Die Eros-Küche

Neulich stand ich in der Küche und schnitt Zutaten für das Essen, welches ich kochen wollte. Ich weiß gar nicht, warum ich mir die Küche ausgerechnet bei dieser Gelegenheit genauer angesehen habe, aber ich habe es getan. Dabei habe ich festgestellt, dass die noch richtig gut in Schuss ist. Sechs Jahre hat sie inzwischen auf dem Buckel, aber sie hat sich gut gehalten.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir damals zu dieser Küche gekommen waren. Meine bessere Hälfte und ich hatten beschlossen, in eine gemeinsame Wohnung zusammenzuziehen. Die Wohnung war auch recht schnell gefunden. Einen Großteil der Einrichtung hatten wir auch schon. Nur keine Küche. Die sollte nach Möglichkeit nicht wild aus einzelnen Komponenten zusammengewürfelt sein, sondern es sollte „etwas Anständiges“ sein, was gut aussieht und möglichst viele Jahre hält. Außerdem sollte die Küche von fachkundigem Personal aufgebaut und angeschlossen werden. Ich bin nämlich bezüglich solcher Dinge mit zwei linken Händen „gesegnet“ und hatte keine Lust, nachher an einem Wasserschaden Schuld zu sein, weil ich irgendwelche Schläuche falsch angeschlossen habe. Spätestens beim Starkstromanschluss für den Herd wäre Schluss gewesen – da wollte ich keine Experimente eingehen.

Wir sind dann damals nach Düsseldorf gefahren, weil wir im Internet gesehen hatten, dass ein dortiger Küchen Quelle Laden spezielle Planungs- und Einrichtungsangebote hatte. Anfangs hatte ich mir ja noch Sorgen gemacht, dass meine bessere Hälfte -immerhin gebürtige Kölnerin- Probleme damit haben könnte, ausgerechnet „zum Feind“ nach Düsseldorf zu fahren. Andererseits: wer als Kölnerin zum Fußball-Rivalen nach Mönchengladbach zieht, der dürfte eigentlich auch keine Probleme damit haben, in Düsseldorf eine Küche zu kaufen. So war es dann auch. Wir fuhren in besagten Laden und schauten uns erst einmal um, um uns einen grundsätzlichen Überblick über das Küchen-Zubehör und die Küchen von Quelle zu verschaffen, da die Beraterin nicht an ihrem Platz war.

Schnell hatten wir uns immerhin auf eine Farbe geeinigt, die die Küche haben sollte. Weiß wollten wir beide nicht, das war uns zu steril. Außerdem waren schon die Wände und der Fliesenspiegel weiß. Schwarz kam ebenfalls nicht infrage; es hätte zwar einen guten Kontrast ergeben, war uns aber zu anfällig für Fingerabdrücke und Schmutz. Wir hatten vor Ort relativ schnell einen matten Rot-Ton ins Herz geschlossen, der sich später als „Eros-Rot“ herausstellen sollte. Ein Name, der noch heute regelmäßig für Heiterkeit sorgt, wenn man darüber erzählt.

Irgendwann kam dann die Quelle Küchen-Planerin zurück an ihren Platz. Wir erklärten, dass wir Interesse an einer eigenen Küche hätten. Während ich das Blatt herauskramte, auf dem wir die Grundrisse und Anschlüsse der Küche aufgezeichnet hatten, fragte die Dame dann, was wir uns ungefähr vorstellten und wie das Budget aussähe, welches wir zu investieren bereit wären. Nun waren wir damals zwei junge Menschen, die in eine gemeinsame Wohnung zusammenziehen wollten und nebenher noch einen Umzug aus dem 80 km entfernten Köln zu stemmen hatten. All das kostete uns eine schöne Stange Geld. Dennoch hatten wir einen -wie wir meinten- ordentlichen Betrag für die Küche zur Seite gelegt.

Die Planerin sah das im ersten Moment anders, bot aber an, dennoch mal einen Blick auf unseren aufgezeichneten Grundriss zu werfen. Dort sah sie dann, dass es sich um eine relativ kleine Küche handelte. Sie gab die Daten in ihren Computer ein und dachte nach. Tatsächlich schaffte sie es, genug Schränke, Schubladen, sowie Spüle, Spülmaschine, Herd und Ofen, Kühlschrank und Gefrierschrank auf dem engen Raum unterzubringen. Jetzt blieb nur noch die Frage, wie viel der Spaß kosten würde.

Und da muss ich der guten Frau wirklich danken, denn in dem Moment hat sie alle Tricks ausgepackt, die ihr wohl zur Verfügung standen. Sie kombinierte einen Quelle-Neukundenrabatt mit einem damals aktuellen Aktionsrabatt. Zudem verlängerte sie die Größe der Arbeitsfläche minimal, da wir dadurch mehr Holz brauchten, was -so widersprüchlich es klingen mag- dazu führte, dass wir einen weiteren Rabatt erlangen konnten, der unsere Quelle-Küche insgesamt günstiger machte. Sie hat noch irgendetwas anderes gemacht, aber daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Jedenfalls lag die Küche am Ende preislich nur wenige hundert Euro über unserem Budget. Sie war in dem Moment selbst überrascht, wie viel sie da herausgerechnet hatte. Da wir uns natürlich einen gewissen Puffer als Spielraum gelassen hatten, konnten wir den errechneten Betrag annehmen.

Nun war die Küche zwar nicht „billig“ und hat eine hübsche Summe Geld gekostet, aber in Anbetracht der erbrachten Leistungen -die Planerin kam noch einmal zum Ausmessen, die Küche und das Zubehör wurden angeliefert und von Fachkräften aufgebaut und angeschlossen- war es alles in allem doch ein vergleichsweise günstiges Schnäppchen.

Und so stand ich also die Tage in ebenjener Küche – und bin der Meinung, dass wir alles richtig gemacht haben. Sicherlich hätte man noch ein paar Euro sparen können, indem man in einem der Einrichtungs-Discounter eine Küche erworben hätte. Oder indem man sich alles aus Einzelteilen zusammengewürfelt hätte. Aber würde die Küche dann immer noch so gut aussehen? Die Markengeräte von Privileg verrichten auch nach sechs Jahren noch tadellos ihren Dienst. die Holzschränke in „Eros-Rot“ sind pflegeleicht und sehen noch aus wie am ersten Tag. Und selbst die Arbeitsplatte, auf der täglich geschnitten wird, ist noch gut in Schuss.

Auch wenn die Küche gerne ein wenig größer sein dürfte, koche ich dennoch gerne in ihr. In einer guten Küche mit passendem Zubehör macht es einfach Spaß. Zwar bin ich weit davon entfernt, mich selbst einen guten Koch zu schimpfen, aber hin und wieder habe ich einfach diese Phasen, in denen ich gerne etwas koche, weil ich dabei prima abschalten und entspannen kann. Die Konzentration gehört ganz den Zutaten, so dass der übrige Alltag mit seiner Hektik und seinen ganz eigenen Problemen für eine kurze Zeit aus dem Blickfeld gerät. Und man hat später das gute Gefühl, dass man etwas Frisches auf dem Teller hat, was nicht aus irgendwelchen Fix-Tütchen und Fertiggerichten besteht. Herrlich!

Wie ist das bei euch? Legt ihr auch viel Wert auf eure Küche? Hättet ihr gerne eine andere? Oder reicht für euch eine kleine Ecke mit Kühlschrank, Kochplatte und Mikrowelle? Kocht ihr gerne, oder ist es für euch nur eine lästige Alltagspflicht?


Anzeige