Sind Zigaretten das Bier und Zigarren der Wein der Raucher?

ZigarrenZum Anfang eines Jahres nehmen sich viele Menschen gute Vorsätze für das vor ihnen liegende Jahr vor. Ein gerne genommener Vorsatz ist es, mit dem Rauchen aufzuhören. Einige schaffen es, andere nicht. Dass es nicht unmöglich ist, habe ich in meiner Familie mehrmals erlebt. Wobei das in den Fällen keine guten Neujahrsvorsätze waren, sondern jeweils andere Gründe hatte.

Ich selbst bin Zeit meines Lebens Nichtraucher. Allerdings einer, der nichts gegen Raucher hat. Mein Vater hat selbst immer recht viel geraucht, weswegen ich da wohl eine gewisse Toleranz entwickelt habe. Teilweise gibt es da zwischen manchen Rauchern und Nichtrauchern ja richtige „Grabenkämpfe“, wie der derzeit aktuelle Fall des Landgerichts Düsseldorf zeigt, in dem entschieden werden muss, ob ein Kettenraucher aus seiner Wohnung gekündigt werden darf, wenn er so massiv raucht, dass sich die Nachbarn bereits vom Geruch / Gestank gestört fühlen. Eine Situation, in der ich mit Qualm nicht belästigt werden möchte, ist beim Essen. Aber das sehen ja sogar die meisten Raucher ganz ähnlich, weswegen man sich da eigentlich nie in die Quere kommt.

Allerdings ist mir im Laufe der Zeit schon aufgefallen, dass es auch unter Rauchern verschiedene Gruppen gibt:

Da gibt es zum einen die richtigen Sucht-Raucher oder Kettenraucher, welche immer wieder plötzlich den Drang verspüren, eine Zigarette rauchen zu müssen. Dann gibt es diejenigen Menschen, die vielleicht sogar grundsätzlich mit dem Rauchen aufhören könnten, aber unter Druck und Stress dann doch wieder zum Glimmstengel greifen – typische Stressraucher. Und dann kenne ich noch Raucher, die wirklich nur in Gesellschaft mit anderen Rauchern rauchen, z.B. auf Partys – die Party-Raucher.

Und dann gibt es da ja auch noch die Genuss-Raucher. Diese greifen aber beim Thema „Genuss“ in der Regel nicht zu Zigaretten, sondern eher zu Pfeifen oder Zigarren. Gerade Zigarren haben ja auch immer so einen gewissen edlen, exquisiten Touch. Das erkennt man auch stets recht schnell, wenn man sich beispielsweise auf Seiten zum Thema Zigarren umschaut.

Während bei Zigaretten in der Werbung oft die Motive (persönlicher) „Freiheit“ oder „Spaß“ in den Vordergrund gerückt werden, werden Zigarren ähnlich wie Wein behandelt. Da geht es dann um das Alter der Zigarren, sie werden in edlen Boxen aufbewahrt, die für eine optimale Aufbewahrung garantieren, die „Zutaten“ werden in den Vordergrund gerückt und jede Zigarre hat ihren ganz eigenen Geschmack, der ähnlich wie bei Weinproben analysiert und aufgeschlüsselt wird. Nicht zuletzt ist es oft so, dass gute Zigarren ähnlich wie guter Wein ihren Preis haben und daher nur zu besonderen Anlässen geraucht werden.

Man könnte also sagen, dass Zigaretten das Bier und Zigarren der Wein der Raucherwelt sind, oder? Seid ihr eigentlich Raucher? Oder wart ihr mal einer und habt erfolgreich aufgehört? Welcher Gruppe würdet ihr euch als Raucher zuordnen? Oder wie steht ihr als Nichtraucher zu Rauchern – stören die euch, oder könnt ihr mit ihnen leben? Und unabhängig davon, ob ihr nun Raucher seid oder nicht, habt ihr auch das Gefühl, dass Zigarren von ihrer öffentlichen Wahrnehmung ganz anders behandelt werden als Zigaretten? Zurecht?

Foto: sven@e7o.de / pixelio.de

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