Firefox ganz einfach schneller machen

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Firefox LogoObwohl der Browser Google Chrome inzwischen sehr beliebt ist, ist der Firefox weiterhin mein persönlicher Favorit unter den Web-Browsern. Den Internet Explorer nutze ich eigentlich immer nur dann, wenn ich Web-Projekte auf Kompatibilität mit dem Internet Explorer von Microsoft testen muss, oder wenn ich tatsächlich auf eine Seite gerate, die speziell für den IE „entwickelt“ wurde und bestimmte Funktionen dort nur zusammen mit diesem funktionieren – und ja, solche Seiten gibt es sogar heute noch… leider! Dann gibt es da auch noch den Browser Opera. Mit dem kann man ebenfalls gut arbeiten und er hat eine Menge sinnvoller Funktionen von Haus aus an Bord. Zudem war er bei vielen Funktionen Pionier und Vorreiter für die anderen Browser, die diese Funktionen dann im Laufe der Zeit übernahmen.

Meine Wahl für den Firefox liegt wohl in erster Linie darin begründet, dass ich ihn im Laufe der Zeit mit Addons perfekt auf meine individuellen Bedürfnisse angepasst habe. Mag sein, dass der Chrome eine Webseite 0,2 Sekunden schneller rendern kann, oder dass es mit Opera ebenfalls möglich ist, all das zu machen, was ich mit dem Firefox anstelle. Aber ihr kennt das sicherlich: wenn über die Jahre hinweg ein gewisser „Workflow“ entstanden ist und man mehr oder weniger blind weiß, wann der eigene Browser wie reagiert, wenn man die Tastaturkürzel im Schlaf beherrscht und genau weiß, an welcher Stelle der zig Untermenüs sich welche Option befindet, dann wechselt man nicht einfach so leichtfertig den Browser.

Warum wird der Firefox im Laufe der Zeit immer träger?

Dennoch hat natürlich auch der Firefox seine Macken. Für die bin ich allerdings teilweise selbst verantwortlich. Eine davon ist, dass er im Laufe der Zeit spürbar träger wird. Da hilft es dann auch nicht, wenn man den PC mal neu startet oder den Browser-Cache löscht. Wie kommt das? Nun, die Antwort ist eigentlich ganz simpel. Der Firefox ähnelt ein wenig WordPress oder Windows. Alle Optionen und Einstellungen werden vom Firefox in einer Datenbank gespeichert. Darunter fallen auch die Einstellungen von Addons.

Wenn man nun im Laufe der Zeit viele Addons ausprobiert, bläht das die Datenbank natürlich auf. Dummerweise verhält sich der Firefox beim Löschen von Addons aber genauso wie z.B. die gerade bereits erwähnten WordPress und Windows. Zwar werden beim Löschen des Addons -im besten Fall- auch dessen Einstellungen gelöscht, der Platz in der Datenbank wird dann aber nicht wieder freigegeben. Stattdessen bleibt quasi ein „Loch“ in der Datenbank zurück, in welches keine anderen Daten geschrieben werden können. Die Datenbank wird also durch das Löschen von Addons nicht wieder kleiner, wächst aber mit jedem neuen Addon an. Dadurch bläht sie im Laufe der Zeit immer weiter auf und wird dadurch natürlich auch etwas „träger“ bei der täglichen Arbeit.

Wie bekomme ich die Firefox Datenbank wieder klein?

Es gibt jedoch einen Weg, diesen freien, aber gesperrten Speicherplatz wieder freizugeben und zu löschen, so dass die Datenbank wirklich wieder kleiner wird. Das hat dann zur Folge, dass das Firefox-System insgesamt spürbar wieder an Tempo zulegt. Es ist eine Art Defragmentation, wie ihr sie vielleicht von Windows kennt. Wie stark sich das bemerkbar macht, hängt natürlich immer davon ab, wie viele Addons ihr im Laufe der Zeit bereits ausprobiert und wieder gelöscht habt.

Um die Datenbank „aufzuräumen“ bzw. zu verkleinern, geht ihr folgendermaßen vor:

  1. Zunächst könnt ihr noch einmal schauen, ob es etwas in eurem Firefox zu entrümpeln gibt. Sind da noch unbenötigten Plugins oder Addons vorhanden? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich davon zu trennen.
  2. Anschließend öffnet ihr die sog. „Browser-Konsole“ des Firefox. Die erreicht ihr entweder über das Firefox-Menü (Extras > Web-Entwickler > Browser-Konsole) oder einfach über die Tastenkombination „Shift + Strg + J“. Es öffnet sich eine Konsole auf eurem Bildschirm.
  3. Diese Konsole hat in ihrem unteren Bereich eine Eingabezeile. In diese Zeile gebt ihr den folgenden, einzeiligen Befehl ein:

    Components.classes[„@mozilla.org/browser/nav-history-service;1“].getService(Components.interfaces.nsPIPlacesDatabase).DBConnection.executeSimpleSQL(„VACUUM“);

    Im Zweifel könnt ihr diese Zeile natürlich auch einfach kopieren und in eure Konsole einfügen. Ein Druck auf die Enter-Taste startet den Befehl. Dann werden die gesperrten Bereiche eurer Datenbank freigegeben und mit dem Vacuum-Befehl gelöscht, die übrigen Bereiche der Datenbank zusammengefasst und somit eure Datenbank effektiv verkleinert / „vakuumisiert“. Das dauert einen Moment, also bekommt keine Angst, wenn der Browser ein paar Sekunden einfriert.

  4. Das war es schon. Ihr könnt die Konsole nun wieder schließen. Je nachdem, wie aufgebläht eure Datenbank bislang mit „Karteileichen“ war, werdet ihr künftig einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs feststellen können. Insbesondere solle auch der Start des Browsers schneller von statten gehen.

Ich nutze diese Methode inzwischen selbst regelmäßig bei meinem Firefox. Dadurch sind die Geschwindigkeitszuwächse zwar nicht mehr so gut festzustellen, aber dafür sammelt sich der verstopfende Müll in der Datenbank erst gar nicht an. Dennoch muss ich, da wir ja in Deutschland sind, natürlich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich keine Haftung für Schäden übernehme, die ggf. durch die Durchführung dieses Tipps entstehen.

Kanntet ihr diesen Trick schon? Und nutzt ihr überhaupt den Firefox als Browser? Oder habt ihr einen anderen Favoriten? Welcher ist euer Lieblings-Browser, und warum ist das so?

Firefox-Logo: by Mozilla
[via]

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