Wie ich dank Tablet nach Weihnachten überraschend zum Arzt wurde

Wisst ihr, was an Weihnachten problematisch ist? Wenn Leute Geschenke bekommen, mit denen sie sich (noch) nicht auskennen. Wann das zum Problem wird? Wenn diese Leute wissen, dass ihr euch umso besser damit auskennt! Früher ging es nach den Festtagen für mich dann immer los. Da musste hier ein neuer PC eingerichtet werden und dort neue Software installiert werden. Oder der neue Drucker. Oder ein Scanner. TeamViewer -eine Software, um über das Internet auf andere PCs per Fernwartung zugreifen zu können- gab es damals noch nicht, so dass man solche Dinge wirklich immer persönlich vor Ort machte.

Inzwischen stellt sich dieses Problem nicht mehr allzu häufig. Zum einen gibt es halt inzwischen TeamViewer, zum anderen werden aber auch spürbar weniger PCs genutzt. Vielmehr stehen inzwischen Smartphones und Tablets zuerst auf den Wunschzetteln und wenig später auf dem Gabentisch. Grundsätzlich sind die Dinger -wie wir alle wissen- recht einfach in der täglichen Handhabung und oftmals relativ selbsterklärend und intuitiv in Sachen Bedienung. Trotzdem will auch ein solches Gerät erst einmal eingerichtet werden. Und für Menschen, die sonst recht wenig damit am Hut haben, stellen Dinge wie das Einbinden des Geräts ins eigene WLAN oder die Verknüpfung mit Benutzer-Konten dann eben doch immer noch ein Buch mit sieben Siegeln dar.

Und so wunderte ich mich zunächst nicht, als nach Weihnachten mein Telefon klingelte, und ein Freund von mir nachfragte, ob ich ihm bei seinem neuen Tablet helfen könnte. Doch es sollte alles ganz anders kommen als gedacht:

Denn entgegen meiner Vorstellung ging es nicht darum, das Tablet -ein Samsung Galaxy Tab 3- einzurichten. Das hatte er selbst schon soweit hinbekommen. Vielmehr ging es darum, die Galaxy Tab 3 10 Zoll Displayschutzfolie auf dem Gerät anzubringen. Da hatte er sich ja genau den richtigen Helfer ausgesucht, bin ich bei solchen Sachen doch für meine zwei linken Hände bekannt. Er aber auch, weswegen er mir da eher zutraute, zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen. Naja…

Grundsätzlich sind solche Folien keine schlechte Idee, um die modernen Displays zu schützen. Trotz besonders strapazierfähigem Gorilla-Glas sind die Displays nämlich nicht gegen Kratzer immun. Dies gilt vor allem auch für den Haushalt meines Freundes, in welchem das Tablet nicht nur von ihm und seiner Frau, sondern hin und wieder wohl auch von der sechsjährigen Tochter genutzt werden soll.

Wir schauten uns also die Folie zunächst an. In der Packung lagen drei Stück. Kenne ich so auch von den Folien, die man sich für sein Handy kaufen kann. Zum einen hat man dann welche zum Wechseln, wenn die anderen nach intensiver Nutzung mal „verschlissen“ sind, zum anderen hatten wir so aber auch drei Chancen, wenigstens eine der Folien gut anbringen zu können. Das sorgte bei mir für ein wenig innere Ruhe.

Dennoch war ich etwas nervös. Ein Spatel oder ein Tuch, welche man beim Anbringen solcher Folien sonst gerne nutzt und als Beigabe erhält, waren in der Packung leider nicht vorhanden. Das war aber kein Drama, schließlich lässt sich inzwischen in wahrscheinlich fast jedem Haushalt ein fusselfreies Mikrofasertuch finden. So auch bei meinem Freund. Zur Not hätte ich aber auch noch mein Brillenputztuch gehabt.

Dann ging es los. Wir schauten uns die Passform der Folie an. Sie war richtig gut zugeschnitten. Das hieß zum einen, dass sie sich später -bei guter Platzierung- nahezu nahtlos integrieren würde und keine hässlichen Ränder überstehen würden. Es hieß aber auch, dass man nicht viel Spielraum hatte, wenn man die Folie falsch ansetze. Und genau davor hatte ich ein wenig Angst. Ganz ehrlich, es artet bei mir oft schon bei meinem 4,7 Zoll Handy in Frickelei aus, solche Folien anzubringen. Und hier hatten wir eine mehr als doppelt so große 10 Zoll Folie vor uns.

Es muss wohl ein Bild für die Götter gewesen sein, wie wir zwei gestandenen Männer da um den Tisch herum standen, das Licht über dem Tisch wie bei einer OP, vor uns der „Patient“ Tablet. Wir besprachen das Vorgehen, wie und wo man die Folie wohl am besten ansetzen könnte, ob das alles so stimmt, wie es in der den Folien beigelegten Anleitung stand, und dass wir die Bildung von Bläschen im Zentrum des Displays unbedingt vermeiden mussten.

Irgendwann konnten wir es mit Planungen, skizzierten Taktiken und Argumentationen nicht länger hinauszögern und begriffen, dass wir nun zur Tat schreiten mussten. Und was soll ich sagen? Es klappte wunderbar. Die extrem gute Passform war sogar ein echter Vorteil, denn so konnten wir die Folie an der einen Seite ansetzen und „in einem Rutsch“ langsam, aber gleichmäßig über das Display bis hin zur anderen Seite auftragen, wo sie passend abschloss.

Lediglich am Rand hatten sich einige kleinere Blasen gebildet, die wir aber mit dem Tuch und einer Bank-Karte als Spatel-Ersatz weitestgehend entfernen konnten. So gut hätte ich es gerne mal auf meinen Handys hinbekommen. Vielleicht sollte ich diese „Projekte“ künftig auch nur noch mit meinem Freund zusammen in Angriff nehmen. Die Folien-Doktoren!

Das Ergebnis jedenfalls überzeugt absolut. Die Leuchtkraft des Displays wird durch die Folie nicht beeinträchtigt, lediglich beim Überfahren des folierten Displays mit dem Finger merkt man ein klein wenig mehr Widerstand, da man nun eben über Folie statt über Glas reibt. Das bleibt aber alles absolut im Rahmen. Jetzt darf auch seine Tochter ab und zu unter Aufsicht mit dem Tablet spielen.

Musstet ihr früher auch immer Computer einrichten? Oder habt ihr euch jemanden kommen lassen? Wie handhabt ihr das heutzutage mit Schutzfolien für eure Tablets und Handys? Klappt das Anbringen der Folien problemlos, oder habt ihr da auch den Angstschweiß auf der Stirn? Oder reichen euch Handy-Taschen? Oder überlasst ihr euer Technik-Spielzeug gar „ungeschützt“ euren Händen? Sind euch kleinere Kratzer auf dem Display im Laufe der Zeit vielleicht sogar egal, oder wollt ihr diese unter allen Umständen vermeiden?


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