Persönlich adressierte Werbung im Briefkasten

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BriefkastenSieht man sich die Briefkästen der Leute in Deutschland an, fällt einem auf, dass an immer mehr davon ein Aufkleber “Bitte keine Werbung einwerfen” angebracht ist. Neulich auf Facebook gab es als erweiterte Alternative dazu auch das Bild eines Aufklebers, der wohl zu einem weiblichen Haushalt gehören musste; auf ihm stand “Bitte keine Werbung einwerfen. Außer für Schuhe.”

Wir verzichten hier bei uns auf einen solchen Aufkleber, da uns einige wenige Werbe-Flyer, die hier regelmäßig verteilt werden, wirklich interessieren. Würde nun ein solcher Aufkleber auf dem Briefkasten kleben, würden wir natürlich auch die erwünschte Werbung nicht mehr erhalten. Die Zusteller halten sich nämlich daran, wozu sie nach höchstrichterlicher Rechtsprechung durch den BGH (AZ. VI ZR 182/88) auch verpflichtet sind. Demnach darf in solchen “Aufkleber-Fällen” nur dann Werbung zugestellt werden, wenn diese persönlich (mit Namen und Adresse) an den Empfänger adressiert ist. Allgemeine Werbung hingegen hat man dann nicht mehr im Briefkasten zu befürchten.

Wie gesagt, wir nutzen diese Aufkleber bei uns nicht. Das hat jedoch zur Folge, dass auch ziemlich viel Quatsch im Briefkasten landet, der dann ziemlich schnell den Weg in unser Altpapier findet. Ein besonders Exemplar überraschte mich kürzlich im Briefkasten:

Irgendwann hat mal jemand herausgefunden (oder dreist behauptet), dass persönlich an einen Empfänger adressierte Werbung erfolgreicher sei und eher vom Empfänger gelesen werde, als anonyme Postwurfsendungen. Das mag auch stimmen, denn während man allgemein gehaltene Werbe-Briefe oft ungelesen wegwirft, öffnet man die an einen persönlich adressierten wenigstens kurz, um sich zu vergewissern, dass man da nicht versehentlich etwas Wichtiges in den Müll schmeißt.

Nur wirkt es meiner Meinung nach irgendwie doof unprofessionell, wenn man als Unternehmen dann kein Geld für persönlich adressierte Werbung ausgeben will, gleichzeitig aber einen persönlichen Eindruck vermitteln möchte. Dann kommt nämlich so etwas Halbgares dabei heraus:

Werbe-Broschüre

Oh, an mich persönlich also. Was für ein Glück, dass der Postbote genau wusste, wer da persönlich gemeint war. Na, dann sollte ich wohl wirklich mal einen Blick riskieren und schauen, was die Blondine so anzubieten hat. Habe ich aber nicht gemacht. Stattdessen habe ich die Broschüre -nach kurzer Fotografie- ungelesen in den Papiermüll geworfen… persönlich, versteht sich!

Wie handhabt ihr das mit Werbung im Briefkasten? Habt ihr einen entsprechenden Aufkleber? Oder sortiert ihr selbst aus? Verzichtet ihr nur auf die Postwurfsendungen, oder auch auf die kostenlosen Wochen-Zeitschriften, die es ja so ziemlich überall gibt? Und reagiert ihr auf persönlich adressierte Werbung wirklich anders als auf allgemeine Werbe-Sendungen, oder werft ihr das alles gleich schnell in den Papiermüll?

Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de
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