WM-Teilnehmer Japan – nicht nur aus fußballerischer Sicht

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wm_abseits_2014_japanLange dauert es nicht mehr bis zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Da könnte man sich langsam einmal Gedanken über die teilnehmenden Nationen machen. Das fanden auch Mella und Susanne und starteten die Aktion WM-Abseits, in welcher die teilnehmenden Blogs sämtliche Teilnehmerländer der WM 2014 vorstellen. Keine Sorge, hierbei geht es nicht nur um Fußball, sondern auch um das jeweilige Land als solches, inklusive Geschichte, Kultur etc. Aus diesem Grund möchte ich euch heute den WM-Teilnehmer Japan vorstellen… inklusive einem kleinen Highlight, das mit Fußball so gar nichts zu tun hat, dafür aber umso bessere Einblicke nach Japan gewährt.

Die japanische Fußball-Nationalmannschaft

Japan nimmt zum fünften Mal in Folge an einer WM-Endrunde teil. Bislang war der größte Erfolg das Erreichen des Achtelfinales bei der WM 2002 in Japan und Südkorea sowie bei der WM 2010 in Südafrika. Diesmal wird man sich in Gruppe C mit den Gegnern Kolumbien, Griechenland und der Elfenbeinküste messen müssen. Der endgültige WM-Kader muss erst bis zum 02. Juni 2014 bekanntgegeben werden. In Deutschland bekannt sind vor allem die hier tätigen Verteidiger Uchida (Schalke 04), der mit deutschen Wurzeln ausgestattete Gotoku Sakai (VfB Stuttgart), Hiroki Sakai (Hannover 96), die Mittelfeldspieler Hosogai (Hertha BSC) und Hasebe (Nürnberg), seines Zeichens Kapitän der Nationalmannschaft, sowie die Angreifer Osako (1860 München), Kiyotake (Nürnberg) und Okasaki (Mainz 05). Äußerst bekannt dürfte hierzulande zudem der Angreifer Shinji Kagawa sein, der derzeit in Diensten von Manchester United steht, davor jedoch sehr erfolgreich bei Borussia Dortmund spielte.

Kulinarisches aus Nipon

Die japanische Küche ist bekanntermaßen extrem breit gefächert und bietet oftmals auch Gerichte, die uns in unseren Breitengraden eher „ungewöhnlich“ vorkommen. Inzwischen jedoch auch hierzulande etabliert hat sich auf jeden Fall Sushi. Zugegebenermaßen nicht jedermanns Sache, wobei ich persönlich das Argument „Igitt, roher Fisch“ nur schwer gelten lassen kann, wenn sich die gleichen Leute am kalten Buffet über die Lachshäppchen hermachen oder mit Genuss auf dem Fischmarkt ein Matjesbrötchen vertilgen. Wer Interesse daran hat, selbst mal Sushi zu machen, für den habe ich vor einigen Jahren bereits hier mal eine Anleitung für selbstgemachtes Sushi gebloggt… natürlich inklusive „Beweisfotos“, damit ihr seht, dass sich das wirklich auch selbst herstellen lässt:

Sushi

Sushi

Inzwischen haben wir darin auch etwas mehr Übung, so dass die Dinger inzwischen auch professioneller aussehen als auf den Fotos oben. Wer es stilecht mag, trinkt dazu einen japanischen Reiswein, den sog. Sake, der sowohl kalt als auch heiß(!) serviert werden kann.

Das Land Japan

Mit einer Fläche von knapp 380.000 km² ist Japan der viertgrößte Inselstaat der Welt und gehört mit über 126 Millionen Einwohnern zu den Top 10 der bevölkerungsreichsten Staaten der Welt. Hauptstadt ist Tokio mit knapp 9 Millionen Einwohnern. Grundsätzlich ist die Bevölkerungszahl in Japan in den letzten Jahren eher rückläufig.

Aufgrund seiner lange Jahre gut funktionierenden Wirtschaft und seinem hohen Technologie-Grad ist Japan Mitglied der sog. G8-Staaten, der größten acht Industrienationen der Welt. Die größten Religionen Japans sind Shinto und der Buddhismus.

Japan zählt noch heute zu den Staaten, in denen die Todesstrafe vollstreckt wird. Eine Besonderheit hierbei ist, dass die Vollstreckung geheim erfolgt; es werden also weder Angehörige noch Anwälte vorab informiert, auch unabhängige Beobachter gibt es nicht.

Als einziges Land der Welt verzichtet Japan laut seiner Verfassung auf das souveräne Recht zu jeglicher Kriegsführung, sowohl offensiver als auch defensiver Art. Dies darf als Reaktion auf die Niederlage im Zweiten Weltkrieg gewertet werden. Allerdings hat sich die tatsächliche Situation im Laufe der Zeit dergestalt verändert, dass der entsprechende Passus zwar weiterhin in der Verfassung steht, dennoch jedoch Verteidigungsstreitkräfte aufgebaut wurden. Hierbei wurde jedoch peinlichst genau darauf geachtet, dass diese in keiner Weise das japanische Zeichen für „Armee“ im Namen tragen. Zudem wurde in den 60er Jahren eine Allianz mit dem ehemaligen Feindbild, den USA, eingegangen.

Deutsch ist in Japan hinter Englisch und Chinesisch übrigens die dritthäufigste Fremdsprache, die an japanischen Schulen unterrichtet wird. Generell ist die deutsche Sprache im japanischen Raum recht beliebt, weswegen in japanischen Animes Personen, Orte und auch Geräte gerne mal (alt-)deutsche Namen haben.

Japans Natur

Da Japan ein Inselstaat ist und sich das Staatsgebiet bzw. die Inselgruppen in einem langen Bogen vom 45. bis zum 20. Breitengrad ziehen, ist das Klima in Japan je nach Region sehr unterschiedlich. Von kalten Regionen mit schneereichen Wintern bis zu Regionen mit subtropischen Temperaturen ist alles vorhanden. Dementsprechend breit gefächert gestalten sich auch Flora und Fauna. In erster Linie gibt es in Japan einen Reichtum an unterschiedlichen Vogelarten. Es wurden bislang über 500 Arten gezählt. Dies hängt auch damit zusammen, dass Japan aufgrund seiner Lage und seiner Klima-Zonen ein idealer, zentraler Zwischenstopp für Zugvögel aus allen Richtungen der Welt ist.

Japan liegt an der Bruchzone von insgesamt vier tektonischen Platten, was zu fast regelmäßigen Erdbeben führt. Auch Vulkanausbrüche kommen daher immer wieder vor. Die Erd- und Seebeben führen zu häufigen Tsunamis, die in den vergangenen tausend Jahren rund 160.000 Menschen in Japan das Leben kosteten. Aus diesem Grund wurde in der jüngeren Vergangenheit ein modernes Frühwarnsystem installiert, zudem finden regelmäßige Trainingsprogramme für die Bevölkerung statt, um den Bewohnern das richtige Verhalten im Ernstfall beizubringen.

Sport in Japan

Sportliche Wettkämpfe waren in Japan seit jeher beliebt. Waren es früher eher die traditionellen Sportarten wie Sumokämpfe, Reiten, Schwertkämpfe, Bogenschießen und die Ausübung traditioneller Kampfsportarten, konnten sich insbesondere auch Baseball und Fußball in Japan etablieren. Baseball gilt in Japan inzwischen gar als beliebteste Sportart des Landes. Fußball ist direkt dahinter die zweitbeliebteste Sportart unter den Mannschaftssportarten.

Dementsprechend gibt es seit 1992 die J-League als höchste Spielklasse, also in etwa das, was in Deutschland die Bundesliga darstellt. Auch hat sich hier eine passende Fan-Kultur entwickelt. Gerade bei Weltmeisterschaften sind die japanischen Fans gerne für ihre stark bemalten bzw. geschminkten Gesichter bekannt. Auch wird die Entwicklung japanischer Spieler im Ausland genau beobachtet. Nicht selten reisen japanische TV-Teams extra für einzelne Spieler an, die in starken Ligen einen Stammplatz im Team erkämpft haben, um diese zu beobachten und von ihnen in Japan mit passendem Bildmaterial berichten zu können. Auch kommt es immer wieder vor, dass kleinere Gruppen japanischer Fans -wohl meist im Zusammenhang mit einem sowieso stattfindenden Deutschlandbesuch- extra ein Fußballspiel besuchen, wenn die Möglichkeit besteht, einen japanischen (National-)Spieler zu sehen.

Ein Blick vom Tokio Tower

So, das war es dann auch schon mit dem Blick auf den WM-Teilnehmer Japan. Wie aber bereits eingangs erwähnt, wollte ich euch hier noch ein kleines, Highlight im Zusammenhang mit Japan liefern. Wer sich mal einen genauen Eindruck von Tokio machen möchte, kann hier einen zoombaren, hochaufgelösten Panorama-Blick vom Tokyo-Tower, einem der Wahrzeichen der Stadt Tokio, werfen. Die Ansicht ist nahezu beliebig schwenk- und drehbar und man kann wirklich, wirklich weit bzw. nah zoomen. Dort, wo man in der Ferne offene Fenster an Gebäuden entdeckt, kann man praktisch bis in die Wohnungen zoomen! Und damit es thematisch passt, kann man auf dem Bild auch relativ leicht einen Fußballplatz finden 😉

Morgen geht es dann bei Danny weiter mit der Vorstellung des nächsten WM-Teilnehmers. Welches Land dort vorgestellt wird, verrate ich allerdings an dieser Stelle noch nicht, das müsst ihr dann morgen einfach selbst nachschauen.

Quellen: Wikipedia

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