Blogger und ihre Hoster

Internet & TechnikMeine ersten Erfahrungen mit dem Thema eigener Blog und eigene Webseiten allgemein habe ich bei sog. Free-Hostern gesammelt. Die kennt ihr sicherlich. Das sind diese Hoster, bei denen man den Webspace gratis bekommt, meist mit einer Sub-Domain, so dass die eigene Internetseite oder der eigene Blog dann später erreichbar ist unter www.Wunschname.Hostername.de

Oder so ähnlich. Zum Testen waren solche Free-Hoster damals für mich ideal. Ich konnte meine ersten Schritte machen, ohne Geld in Internet-Speicherplatz investieren zu müssen. So konnte ich in Ruhe erst einmal alles ausprobieren und prüfen, ob mir das denn überhaupt dauerhaft Spaß machen könnte. Vor dem Hintergrund, dass es diesen Blog hier nun schon seit vielen Jahren gibt, dürfte klar sein, dass sich herausgestellt hat, dass es mir sogar sehr viel Spaß macht. Als mir das nach einem halben Jahr der Tests auf Free-Hostern richtig klar geworden war, war gleichzeitig aber auch schnell der Entschluss gefasst, dass ich nun zu einem „richtigen“, kostenpflichtigen Hoster wechseln wollte. Die Gründe dafür lagen für mich auf der Hand:

Zum einen wollte ich meinen Blog unter einer eigenen, „richtigen“ Domain führen. Kein gesichtet.Hostername.de und auch keine Krücken-Lösung wie gesichtet.de.vu. Damit war der Blog nämlich damals gestartet: eine .de.vu-Domain, die auf den Freehoster weiterleitete. Sah aber zum einen unschön aus, war zum anderen auch nicht sonderlich praktisch, weil die Links auf der Seite im Link-Text natürlich immer noch den Free-Hoster nannten. Da gesichtet.de leider vergeben war, wurde es stattdessen gesichtet.net – was dem Erfolg aber keinen Abbruch getan hat.

Außerdem war da der Support. Gut, Support brauche ich bei Hostern zum Glück nur ganz, ganz selten. Das meiste bekomme ich ohne Hilfe selbst hin. Wenn dann aber doch mal Hilfe nötig ist, bin ich schon froh, einen telefonischen Ansprechpartner zu haben, oder zumindest einen Kontakt via Mail, der recht schnell antwortet. Bei Free-Hostern gab es oft nur Support via Forum. Oder über Kontakt-Formulare, wo sich die Antwort über Tage hinziehen konnte.

Am meisten haben mich aber an den Free-Hostern oft die Geschwindigkeit und die eingeblendeten Zwangs-Werbe-Banner gestört. Logisch, irgendwie mussten die Leute ihre Dienste bzw. Server natürlich finanzieren, insofern waren diese Banner, die plötzlich wild ins Bild flogen durchaus legitim. Aber eben auch störend. Genauso wie die ständigen Verbindungsabbrüche und langsamen Verbindungen, weil die Free-Hoster sich zu viele Seiten auf ihre Server packen ließen.

Mal ganz davon abgesehen waren nicht selten auch wichtige Funktionen gesperrt und wurden auch nicht auf Anfrage oder Bitte freigegeben, so dass so manches WordPress-Plugin und bei sonstigen Web-Seiten bestimmte PHP-Plugins nicht zum Laufen gebracht werden konnten.

Da fiel die Entscheidung nicht schwer, tatsächlich zu einem normalen Hoster zu wechseln. Zumal die ja nicht immer viel Geld kosten müssen. Das Problem war eher, dass der Markt so unübersichtlich groß ist. Hier und da gibt es ein paar bekannte Namen (die aber nicht immer gut sein müssen). Aber eben auch viele kleine Anbieter, die nicht zwangsläufig schlecht sein müssen. Also folgte, was folgen musste: ich fragte einige befreundete Blogger nach ihren Hostern, ihren Erfahrungen, ihren gesammelten Vor- und Nachteilen. Zusätzlich durchforstete ich unzählige Foren und sammelte auch dort die Erfahrungsberichte. Bis ich schließlich „meinen“ Hoster gefunden hatte. Das Leistungspaket reichte für meine Ansprüche völlig, die Erfahrungsberichte waren größtenteils positiv, der Preis günstig, die Server nicht zu voll.

War prima. Ist es immer noch. Hier und da gab es mal kurzzeitig Ausfälle, aber alles im Rahmen. Selbst am Wochenende und mitten in der Nacht wurde immer schnell reagiert, wenn etwas nicht funktionierte. Meist habe ich davon erst später beim Durchlesen der Log-Files davon erfahren. Trotzdem hat es ziemlich lange gedauert, bis ich den Hoster letztlich aus der Flut an Quellen, Berichten und Erfahrungen gefunden hatte.

Aber das ist halt schon Jahre her. Damals waren Vergleichsportale für Webspace-Anbieter noch nicht so verbreitet und populär wie heute. Auf diesen Seiten ist das heutzutage schon wesentlich einfacher, seinen Traum-Hoster zu finden, weil dort ständig aktualisierte Tests zu einzelnen Anbietern aufgeführt werden und man sich vor allem in übersichtlichen Listen das jeweilige Leistungs-Spektrum der Paid-Hoster und ihrer unterschiedlichen Webspace-Pakete anzeigen lassen kann. So war das früher gar nicht so einfach, sich über die PHP-Memory-Limits der Hoster zu informieren. Dabei ist ein hohes Limit für ein WordPress-Blog mit vielen Plugins eigentlich unverzichtbar. Heutzutage reicht ein Blick in die Vergleichslisten und schon sieht man, welche Paid-Hoster ggf. direkt aus dem Rennen sind und welche interessant sein könnten.

Wie war das denn eigentlich bei euch? Habt ihr auch auf Free-Hostern angefangen, oder seid ihr direkt mit Paid-Hostern durchgestartet? Oder schwört ihr vielleicht sogar auf Free-Hoster – wenn ja, aus welchen Gründen? Habt ihr schon oft euren Hoster gewechselt, oder bleibt ihr ihm treu? Was wären für euch die Gründe, den Hoster zu wechseln?

Foto: Klicker / pixelio.de

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