Wer die Wahl hat…

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Wahlzettel„Wer die Wahl hat, hat die Qual“, heißt es in einem bekannten Sprichwort. Und bald haben viele von uns wieder die Wahl, da die Bundestagswahl vor der Tür steht. Wenn ich mich im Freundes- und Bekanntenkreis umhöre oder auch im Internet in manchen Blogs mitlese, dann scheint genau diese Wahl in diesem Jahr für viele eine echte Qual zu werden. Kaum jemand kann sich so recht entscheiden – leider nicht, weil die Optionen alle besonders attraktiv sind, sondern eher, weil das Gegenteil der Fall ist.

So verwundert es nicht, dass so mancher keine Lust mehr darauf hat, aus mehreren angebotenen Optionen das geringste Übel zu wählen. Selbst der Horst, bekanntlich ein durchaus politisch interessierter Mensch, hat angekündigt, zum ersten Mal in seinem Leben nicht zu wählen. Eine, wie ich finde, traurige Entwicklung, welche da zu beobachten ist.

Ich werde auch in diesem Jahr wieder wählen. Die Briefwahlunterlagen liegen schon hier. Aber auch ich muss gestehen, dass ich mir lange Gedanken gemacht habe und teilweise immer noch mache. Auch wenn die Liste mit den Parteien auf den ersten Blick lang ist, einen eindeutigen Favoriten, mit dem ich mich zu 100% voll identifizieren kann, gibt es nicht. Hier und da gibt es Schnittmengen mit den Parteien, mit einigen mehr, mit anderen weniger. Auf der anderen Seite stehen da jedoch auch bei jeder Partei genügend negative Punkte gegenüber, wo ich mit den Zielsetzungen oder Ausrichtungen nicht einverstanden bin.

Nun gut, das allein ist nicht verwunderlich, denn eine absolute perfekte Partei wird man wohl selten finden. Irgendetwas sieht man sicherlich immer anders. Problematisch ist, wenn ich die Berichte der Blogger und aus dem Freundeskreis richtig deute, dass diese negativen Aspekte bei den Parteien inzwischen Überhand genommen haben. Es sind eben nicht mehr nur ein paar Kröten, die man als Wähler schlucken muss, sondern oftmals ein ganzer Kröten-Teich, den man bei den diversen Parteien vorfindet.

Viele haben da das Gefühl, dass sie nicht mehr die beste Alternative, sondern allenfalls das kleinste Übel wählen. Dies ist natürlich eine katastrophale Aussicht, welche nicht gerade dazu motiviert, an der Bundestagswahl teilzunehmen. Vor allem in Kombination mit dem immer weiter um sich greifenden Gefühl der Ohnmacht, dass man gegenüber der Politik ja eh machtlos ausgeliefert ist. Oft gehörtes Zitat in dem Zusammenhang: „Die machen ja eh alle, was sie wollen, solange der Geldkoffer der Lobby nur gut genug gefüllt ist.“ Da kann man die Entscheidung der Nichtwähler schon nachvollziehen und die Gegenargumente werden immer weniger und schwieriger zu finden.

Wie werdet ihr es handhaben? Werdet ihr dieses Jahr wählen? Aus Überzeugung? Als Stammwähler? Habt ihr euch vorab über die Parteien und ihre Programme informiert? Gibt es Argumente, mit denen ihr versucht, potentielle Nichtwähler vom Gegenteil zu überzeugen? Oder habt ihr euch ebenfalls entschieden, dieses Jahr zu den Nichtwählern zu gehören? Aus welchen Gründen? Was müsste sich ändern, damit ihr (wieder) wählen gehen würdest?


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