebildet wurden, war ich froh, wenn ich nicht mehrmals auf die gleiche Taste drücken musste, um einen bestimmten Buchstaben auszuwählen, sondern es dank T9 reichte, jede Taste nur einmal zu drücken und die Worterkennung dann erkannte, welches Wort ich wohl meinte. Manche Menschen kamen mit dem mehrfachen Druck auf die Tasten besser zurecht und flogen trotzdem förmlich über die Handy-Tastatur, aber für mich war das nichts. Da war T9 zwingend nötig. Es hatte aber auch einen Nachteil:

Die T9-Worterkennung war natürlich nie fehlerfrei, weil sie eben nur „raten“ konnte, welches Wort denn nun tatsächlich geschrieben werden sollte. Passte man als Mensch beim Schreiben der Nachrichten nicht auf, wählte die Erkennung ggf. auch falsche Worte, die die SMS dann entweder total unverständlich machten, oder ihnen -was noch schlimmer sein konnte- einen ganz falschen Sinn gaben.

Unvergessen das Missgeschick meiner Schwester. Ihre Freundin hatte an einem Sport-Wettbewerb teilgenommen und gewonnen. Also schrieb sie meiner Schwester die kurze Nachricht „Sieg!“. Meine Schwester wollte ebenso kurz mit „Geil!“ antworten, woraus dann aber leider ein „Heil!“ wurde. In Verbindung mit dem Inhalt der ersten SMS eine eher unglückliche Wort-Kombination 😉 In dem Fall war das Missverständnis zwar schnell geklärt, aber so etwas kann natürlich auch schnell mal unangenehm werden.

Und auch heute sieht die Sache bei modernen Smartphones und Tablets nicht grundsätzlich anders aus. Auf den virtuellen Tastaturen ist das Schreiben von Texten eine echte Umgewöhnung, weil einem das haptische Feedback fehlt. Außerdem trifft man auf den kleinen Displays gerne mal die falsche Taste. Daher gibt es auch bei modernen, virtuellen Smartphone-Tastaturen oftmals eine Autokorrektur, die kleine Fehler ausmerzt.

Ich habe mir inzwischen angewöhnt, viel auf meinem kleinen Tablet (derzeit ein Nexus 7 V.2013*) zu arbeiten. Das Tablet ist immer griffbereit und muss im Gegensatz zu einem Laptop oder PC nicht erst lange hochgefahren werden, verlangt nicht ständig nach Updates etc. Zum Schreiben von Texten also eigentlich ideal. Zu diesem Zweck habe ich mir dann noch eine Bluetooth-Tastatur* zugelegt, die für wenig Geld zu haben war. Die gibt es übrigens auch in weißer Ausführung*, falls jemandem von euch der Sinn eher danach steht.

Die Tastatur nutze ich daheim dann immer, wenn ich längere Texte schreibe, also auch meine Blog-Artikel. So entstand auch mein Artikel zur Ice-Bucket-Challenge. Was ich nicht beachtete war, dass der virtuelle Tastatur-Treiber auf meinem Tablet (ich nutze als virtuelle Tastatur derzeit am liebsten SwiftKey, nachdem mein bisheriger Favorit Swype leider immer träger wurde) auch bei aktivierter Hardware-Tastatur im Hintergrund arbeitete und daher auch die Autokorrektur fleißig ihren Dienst verrichtete.

Und die war wirklich fleißig und sorgte für unfreiwillige Komik im Text, als aus einem „Eimer Eiswasser“ dann plötzlich ein „Eimer Einwanderer“ wurde, den man sich über den Kopf schütten müsste. Das sorgte bei so manchem Leser für Lacher und Heiterkeit… bei mir selbst übrigens auch. Inzwischen habe ich das Autokorrektur-Feature deaktiviert, da die Korrektur doch oft eingriff, wo sie nicht eingreifen sollte, oder wo ein einfacher Vertipper leichter zu identifizieren gewesen wäre als die Worte, die die Korrektur letztlich aus dem Verschreiber machte.

Aber man sieht schon, dass solche Wortkorrekturen Fluch und Segen zugleich sein können. Ich für meinen Teil deaktiviere die Funktion inzwischen ziemlich konsequent. Auf dem PC z.B. in Office-Paketen sowieso schon sehr lange, da Vertipper auf einer Hardware-Tastatur bei mir seltener vorkommen als auf einer virtuellen Tastatur.

Wie handhabt ihr das mit derartigen Funktionen? Lasst ihr sie aktiv oder deaktiviert ihr sie? Habt ihr schon mal lustige oder vielleicht auch peinliche Nachrichten verschickt oder erhalten, bei denen der Sinn durch eine Autokorrektur total entstellt war? Wer hat ein paar Beispiele zur allgemeinen Erheiterung? Her damit! 😉

Foto: Harald Wanetschka / pixelio.de
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