Strom ist halt kein Einkaufswagen

StromzaehlerFrüher habe ich mich nie besonders für Strom interessiert. Er kam halt aus der Steckdose, wenn man ihn brauchte, um ein Gerät zu betreiben. Wie hoch der Stromverbrauch eines Gerätes war und wie viel das letztlich hochgerechnet kostete, interessierte vor ein paar Jahren noch keinen Menschen so richtig. Wenn überhaupt, war das bei manchen Küchengeräten, vor allem dem Kühlschrank von Interesse.

In den letzten Jahren hat sich das radikal geändert, und zwar nicht nur bei mir. Der Strom ist immer teurer geworden, wodurch die Menschen auch sensibler für dieses Thema geworden sind. Ist ja nichts Neues. Erst wenn es ans Portemonnaie geht, werden wir so richtig hellhörig. Wie früher, als Einkaufswagen hinter der Kasse noch wild in den Supermärkten abgestellt wurden – bis man plötzlich 1 Euro Pfand zahlen musste. Auf einmal wurden die Wagen ordentlich wieder zurückgebracht, denn wer hat schon einen Euro zu verschenken?

Und so lief es auch beim Strom. Als er erst einmal so teuer war, dass man es deutlich in der Geldbörse spürte, beschäftigte man sich plötzlich damit. Inzwischen wird bei Geräten sogar oft mit stromsparenden Eigenschaften geworben. Doch während der Pfand bei den Einkaufswagen auf einem einheitlichen Level bleibt, steigt der zu zahlende Strompreis von Jahr zu Jahr munter weiter, um den Aus- bzw. Umbau der Stromnetze hin zu mehr regenerativen Energien voranzutreiben. Denn während es früher den meisten Menschen egal war, woher der Strom kam, wird spätestens seit dem Unglück von Fukushima von vielen Wert darauf gelegt, auf Atomstrom so weit es geht zu verzichten. Und wenn es nur ist, um das eigene Gewissen zu beruhigen.

Nun geht man von Seiten der Politik zwar inzwischen dagegen vor, die Preissteigerungen beim Strom ausufern zu lassen, allerdings zielen die Maßnahmen fast ausschließlich auf eine Entlastung von Firmen. Der Privatverbraucher schaut hingegen in die Röhre.

Ich selbst bin inzwischen dazu übergegangen, bei der Neuanschaffung von Geräten tatsächlich darauf zu achten, dass diese möglichst stromsparend im Verbrauch sind. Das machte sich in den vergangenen Jahren dann auch deutlich am Zählerstand bemerkbar. Andererseits kann man ja nicht immer neue Geräte anschaffen, um den steigenden Strompreisen entgegenzuwirken. Deswegen bin ich zusätzlich dazu übergegangen, die Preise der verschiedenen Stromanbieter zu vergleichen. Die Preisunterschiede sind da teilweise enorm. Wer will, kann sich ja beispielsweise mal hier informieren. Es gibt Anbieter, die feste Pakete anbieten, womit man eine Menge sparen kann, wenn man seinen Verbrauch relativ gut kennt. Andere setzen auf einen Mix unterschiedlicher Strom-Arten, um uns Verbraucher zufriedenzustellen. Wie gesagt, da muss man einfach seine eigenen Prioritäten setzen.

Was macht ihr gegen steigende Strompreise? Vergleicht ihr Strompreise? Oder bleibt ihr aus Bequemlichkeit lieber immer beim gleichen Anbieter, egal was es kostet? Achtet ihr bei der Neuanschaffung von Geräten auf deren Stromverbrauch, oder spielt das für euch keine Rolle?

Foto: Andreas Morlok / pixelio.de

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