Bist du ein Genießer?

SchokoladeWer meinem privaten Profil auf Facebook folgt oder mich tatsächlich privat kennt, wird wissen, dass ich gerne Essen gehe. Dahingehend bin ich ein richtiger Genuss-Mensch und probiere gerne unterschiedliche Lokale, Restaurants und Brauhäuser mit unterschiedlicher Ausrichtung und unterschiedlichsten Gerichten aus. Das sieht man mir glücklicherweise nicht allzu deutlich auf den Hüften an. Neben dem Hobby „Essen gehen“ koche ich hin und wieder aber auch gerne selbst, oder probiere ausgefallene Genussmittel. Das Wort „ausgefallen“ bezieht sich dabei nicht darauf, dass es völlig abwegige Waren wären, sondern einfach darauf, dass diese halt nur nicht in jedem Supermarkt um die Ecke verfügbar sind.

Den Unterschied zwischen Supermarkt und sonstigen Quellen habe ich bereits früh als Kind gelernt. Meine Großeltern hatten einen eigenen Garten, in dem viel frisches Obst und Gemüse angebaut wurde. Und natürlich schmeckte das Essen frisch aus dem Garten spürbar anders -und besser- als der Kram aus dem Laden, der auf Wirtschaftlichkeit hin optimiert war. Erdbeeren, die nach Erdbeeren und nicht nach Wasser schmeckten, Kohlrabi, der eine natürliche „Würze“ entwickelte, selbst aufgesetzter Apfelkompott aus frischen Äpfeln vom Baum – es war herrlich, auch wenn ich das leider erst im Nachhinein so richtig zu schätzen wusste.

Ähnlich erging es mir mit Schokolade. Klar, die haben wir NICHT im Garten angebaut. Aber bei uns in der Stadt gab es eine kleine, feine Pralinerie, in der original belgische Pralinen hergestellt wurden. Ja, der Spaß war nicht ganz billig, aber umso mehr haben wir uns immer gefreut, wenn meine Eltern dort wieder eine Schachtel mit frischen Pralinen gekauft hatten. Diese Pralinerie hat mich quasi „verdorben“, denn seither kann ich mit all diesen fertigen Pralinenmischungen aus den Märkten einfach nichts anfangen. Die können noch so teuer und „erlesen“ sein, sie schmecken immer nach Konservierungsstoffen und oft auch irgendwie nach „Pappe“.

Bei Tafel-Schokolade ist es noch nicht ganz so schlimm. Wobei auch da der Unterschied schmeckbar ist. Früher kannte ich nur die Schokoladen-Tafeln aus dem Supermarkt und fand sie völlig in Ordnung. Irgendwann stieß ich dann im Internet auf Seiten, auf denen Schokolade abseits des typischen Supermarkt-Mainstreams angeboten wurde. So wie auf Vidamo, wo es neben Schokolade zum Beispiel auch ausgewählte Zigarren und Spirituosen gibt. Für mich war aber damals die Schokolade das Interessanteste. Schön finde ich, dass die Produkte dort nicht nur einfach dargestellt werden, sondern auch ausführlich die Besonderheiten der verschiedenen Marken und Sorten sowie die historische Entstehungsgeschichte gezeigt werden.

Natürlich sind solche Produkte in der Regel teurer als das Zeug aus dem Supermarkt. Dafür werden oft auch ganz andere Zutaten verwendet, die der alternativen Schokolade dann auch einen ganz anderen Geschmack geben als die süße Pampe aus dem Supermarkt. Zudem hat sich mein Ess-Verhalten bezüglich Schokolade in den letzten Jahren deutlich geändert. Früher habe ich so eine Tafel einfach hinuntergeschlungen. Heute esse ich weniger Schokolade, dafür aber mit mehr Genuss. Insofern ist es dann auch in Ordnung, wenn 100g alternativer Schokolade teurer sind als 100g Supermarkt-Schokolade, solange es ein anderer, besserer Geschmack rechtfertigt.

Gönnt ihr euch hin und wieder auch mal etwas „Besonderes“? Wenn ja, was? Und merkt ihr da einen Unterschied zu alltäglichen Waren „von der Stange“?

Foto: Timo Klostermeier / pixelio.de

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