Ausgefallene Stellenanzeigen für mehr Aufmerksamkeit der Bewerber

Es kommt nur noch selten vor, dass ich Zeitung lese. Meist bin ich über die einschlägigen Online-Newsportale schon schneller über Ereignisse informiert, als es eine Zeitung je sein könnte. Und da inzwischen auch mehr und mehr lokale Medien (Lokal-Zeitungen, Lokal-Radio, das Stadt-Fernsehen) ihre Inhalte -zumindest die wichtigsten- zeitnah ins Internet stellen, bin ich auch bezüglich lokaler Nachrichten über das Internet immer up to date.

Dennoch werfe ich hin und wieder noch einen Blick in die normalen Zeitungen, die zweimal pro Woche im Briefkasten liegen. Den Nachrichten-Teil blättere ich oftmals zügig durch, da mir diese „News“ meist schon bekannt sind. Interessant sind da vielmehr die hinteren Bereiche der Zeitung, die Kleinanzeigen. Hier und da findet sich mal ein Schnäppchen, oder es gibt gewollt oder ungewollt lustige Anzeigen in der Geburtstags-Rubrik, wo ich mich beim Lesen der gruseligen Reime manches Mal frage, ob es sich dabei um Vorlagen der Zeitungen handelt, in denen nur noch der Name ersetzt wird, oder ob Eltern und Verwandte wirklich so grausam sein können.

Neulich blieb ich beim Blättern in den Kleinanzeigen aber in einer ganz anderen Rubrik hängen, nämlich bei den Job-Anzeigen. Nicht, weil ich selbst auf der Suche nach einem neuen Job wäre, sondern weil ich mich gleich zwei mal über Anzeigen wundern musste:

jobanzeige_ipadDie erste Anzeige war ganz klar darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu erregen. Standard ist es hier bei uns jedenfalls bislang nicht, dass man ein iPad angeboten bekommt, wenn man einen Job annimmt. Da wunderte ich mich schon sehr, zumal hier bei uns in der Stadt die Arbeitslosenquote auf einem Niveau ist, wo man eigentlich der Meinung sein müsste, dass sicherlich auch genug Bewerbungen ohne das in Aussicht gestellte iPad hereinkommen müssten. Andererseits hat die Zeitarbeitsbranche natürlich auch nicht den besten Ruf, da muss man ggf. auch mal ein wenig improvisieren. Wobei es natürlich im Sternchentext an die Voraussetzung gekoppelt war, dass man das iPad erst nach einem halben Jahr Betriebszugehörigkeit -vermutlich also die Dauer der Probezeit- erhielt.

Aber in jedem Fall dürfte dem Ersteller der Anzeige die Aufmerksamkeit der Leser sicher gewesen sein, schließlich hatte es die Anzeige sogar geschafft, meine Aufmerksamkeit zu erhalten, obwohl ich noch nicht einmal auf entsprechender Jobsuche war. Ungewöhnlich war es auf jeden Fall. Oder habt ihr schon einmal eine ähnliche Anzeige bei euch in der Presse gesehen?

jobanzeige_funnyDie zweite Anzeige stand in der gleichen Ausgabe der Zeitung. Sie wäre mir ohne die iPad-Anzeige vermutlich gar nicht aufgefallen. Nachdem ich diese aber gelesen hatte, las ich beiläufig auch die übrigen durch und stieß eben auf jene hier, die ich euch ebenfalls nicht vorenthalten möchte. Sie ist natürlich nicht so „reißerisch“ wie die iPad-Anzeige, dürfte aber bei Leuten, die bewusst die Stellenanzeigen überfliegen, dennoch für Aufmerksamkeit gesorgt haben, da die Wortwahl eben mal so komplett anders war und eher an eine Kontaktanzeige als an eine Stellenanzeige erinnerte. Hier hatte es jemand mit Humor versucht, um sich von der Konkurrenz abzuheben und sich die Aufmerksamkeit der Leser zu sichern.

Eines wurde mir beim Lesen der Anzeigen jedoch schnell bewusst. Obwohl es in Deutschland viele Menschen ohne Job gibt, ist der Arbeitsmarkt nicht nur von den Bewerbern um die offenen Stellen umkämpft, sondern auch auf der anderen Seite durch Unternehmen, die um die Aufmerksamkeit von Bewerbern kämpfen… zumindest in den Zeitungen.

Das scheint mir auch verständlich, denn während sich früher eine solche Job-Anzeige in der Zeitung auf jeden Fall für das Unternehmen gelohnt hat, da praktisch alle, die einen Job suchten, auch in den Zeitungen die Anzeigen „gewälzt“ haben, sieht die Sache heute schon anders aus. Auch heute gibt es natürlich noch Leute, die primär in Zeitungen nach einem neuen Job suchen. Das sind allerdings nicht mehr so viele wie früher, so dass man sich um die Aufmerksamkeit der wenigen richtig kümmern muss, wenn die Anzeige sich denn für das Unternehmen lohnen soll.

Der Rest der Menschen hat auch hier das Internet für sich entdeckt. Entsprechende Job-Portale, auf denen sowohl Bewerber als auch Unternehmen sich darstellen und Jobs suchen bzw. vergeben können, gibt es inzwischen genug. Neben dem umstrittenen, aber dennoch oft genutzten Portal der Agentur für Arbeit haben sich auch einige Job-Portale wie z.B. Stepstone einen Namen gemacht. Vorteil solcher Online-Jobbörsen ist natürlich, dass man viel schneller und gezielter damit arbeiten kann. Als Job-Suchender gibt man ein, welche Art von Arbeitsstelle man sucht, wo bzw. in welchem Umkreis man diese sucht und schon bekommt man passende Ergebnisse präsentiert. So entfällt das lästige Aussortieren unpassender Anzeigen. Man muss nicht, wie bei einer Zeitung, 8 Seiten durchforsten, um am Ende nur ein oder zwei passende Anzeigen zur Hand zu haben, sondern bekommt sofort nur diejenigen präsentiert, die auf das zuvor gewählte Profil passen.

Nicht selten gibt es auf entsprechenden Job-Portalen noch nützliche Zusatzfunktionen, wie Job-Vorschläge oder „Alarm-Meldungen“, falls ein Job in der Datenbank aufgenommen wird, auf den das eigene Profil passt. Man hat quasi einen virtuellen Berater an der Hand, der einen unterstützt und freie Zeit schafft, die man dann nutzen kann. Während der eine noch in der Zeitung die Stellenanzeigen durchsucht, schreibt der andere bereits individuell passende Bewerbungen an die Wunsch-Unternehmen.

Seit ihr auch schon mal über ausgefallene Stellen-Annoncen in der Zeitung gestolpert, wie die oben abgebildeten? Oder sind euch ähnliche vielleicht auch schon im Internet begegnet? Und wie handhabt ihr das bzw. wie würdet ihr das bei der Job-Suche handhaben – liegt euer Fokus da eher auf Zeitungen, oder nutzt ihr dafür lieber Stellenportale im Internet? Warum ist das so?


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