Handys gegen Smartphones, die wie Autos mit Wasserwaagen sind

Frau mit HandyManchmal ist es schon sonderbar, wenn Technik die Menschen regelrecht in Lager spaltet. Bei einer Waschmaschine käme wohl kaum jemand von uns auf die Idee, sich mit jemand anderem darüber zu streiten, welches denn nun wohl die beste und einzig wahre Marke unter den Waschmaschinen-Herstellern ist. Bei Autos sieht die Sache schon anders aus. Für einige nur Mittel zum Zweck, nämlich zum Fahren von A nach B, ist ein Auto für viele Menschen gleichzeitig auch ein Status-Symbol, das etwas über sie aussagt. Dementsprechend hitzige Diskussionen kann es da teilweise zwischen Fahrern aus verschiedenen Lagern geben.

Ähnlich verhält es sich auch mit Smartphones. Obwohl man sie als reine Nutzgegenstände sehen könnte, hat sich bei vielen Menschen ein regelrechter Hype entwickelt. In diesem Bereich teilt er sich sogar auf mehrere Faktoren auf! Zum einen gibt es Lager bezüglich der Hersteller der Telefone, wie z.B. Apple, Samsung, LG, HTC, Nokia und andere. Zum anderen gibt es aber in diesem Bereich auch regelrechte “Grabenkämpfe” bezüglich der verwendeten Betriebssysteme der Handys, vor allem Apples iOS und Googles Android, mit Abstrichen auch Microsofts WindowsPhone.

Ich selbst hatte mit unterschiedlichen Herstellern und Betriebssystemen nie Berührungsängste. So war mein erstes Smartphone eines mit Windows-Betriebssystem (damals noch Windows Mobile 6.x). Im Laufe der Zeit machte ich dann sowohl Bekanntschaft mit iOS als auch diversen Android-Geräten. Natürlich gibt es da Unterschiede zwischen den Geräten, aber ich persönlich könnte niemals eines der Betriebssysteme zum “einzig wahren” erklären. Es kommt -wie so oft im Leben- vor allem darauf an, was der Benutzer am Ende damit anstellen möchte. Verschiedene Bedürfnisse haben eben unterschiedliche Lösungen.

Und dann gibt es ja auch noch Menschen wie meinen Kollegen. Der hat von seiner Tochter ein iPhone bekommen. Das liegt derzeit allerdings nur daheim in der Schublade. Stattdessen nutzt er weiterhin sein altes Nokia Handy. Ihr wisst schon, diese alten, “unkaputtbaren” Knochen, die einem auf den Boden fallen können und danach trotzdem noch einwandfrei funktionieren. Mit denen man noch zwei Wochen lang telefonieren konnte, wenn der Akku auf unter 30% gefallen war. Man kann damit telefonieren und SMS schreiben. Und einen einfachen Kalender hat das Ding natürlich auch. Es hat im Prinzip also alles, was mein Kollege so braucht. Er hat eigentlich kein echtes Bedürfnis nach einem Smartphone.

Und trotzdem juckt es ihn in den Fingern. Irgendwie haben es diese kleinen Smartphones einfach geschafft, selbst dann neugierig auf sich zu machen, wenn man meint, sie gar nicht zu benötigen. Sie lösen quasi Probleme, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass wir sie haben. Ständiger Zugriff auf E-Mails? Synchroner Kalender auf dem Desktop-PC und Smartphone? Eine Wasserwaagen-App? Alles Dinge, die er nicht unbedingt wirklich braucht, die aber auch nicht schaden können, wenn man sie hat.

Problematisch ist bei meinem Kollegen nur, dass so ein Smartphone zur sinnvollen Nutzung immer wieder eine Anbindung ans Internet benötigt. Da sein Nokia-Knochen mit dem Internet nichts am Hut hatte, hat er auch keinen entsprechenden Tarif. Den hat er sich für sein iPhone stattdessen nun bei Simyo bestellt und wartet nun aufgeregt auf die Zustellung der SIM-Karte. Zwar war er schon vorher bei Simyo und hat gute Erfahrungen mit denen gemacht, da war sein Tarif aber noch voll auf Telefonie und SMS ausgelegt. Eine neue SIM-Karte soll es nun sein, weil er an der alten nicht herumschneiden möchte, um sie auf iPhone-Größe zu bekommen. Stattdessen lässt er sich nun eine in passendem Format zuschicken. Denn immer nur im heimischen WLAN das iPhone nutzen zu können, ist dann auf Dauer nun wirklich nicht das Wahre.

Den alten Knochen von Nokia will er überdies trotzdem behalten. Einen SIM-Karten-Adapter hat er sich in weiser Voraussicht bereits bestellt. Kann ja auch nie schaden, so einen unverwüstlichen Backup für alle Fälle in der Schublade zu haben. Für alles andere hat er dann demnächst sein iPhone. Auch, wenn sonst mal keine Wasserwaage zur Hand sein sollte.

Gehört ihr auch einer bestimmten “Fraktion” oder Fan-Gruppierung an, was die Hersteller oder Betriebssysteme von Smartphones angeht? Wenn ja, warum, was sind eurer Meinung nach die Vorteile? Und wie war für euch damals die Umstellung vom Handy aufs Smartphone, was hat den Ausschlag gegeben? Oder gehört ihr vielleicht noch zu denjenigen Menschen, die den Smartphones trotzen und weiterhin ihr altes Handy oder gar kein Mobiltelefon nutzen?

Foto: Konstantin Gastmann / pixelio.de

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