Die Krux mit den Wohnungen

WohnungssucheNeulich bin ich auf dem Heimweg an zwei Häusern vorbeigefahren, die nebeneinander stehen und bei denen jeweils eine Information angebracht war, dass dort Wohnungen zu vermieten waren. Hin und wieder sieht man zwar hier in der Stadt diese Schildchen an Fenstern hängen, aber zwei direkt nebeneinander -noch dazu von unterschiedlichen Vermietern / Maklern- war doch ein ungewöhnlicher Anblick.

Wobei es hier in Mönchengladbach nicht allzu schwierig ist, eine Wohnung zu finden. Nur werden die normalerweise eher in den einschlägigen Zeitungs-Annoncen beworben und eher selten mit Schildern an den Hauswänden. Während meiner Studenten-Zeit in Köln habe ich aber auch erlebt, dass es Städte gibt, in denen es ganz anders zugeht. Köln ist eine typische Uni-Stadt mit vielen kleinen Wohnungen zu gerne mal unverschämt teuren Preisen. Und trotzdem gibt es auf solche Wohnungen, die eher etwas zu großen Abstellkammern gleichen, regelmäßig einen Haufen Bewerber, von denen sich der Vermieter dann einen aussuchen kann.

Der Wohnraum um die Universität herum ist eben knapp, die Anzahl der Studierenden hingegen nicht. Das alte Spiel mit Angebot und Nachfrage. Ich selbst war damals übrigens -wie viele andere- Pendler und bin lieber morgens und abends eine Stunde mit dem Zug zwischen Uni und Heimat gependelt. Einige hatten sich damals auch einfach eine deutlich günstigere Wohnung irgendwo in der erweiterten Umgebung gesucht. Sie waren quasi „Pendler light“. Aber es war schon erstaunlich, wie viel Geld man sparen konnte, indem man einfach bereit war, zusätzlich noch 15 oder 20 Minuten Zugfahrt in Kauf zu nehmen – dort waren Wohnungen nämlich relativ leicht und vergleichsweise günstig zu bekommen.

Deswegen erstaunt es mich immer wieder, wenn ich irgendwo höre oder lese, dass in Deutschland eine allgemeine Wohnungsnot herrsche und man dringend weitere Häuser bauen müsse. Meist kommen solche Kommentare ja aus der Ecke von Unternehmen, die am Bau von Häusern mitwirken und entsprechend daran verdienen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Neulich las ich dann einen Artikel in der Zeitung, in welchem mehrere unabhängige Experten mich in meiner Ansicht bestärkten und feststellten, dass es in Deutschland eben keine allgemeine Wohnungsnot gäbe. Vielmehr kann es lediglich punktuell -wie z.B. in Köln erlebt- vorkommen, dass es mal mehr Bewerber als Wohnungen gibt, was dann aber durch das Umland ausgeglichen wird.

Erstaunlicherweise ist laut den Experten aber gerade in den Großstädten ab einer halben Million Einwohner ein Trend zu beobachten, dass dort immer weniger neue Wohnungen gebaut werden, wohingegen neue Wohnungen in kleineren Städten förmlich aus dem Boden sprießen. Da stellt sich die Frage, ob man das Angebot in Großstädten absichtlich verknappen will, um die Mietpreise dort hochhalten zu können. Von daher habe ich mir mal das Wohnungsangebot einer typischen deutschen Großstadt mit ziemlich genau 500.000 Einwohnern angesehen. Da meine Heimat mangels Einwohnern hierfür nicht infrage kommt, habe ich mir stattdessen das Angebot für freie Mietwohnungen in Hannover angesehen. Ich habe mich absichtlich für Hannover entschieden, da die Stadt größenmäßig ziemlich genau bei einer halben Million Einwohner liegt und gleichzeitig -abgesehen von Messen, die aber in dem Fall keine Rolle spielen- nicht künstlich gehyped wird.

Und was soll ich sagen? In Hannover gibt es ein großes Angebot unterschiedlichster Wohnungen. Sowohl zum Kauf als auch zur Miete. Von der kleinen Bude für wenige hundert Euro, bis hin zu größeren Exemplaren, bei denen man auch mal mehrere tausend Euro im Monat berappen muss. Insgesamt machte der Mix auf mich jedoch einen ausgeglichenen, „gesunden“ Eindruck. Insbesondere ist es ja wichtig, dass es genug bezahlbare Wohnungen gibt. Denn was nützt einem ein Überangebot an Buden, wenn sie sich niemand leisten kann?

Wie sieht es denn in euren Gegenden mit Wohnungen aus? Gibt es viel Leerstand? Sind die Mietpreise akzeptabel? Oder gibt es mehr Bewerber als Wohnraum und entsprechend teure Mieten? Einige meiner Leser kommen ja auch aus Hannover und Umgebung. Könnt ihr meinen Eindruck, den ich lediglich über das Internet gewinnen konnte, bestätigen? Oder sieht es vor Ort anders aus?

Foto: Birgit Lieske / pixelio.de

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