Teilst du dein Auto?

CarsharingIch bin relativ lange im Leben ohne eigenes Auto ausgekommen. Während des Studiums bin ich täglich mit Bus und Bahn nach Köln gependelt. Dort waren die Straßenbahn- und U-Bahn-Verbindungen selbst abends noch so gut, dass man ohne längere Wartezeiten auch in die entlegensten Winkel der Stadt kam. Wenn ich mich an den zähflüssigen Autoverkehr auf den Kölner Ringen erinnere, waren die U-Bahnen selbst mit Wartezeit meist die deutlich schnellere Alternative.

Später war meine erste Arbeitsstelle so nah an meiner Wohnung, dass auch hierfür kein Auto notwendig war. Das ließ sich erst mit dem Wechsel meines Jobs damals nicht mehr verhindern. Hier bei mir ist der öffentliche Personennahverkehr nämlich nicht mal im Ansatz so gut ausgebaut wie in Köln und jede Fahrt wird zu einem regelrechten Erlebnis. Straßenbahnen gibt es bei uns seit Jahrzehnten nicht mehr, weil irgendwann vor Urzeiten mal ein ganz intelligenter Verkehrsplaner die Meinung vertrat, dass Straßenbahnen zu teuer seien und keine Zukunft hätten. Stattdessen setzte man hier ausschließlich auf Busse.

Das Ende der Geschichte ist, dass die Busse aber auch nicht gerade günstig waren, weswegen die Strecken hier nicht optimal abgedeckt sind. Wenn man nicht gerade an einen der Hauptverkehrsknoten muss, der in regelmäßigen 10- oder 20-Minuten-Abständen von Bussen angefahren wird, ist man oft stundenlang mit dem Bus unterwegs, um von einem Punkt der Stadt zu einem anderen zu gelangen. Nach 19 Uhr wird es noch dramatischer und am Wochenende kann man es eigentlich komplett vergessen, auf den Bus angewiesen zu sein. Da werden selbst die Hauptstrecken nur alle 30-60 Minuten befahren, obwohl die Busse dann oft voll ausgelastet sind.

Man kommt hier also um ein Auto nicht herum. Wobei es für manche Leute schon ausreicht, nur ab und zu Zugriff auf ein Auto zu haben. Dann stellt sich aber schon wieder die Frage, ob es wirtschaftlich Sinn macht, sich ein Auto zuzulegen. Man hat dann die Wahl zwischen einem unzuverlässigen und schlecht ausgebauten Bus-Verkehr oder einem Auto, dass im ständigen Unterhalt eigentlich viel zu teuer ist und sich für die gelegentlichen Fahrten kaum lohnt.

Genau für solche Leute können dann die neuen Car-Sharing-Services interessant sein, die inzwischen in immer mehr Städten auftauchen. Die sind euch bei euch vielleicht auch schon aufgefallen. Hierbei handelt es sich um Fahrzeuge, die am Straßenrand stehen und von euch bei Bedarf gemietet bzw. gefahren werden können. Ihr fahrt, wohin ihr wollt, stellt am Zielort euer Fahrzeug ab und der nächste kann es dann ab dort weiter nutzen. Hierfür werden dann pauschal Beträge fällig. Manche Anbieter rechnen pro Minute oder Stunde ab, andere nach Kilometern. Das kann man sehr schön beim Carsharing Vergleicher sehen. Der Vorteil bei dieser Art der Automiete ist einfach, dass man wirklich nur dann für ein Auto zahlt, wenn man es nutzt. Für Menschen, die nur gelegentlich fahren oder regelmäßig nur kurze Strecken zurücklegen, kann sich das in der Tat lohnen, da in den Kosten alles enthalten ist.

Gibt es solche Car-Sharing-Services auch schon in eurer Stadt? Habt ihr einen solchen Dienst schonmal genutzt? Oder könntet ihr euch überhaupt die Nutzung solcher Autos generell vorstellen? Oder würdet ihr euer eigenes Auto auf keinen Fall missen wollen?

Foto: DN / pixelio.de

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