Bei welchen Temperaturen macht ein Reifenwechsel Sinn? Alternative zur „von O bis O“-Formel

ReifenwechselDas Wetter spielt in den letzten Jahren mehr und mehr verrückt. Da kommt es schon einmal vor, dass man plötzlich im November ohne Jacke den Sonnenschein genießen kann, nur um sich Ende März damit konfrontiert zu sehen, dass plötzlich wieder Schnee auf den Straßen liegt. Das macht es nicht nur dem menschlichen Körper schwer, sich auf die Jahreszeit einstellen zu können, sondern es erschwert uns allen auch die Frage, wann denn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um am Auto Sommer- und Winterreifen zu wechseln.

Lange Zeit konnte man sich ohne größere Probleme an die alte „Faustformel“ halten, die da hieß „von O bis O“. Gemeint ist damit, dass man die Winterreifen von Oktober bis Ostern und die Sommerreifen entsprechend von Ostern bis Oktober fahren sollte. Das Schöne an dieser Formel ist, dass sie sich sehr leicht merken lässt. Der Nachteil ist, dass das Wetter sich inzwischen teilweise nicht mehr dafür zu interessieren scheint, welche Jahreszeit wir gerade haben. Teilweise hat es den Anschein, als hätten sich die Jahreszeiten schlichtweg um ein paar Monate verschoben. Das macht es nicht einfacher, den richtigen Zeitpunkt für einen Reifenwechsel zu finden.

Der „von O bis O“ Spruch bietet zwar immer noch einen gewissen Anhaltspunkt, blind darauf verlassen kann man sich aber beim immer verrückter werdenden Wetter wohl nicht mehr. Also muss man wohl oder übel nach besseren Anhaltspunkten suchen, die nicht so „starr“ sind wie kalendarische Daten, sondern sich flexibler anwenden lassen, um den richtigen Zeitpunkt für den Reifenwechsel zu ermitteln.

Sinn macht es, sich hierbei nach der Temperatur zu richten. Das war auch die ursprüngliche Intention der „O bis O“ Regel, die aus einer Zeit stammt, als man sich eben noch darauf verlassen konnte, dass es ab Oktober kälter wurde und zu Ostern kein Schnee, sondern warmes Frühlingswetter zu erwarten war. Möchte man sich nach der Temperatur richten, sollte man hier vor allem auf die Nacht-Temperatur abstellen.

Hiernach macht ein Wechsel auf Sommerreifen völlig unabhängig vom Osterhasen Sinn, sobald die Temperaturen nachts dauerhaft über 7°C liegen und sich optimalerweise am Tag bei 20°C oder mehr einpendeln. Bei einem derartigen Temperaturverhalten ist selbst bei unserem Überraschungswetter nicht mehr mit Frost zu rechnen, so dass man die Winterreifen für die nächsten Monate einlagern kann, da diese bei warmen Temperaturen nicht ihre volle Leistung entwickeln und das Fahrverhalten sogar negativ beeinflussen können.

Natürlich ist diese Formel nicht so leicht und „griffig“ wie der „von O bis O“ Spruch, aber die Temperatur-Formel bietet inzwischen letztlich mehr Sicherheit, auch für Zeiten, in denen das Wetter eben verrückt zu spielen scheint.

Nach welchem Schema wechselt ihr eure Reifen? Nach Gefühl? Nach der O bis O Formel? Richtet ihr euch nach der Temperatur? Nutzt ihr andere Anhaltspunkte? Oder macht ihr euch um Reifenwechsel generell keine Gedanken?

Foto: bluefeeling / pixelio.de

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