Was ist eigentlich aus der simplen Wasserpistole geworden?

WasserstrahlAls Kind habe ich viele Sommerferien im Schrebergarten meiner Großeltern verbracht. Die Zeit konnte man sich dort im Sandkasten oder auf der Schaukel vertreiben. Oder beim Kartenspielen – wobei es da bei mir nie über klassisches Mau-Mau hinausging. Manchmal haben wir auch Federball oder Fußball gespielt. Das bedeutete jedoch häufig, dass wir in die Gärten der anderen Nachbarn mussten, um uns dort die Bälle zurückzuholen, die über die Hecke geflogen waren.

Teilweise haben wir auch mit Kindern aus den anderen Gärten gespielt. Entweder auf den Wegen vor dem Garten, oder auf dem nahe gelegenen Spielplatz. Fangen, Verstecken, oder was einem sonst noch so einfiel. An besonders heißen Tagen waren Spiele mit Wasserpistolen sehr beliebt. Zumindest bei uns Kindern. Bei den Erwachsenen weniger. Vor allem nicht bei den aktiven Gärtnern:

Die fürchteten nämlich immer, dass Wasser auf ihren gepflegten Rasen kommen könnte, welcher dann in Kombination mit der heißen Mittagssonne „verbrennen“ konnte. Da brüllte schon manches Mal ein Erwachsener wild gestikulierend, was bei uns Kindern aber nur dazu führte, dass wir uns blitzschnell aus dem Staub machten. Und wirklichen Ärger gab es deswegen natürlich auch nie.

Ansonsten hatten wir mit den Wasserpistolen immer irre viel Spaß. Auch, wenn man eigentlich nie selbst getroffen werden wollte, war es oft sogar erfrischend schön, wenn man mal einen Schuss ab bekam. Übrigens ist -soweit mir das bekannt ist- aus keinem Kind von damals ein wild um sich schießender Amok-Läufer geworden. Denn auch wenn man heutzutage in den Medien manchmal den Eindruck gewinnen könnte, waren wir Kinder damals sehr wohl in der Lage, zwischen echter, gefährlicher Waffe und einem Spielzeug zu unterscheiden, welches wir für rein sportlichen Wettkampf (wer zielt am besten, wer trifft wen, etc.) nutzten. Ich bin mir sicher, diese Unterscheidung schaffen auch heute noch die meisten Kids.

Wobei denen ja inzwischen auch ganz andere Kaliber zur Verfügung stehen. Zu meiner Zeit ist man mit diesen ganz stinknormalen blauen, grünen und roten Wasserpistolen losgezogen, die nach ein paar Spritzern leer waren und deren Reichweite auch nie besonders groß war. Als ich aus dem Wasserpistolen-Alter schon fast raus war, kamen dann plötzlich diese „Super Soaker“ auf den Markt, die quasi den heute noch gültigen „Standard“ für Wasserpistolen definieren. Wobei es sich meist ja eher optisch um Wasser-Gewehre handelte. Über das Betätigen an der Pump-Vorrichtung wurde im Inneren der Wasserpistole ein Überdruck erzeugt, so dass ganz andere Geschwindigkeiten und Reichweiten möglich waren.

Irgendwann habe ich das Thema komplett aus den Augen verloren, denn es kommt einfach die Zeit im Leben, da sind Wasserpistolen nicht mehr so interessant. Außer vielleicht, wenn eine hübsche Frau mit weißem T-Shirt in der Nähe ist. Umso erstaunter war ich, als ich dann neulich durch Zufall auf eine Übersicht für aktuelle Wasserpistolen stieß. Die Super Soaker gibt es immer noch, aber in unzähligen Ausführungen. Mit extra-großem Wassertank, mit Griff zum schnelleren Aufladen des Drucks und vielen weiteren Extras. Die Zeit ist bei der Entwicklung der Wasserpistolen augenscheinlich nicht stehen geblieben. Allem Anschein nach scheinen sich die Dinger also auch immer noch gut zu verkaufen. Wobei ich nur noch selten Kinder mit Wasserpistolen spielen sehe. Allerdings bin ich auch nicht mehr so oft in Schrebergärten und an Spielplätzen unterwegs. Und in der Innenstadt kämen Spiele mit solchen „Wasserwerfern“ bei der breiten Masse wahrscheinlich weniger gut an.

Vor allem, wenn man sich mal ansieht, was es da inzwischen noch so alles in dem Segment gibt. Zum Beispiel eine Wasser-Kanone mit Stativ(!), die über einen direkten Anschluss für den Gartenschlauch verfügt. Was zur Hölle…?!? Da frage ich mich wirklich, wie sich das Spiel mit Wasserpistolen im Laufe der Jahre wohl gewandelt haben muss. Auf den Spielplatz nimmt man so ein Ding mangels Wasseranschluss wohl nicht mit. Und mal schnell damit weglaufen dürfte auch nicht drin sein. Baut man sich heute vielleicht in der Nähe von Wasseranschlüssen kleine Barrikaden auf, hinter denen man sich mit so etwas verschanzt? Ich weiß es wirklich nicht. Mobil ist man damit sicherlich nicht, aber andererseits wird einem auch kaum jemand allzu schnell auf die Pelle rücken können – es sei denn, das Wasser wird abgestellt 😀 Ansonsten eignet es sich sicherlich auch als wunderbarer Ersatz, wenn mal wieder der Wassersprenger kaputt ist.

Habt ihr früher auch mit Wasserpistolen gespielt? Welche Art von Wasserpistolen habt ihr dafür genutzt? Noch die altbekannten, klassischen? Oder schon etwas aus der Generation Super Soaker? Was haltet ihr von den aufgeführten Weiterentwicklungen? Kann man damit noch ordentlich Spaß haben? Habt ihr vielleicht sogar selbst Erfahrung damit? Und was fehlt noch für die Zukunft der Wasserpistolen?

Foto: Mondstein / pixelio.de

Anzeige