Was wurde eigentlich aus den Poken?

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PokenKennt ihr noch die Poken? Nein, gefragt sind nicht die Pocken, also nicht die Krankheit (mit „c“), sondern die kleinen, technischen Geräte, die sich ohne „c“ schreiben: die Poken. Als ich 2008 nach zweijähriger Blog-Abstinenz mein Blog GESICHTET mit neuem Konzept noch einmal neu startete, waren Poken hierzulande in aller Munde. Kaum eine Messe, auf der die Dinger nicht verteilt wurden, kaum ein Blog, auf dem es kein Gewinnspiel dazu gab. Doch so schnell, wie die Poken da waren, waren sie scheinbar auch wieder in der Versenkung verschwunden.

Für alle, die die Poken überhaupt nicht kennen oder mit dem Begriff nichts anfangen können: hierbei handelte es sich um kleine Geräte mit einem meist lustig aussehenden Plastik-Körper, welche oftmals wie Zeichentrick-Tiere aussahen. Diese hielten ihre Hand hoch, in der ein Sensor untergebracht war. Wenn sich zwei Poken-Besitzer begegneten, konnten sie die Hände ihrer Poken aneinander halten; dadurch wurde gespeichert, dass sich die beiden Personen kannten. Zu hause konnte man sein Poken dann an den PC anschließen und übertragen, wen man so alles „kennen gelernt“ hatte. Hierdurch erhielt man dann Zugriff auf die hinterlegten Kontaktdaten der anderen Person.

So gesehen waren Poken eine moderne Variante der klassischen Visitenkarte. Man konnte seine Kontaktdaten weitergeben, ohne auf einer Messe plötzlich mit unzähligen eigenen und fremden Karten herumlaufen zu müssen. Wie gesagt, der Hype war 2008 zumindest unter Bloggern recht groß, an jeder Ecke im Netz begegneten einem die Poken. Aber so richtig durchgesetzt haben sie sich nicht. Inzwischen hört man gar nichts mehr davon und auf Messen begegnen sie einem -soweit ich das beurteilen kann- auch nicht mehr.

Man könnte jetzt sagen, dass die Leute halt dazu übergegangen sind, Kontaktdaten eher mit dem Smartphone zu übertragen, sei es nun mittels V-Card (virtuelle Visitenkarte), Kontaktdatentausch-App (ja, die gibt es) oder indem man sämtliche Daten einfach von Hand in sein Smartphone packt und später mit dem PC (oder über die Cloud) synchronisiert. Aber so ist es meist nicht! Ok, im „privaten Sektor“ tauscht man meist einfach nur Telefonnummern aus oder verbindet sich vielleicht über Facebook & Co. miteinander. Das reicht für Privatleute in der Regel ja auch aus. Wenn man aber mit offenen Augen durch die Welt geht, stellt man fest, dass vor allem auf Messen weiterhin fleißig klassische Visitenkarten aus Papier getauscht werden.

Wieso ist das so? Ich persönlich fände da eine technische Lösung wie mit den Poken durchaus bequemer. Denn mal ehrlich, mit Visitenkarten zu jonglieren bzw. diese irgendwo sauber abzuheften, das macht keinen Spaß. Meist macht man sich dann später doch die Mühe, die Kontaktdaten irgendwo in Ruhe am PC oder Handy einzugeben, um diese digital vorliegen zu haben. Warum also dann nicht gleich mit den Poken (oder ähnlichen Geräten) auf eine digitale Lösung setzen? Würde eine Menge Zeit sparen, weil man sich nach einer Messe nicht den halben Tag mit dem Eintragen von gesammelten Kontakten beschäftigen muss.

Liegt es vielleicht daran, dass die Poken wie ein Spielzeug aussehen und sich daher nicht für den „seriösen“ Geschäftsverkehr eignen? Oder denkt sich einfach jeder, dass das ja nichts nützt, weil der Geschäftspartner auf der Gegenseite so ein Gerät eh nicht hat? Wobei sich mit der Argumentation auch Dienste wie WhatsApp niemals hätten durchsetzen können, denn anfangs hatten das die meisten ja auch (noch) nicht.

Was meint ihr, woran liegt es, dass die Poken nie so richtig den Durchbruch geschafft haben? Oder tue ich den Dingern da Unrecht? Habt ihr so ein Poken? Habt ihr es genutzt oder nutzt es sogar immer noch? Oder wolltet ihr damals eines haben?


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