Geschwindigkeit im Internet – Wie schnell muss es auf der Datenautobahn sein?

Internet-ZensurEs ist schon verrückt, wenn man sich manchmal vor Augen führt, wie schnell sich die Technik inzwischen in vielen Bereichen weiterentwickelt. Früher war ein PC, den man sich im Laden gekauft hat, fast schon „veraltet“, wenn man ihn nach Hause gebracht und angeschlossen hatte. Zwar wird auf dem Gebiet die Leistung immer noch in kurzer Zeit deutlich erhöht, aber es interessiert uns Verbraucher nicht mehr so stark wie früher, da Desktop-PCs für uns allgemein nicht mehr so wichtig sind, wie sie es früher mal waren. Viel wird über Smartphones und Tablets gemacht. Gespielt wird meist auf Konsolen. Auf dem PC müssen meist nur ein Schreibprogramm und „das Internet“ laufen. Wer nicht ständig professionell Bild- oder Videobearbeitung am Computer betreibt oder wirklich passionierter PC-Zocker ist, braucht aus heutiger Sicht eigentlich keinen super-aktuellen Highend-PC mehr. Zumindest nicht alle paar Monate.

Was wir hingegen immer mehr brauchen, ist Bandbreite. Wir wollen immer schneller ins Internet und schieben immer mehr Daten hin und her. Weil es bequem ist. Weil es praktisch ist. Weil es nützlich ist. Weil es sogar manchmal sinnvoll ist. Akustik-Koppler, mit denen man Daten über Telefonhörer verschickte, kenne ich selbst nur aus Erzählungen und Bildern. Ich selbst stieg damals mit einem DFÜ-Modem ins Internet-Zeitalter ein. So einem Modem, das piepsende Geräusche von sich gab, während es eine Verbindung zum Netz herstellte. Es war ein 56K-Modem, damit auch ordentliche Geschwindigkeiten erzielt werden konnten. Aus heutiger Sicht ein Witz.

Damals gab es noch keine Flatrates. Man zahlte für die Zeit, die man online war. Es gab Programme, die dank ihrer Datenbanken immer den zum jeweiligen Zeitpunkt günstigsten Anbieter auswählten und über diesen im „Call by Call“ Verfahren eine Verbindung ins Internet herstellten. Während man online war, war die Telefonleitung immer „besetzt“. Das führte mitunter zu Ärger mit Eltern und Geschwistern, wenn mal wieder niemand bei uns anrufen konnte, weil ich im Internet herumhing.

Es folgte der erste Quantensprung mit DSL. Im Vergleich zu den gewohnten 56K-Geschwindigkeiten war man wie im Rausch. Anfangs waren die meisten DSL-Tarife volumenbegrenzt, wie man das heute oft beim mobilen Internet kennt. Man hatte nur soundsoviel MB oder GB frei, jedes weitere MB wurde separat berechnet. Kann man sich heute kaum noch vorstellen. Heutzutage machen wir uns keine Gedanken mehr darum, wie viele Gigabyte Daten wir durch die Gegend senden und empfangen. Wir denken nur noch darüber nach, wie wir dies möglichst noch schneller tun können. Weil unser Leben immer digitaler, immer vernetzter wird.

Ich merke das ja selbst bei mir. Für einzelne Dinge reicht auch meist ein langsamerer DSL-Anschluss noch aus. Aber was, wenn abends einer im Haushalt einen Film in der Online-Videothek sehen möchte, der andere sich Videos auf YouTube ansieht oder Musik bei Spotify & Co. hören will. Im Nebenzimmer lädt Windows gerade ein umfangreiches Servicepack Update herunter. Und die Tablets und Smartphones kommunizieren im Hintergrund auch fröhlich über WLAN in der Internet-Weltgeschichte herum, während jemand gleichzeitig ein paar hochauflösende Bilder in diversen Foto-Communitys einstellt. Nicht zu vergessen, dass sich währenddessen noch auf mehreren Rechnern über Dropbox oder sonstige Clud-Dienste der eigene Datenbestand synchronisiert.

Ja, da kann ein klassischer DSL-Anschluss dann schon ins Schwitzen kommen bzw. an seine Grenzen geraten. Und nichts ist nerviger als eine ruckelnde oder stotternde Internet-Leitung. Da werden wir alle ganz schnell ganz ungeduldig. Einfach, weil wir wissen, dass es auch schneller gehen könnte. Schließlich wird an jeder Ecke mit noch tolleren, noch schnelleren und noch besseren Internet-Anschlüssen geworben. Die sind sensationell, die sind super, die sind top, die sind die nächste Stufe. Und ja, zum Teil sind sie das irgendwie wirklich. Früher brauchten wir immer wieder schnellere Prozessoren in unseren PCs, heute brauchen wir immer schnellere und bessere Internet-Anschlüsse, wenn wir das Internet in seiner ganzen Breite nutzen und in unser Leben integrieren wollen.

Und so sitze ich hier nun auch wieder seit einiger Zeit und vergleiche all diese tollen, super und top DSL Tarife, die mir die nächste Stufe versprechen. Zugegeben, so langsam ist meine Leitung eigentlich gar nicht. Aber wenn man für fast den gleichen Preis sogar noch deutlich mehr Leistung bekommen kann, dann macht man sich natürlich schon so seine Gedanken. Vielleicht werde ich auf Internet via Kabel umsteigen. Zwar ruckelt und stottert hier die Leitung nur selten, aber „gar nicht“ wäre immer noch schöner als „selten“. Haben ist besser als brauchen. Wobei meiner Meinung nach abzusehen ist, dass wir mittelfristig schnelle(re) Leitungen auf jeden Fall gut brauchen können. Denn die aufgeführten Beispiele zeigen deutlich, dass das Internet mehr und mehr zu einem zentralen Bestandteil unseres Lebens wird. Ich bin gespannt, wohin die Reise gehen wird.

Wie kommt ihr eigentlich ins Internet? DSL? Kabel? Welche Geschwindigkeit hat eure Leitung? Was macht ihr damit alles? Wie sind eure Erfahrungen? Ist euch die Leitung schnell genug, oder hättet ihr gerne eine schnellere Variante?

Foto: Klicker / pixelio.de

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