Blogs und Soziale Netzwerke – zerstören wir die Gesellschaft?

Der Horst hat drüben auf seinem Blog ein interessantes Thema angesprochen, über das ich mir in der Vergangenheit auch schon so manches mal Gedanken gemacht habe. Ausgehend von einem Zitat von Markus Lanz, der in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger beschwert haben soll, dass jeder, der sich in der medialen Öffentlichkeit bewegt, früher oder später von (anonymen) Menschen aus dem Internet angegriffen wird, stellt Horst die nicht unberechtigte Frage, ob es nicht wirklich vielleicht so ist, dass das Internet in der Lage ist, eine destruktive Wirkung auf unsere Gesellschaft zu haben?

Manch einer wird nun sofort reflexartig und empört „Nein, natürlich nicht!“ schreien wollen. Aber ganz so einfach ist die Sache meines Erachtens nach nicht. Meine folgende Meinung und Erfahrung stützt sich hierbei in erster Linie auf deutschsprachige Blogs und Kommentarspalten deutschsprachiger Internetseiten, sowie deutschsprachige Fanseiten von Unternehmen auf Facebook & Co. Wie es in anderen Ländern dieser Welt aussieht, vermag ich daher nicht zu beurteilen.

Wirft man einen Blick in Blogs, Kommentarspalten von News-Seiten oder so manche Diskussion in sozialen Netzwerken, kann man sich oftmals tatsächlich nicht des Eindrucks erwehren, dass es dort mitunter extrem radikal zugeht. Da wird beschimpft, verleumdet, verdächtigt und provoziert, dass einem schwindelig werden kann. Meist von Leuten, die in dem Glauben sind, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Und das ist -zumindest bei News-Seiten- dann oftmals schon die entschärfte Variante, in welcher Kommentare fehlen, die von der zuständigen Redaktion entfernt wurden. Ich würde hierfür noch nicht einmal zwangsläufig die Möglichkeit verantwortlich machen, dass die jeweiligen Autoren sich die Anonymität zunutze machen. Vielmehr gibt es auch genug Beispiele, wo Leute trotz Klarnamen kein Blatt vor den Mund nehmen. Nur: ist das wirklich ein Phänomen des Internets?

Nein, ich sehe das nicht so. Das gab es auch schon in Zeiten vor dem Internet. Damals hat man sich dann halt am Stammtisch in der Kneipe, nach dem Sport oder beim Friseur gegenseitig in Rage geredet und ist über diesen und jenen hergezogen, hat gelästert oder „vom Leder gezogen“. Das ist kein neues Phänomen. Und doch hat das Internet diese Sache nachhaltig verändert. Denn es bietet einfach eine viel, viel größere Plattform. Beschränkten sich solche „Diskussionen“ also früher auf den Bereich des privaten Stammtischs, kann/ muss heutzutage jeder Notiz davon nehmen, der auf dem jeweiligen Blog unterwegs ist, die Kommentare unter Artikeln auf News-Seiten liest, oder der in seiner Timeline im sozialen Netzwerk gerade darauf aufmerksam wird.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass weder die Menge, noch die „Schimpf- oder Spott-Qualität“ solcher Beschimpfungen und Hass-Tiraden in den letzten Jahrzehnten signifikant zugenommen hat. Wir bekommen es nur heute -dank des Internets- immer häufiger und viel intensiver selbst mit. Wo wir früher nur das hörten, was im Freundes- und Bekanntenkreis besprochen wurde, wo vielleicht noch das hinzukam, was in der Zeitung stand, empfangen wir heute eine Vielzahl von Quellen. Neben dem Freundes- und Bekanntenkreis, der Zeitung, dem Radio und Fernsehen eben auch die zahllosen Internetseiten, Blogs, Foren usw., in denen uns manche Menschen neben wertvollen Informationen auch gerne mit geistigem Dünnschiss beglücken, den sie in geradezu religiösem Eifer an den Mann bzw. die Frau zu bringen versuchen. Da wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk zum personifizierten Bösen, die katholische Kirche zur Kinderficker-Sekte, Politiker zum Sinnbild der Inkompetenz und der Bundestrainer zum Menschen mit dem geringsten sportlichen Sachverstand im ganzen Land. Und wehe, jemand wagt tatsächlich, Widerspruch dagegen zu erheben. Dann gibt es -rein virtuell natürlich- mächtig „auf die Fresse“. Da zeigt sich dann, dass auch im Internet die Toleranz dort ihre Grenzen hat, wo sie den eigenen Sichtweisen nicht entspricht.

Und daraus kann man durchaus eine gewisse gesellschaftliche Gefahr ableiten. Denn allein dadurch, dass wir den Eindruck haben, dass die ganzen Beschimpfungen, Beleidigungen und schlechten Nachrichten zugenommen haben, steigert sich automatisch unterbewusst unser Unwohlsein. Wir fühlen uns unbehaglich, weil früher vermeintlich alles besser war. Wenn wir ehrlich zu uns sind, war es das zwar nicht, aber wir haben es damals einfach nicht so intensiv mitbekommen. Da konnte jemand noch so viele Beschimpfungen per Leserbrief an die Zeitung senden, der Brief wurde einfach nicht veröffentlicht. Heute schreibt man keinen Leserbrief mehr, man schreibt es als Kommentar unter einen Artikel. Und wenn der dann von der Redaktion gelöscht wird, schreit man laut „Zensur!“ und protestiert auf Facebook, Twitter oder dem eigenen Blog über diese „unsäglichen Zustände“ der „veralteten Medien“, die den Knall nicht gehört haben und den Anschluss Richtung Zukunft längst versäumt haben.

Das Internet bietet also eine große Bühne für jeden, der glaubt, etwas zu sagen zu haben. Und das haben viele. Und sie wollen gehört werden. Gehört wird in der Menge aber nur der, der am lautesten schreit. Im Internet sticht nur der aus der Masse heraus, der am meisten auffällt. Am einfachsten ist das durch eine stark zugespitze, polarisierende Meinung. Die angebliche Wahrheit, die sonst keiner auszusprechen wagt. Die klassischen „Stammtisch-Parolen“ eben. Man sucht sich hierfür Gegner, die bei der breiten Masse unbeliebt sind, um sich der Zustimmung gewiss zu sein.

So wird dann pauschal beispielsweise auf Politiker bzw. die Politik eingedroschen. Da läuft in der Tat so manches falsch. Und die Politiker geben wirklich manchmal kein allzu gutes Bild ab. Aber: das war früher auch schon so. Nur ist es da nicht auf tausenden Internet-Seiten breitgetreten worden.

Oder man motzt über das Fernsehprogramm. Wie beispielsweise über den eingangs erwähnten Markus Lanz. Der macht ja alles scheiße und Gottschalk war sowieso viel besser. Merkwürdigerweise kann ich mich zu Zeiten Gottschalks auch noch prima daran erinnern, wie so ziemlich jede Sendung „Wetten, dass…“ nach der Ausstrahlung genüsslich in allen möglichen neuen und alten Medien verrissen wurde. Ok, ich persönlich kann dem Format dieser Sendung schon seit vielen Jahren nichts mehr abgewinnen. Aber dass man jetzt Lanz all die Änderungen negativ vorwirft, die man vorher von Gottschalk immer wieder gefordert hat, ist schon verwunderlich.

Natürlich könnte man auch sachlich und konstruktiv kritisieren. Zu kritisieren gäbe es da sicherlich einiges, sowohl in der Politik als auch beim Fernsehen. Und auch bei allen anderen Themen, die ich hier jetzt nicht beispielhaft aufgelistet habe. Nur: wer würde das schon lesen? Kaum jemand. Weil es uns Menschen nach Sensationen und Skandalen dürstet. Insgeheim wollen wir doch, dass wieder jemand über die Stränge schlägt, wir warten nur darauf, dass jemand in seinen Artikeln noch polarisierender wird, noch ein Tabu bricht – und sei es nur, damit wir uns darüber aufregen können, wie weit es nun schon gekommen ist.

Man stelle sich mal eine Zeitung vor, die ohne Enthüllungen, ohne Skandale auskäme, die nur von heiler Welt berichten würde, die uns sagte, wie gut es uns ginge. Klingt schön, würde aber keiner kaufen. Weil es langweilig wäre. Im Internet ist es ähnlich. Aber deshalb daraus abzuleiten, es wäre die Schuld des Internets, wenn die Gesellschaft vor die Hunde geht, halte ich für falsch. Das Internet macht uns weder schlechter, noch bösartiger. Es stellt uns lediglich eine breitere Plattform zur Verfügung, wodurch wir all dies nun plötzlich viel intensiver wahrnehmen. Da das Internet noch vergleichsweise neu ist, müssen wir uns daran erst noch gewöhnen.

Die Gesellschaft wird durch diese Entwicklung wohl nicht zerstört, aber sie unterliegt sehr wohl einem Wandel. Die Frage wird sein, wie wir letztlich mit den veränderten Rahmenbedingungen umgehen können. Wir werden alte Denkweisen und Strukturen über Bord werfen müssen. Wir sind es aus Zeiten der klassischen Medien noch gewohnt, dass das, was wir präsentiert bekommen, eine allgemein anerkannte Meinung oder einen gesellschaftlichen Trend darstellt. Sonst hätte der klassische Journalismus ja nicht darüber berichtet. Das ist jetzt anders. Nicht jede Meinung, die irgendjemand ins Internet brüllt, ist zwangsläufig eine mehrheitsfähige Meinung. Es ist nur eine unter vielen. Und diejenigen, die zufrieden sind, äußern sich oft erst gar nicht zu solchen Dingen. Das sieht man sehr schön z.B. an politischen Umfragen. Wenn man mal die öffentlich im Internet kund getane Stimmung zu den einzelnen Parteien Revue passieren lässt, dürfte es die FDP schon längst nicht mehr geben und die Union würde anstelle der Liberalen um die 5% kämpfen. Auch um die SPD sähe es nicht viel besser aus. Bei Wahlen hingegen ergibt sich ein anderes Bild. Und das, obwohl heute viele Menschen Zugang zum Internet haben. Weil die paar Schreihälse im Internet eben nur genau das sind: ein paar!

Wir müssen lernen, dass die Welt oder unsere Gesellschaft nicht per se schlechter geworden ist, sondern dass durch das Internet nur die Anzahl der negativen Eindrücke spürbar zugenommen hat. Wir müssen erkennen, dass nicht jeder Wicht, der meint, seinen „Rotz“ ins Internet stellen zu müssen, gleich eine repräsentative Meinung darstellt. Wenn wir uns dann auch noch den Blick für die in der virtuellen und realen Welt viel zu selten angesprochenen, schönen Dinge im Leben bewahren, dann ist mir um unsere Gesellschaft auch in Zeiten des Internets nicht bange. Man muss lediglich seinen Blickwinkel ein wenig anpassen.

Was meint ihr, wie wird sich das alles entwickeln? Nehmen wir Dinge durch das Internet inzwischen viel kritischer wahr als früher? Machen schimpfende und pöbelnde Trolle die Welt ein Stück weit schlechter, oder messen wir ihnen damit viel zu viel Bedeutung zu? Lassen wir uns durch Verschwörungstheorien heute viel zu leicht unser Weltbild kaputt machen? Ist die neue Wissens- und Informationsflut des Internets letztlich eher Fluch oder doch ein Segen? Wie geht ihr damit um? Und wie fühlt ihr euch im Internet, sei es nun als Blogger, Social Networker oder einfach als „Konsument“ von Informationen?

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  1. Jede Zeit unterliegt dem Wandel der Zukunft. Gutenbergs Erfindung war der Beginn und nun geht es rasant weiter. Es stellt sich nur die Frage wie unsere Gesellschaft damit umgeht.

  2. Das Problem ist, dass das Internet von vielen noch als Bedrohung wahrgenommen wird. Wir könnten das Internet für viele sinnvolle Dinge nutzen. Mehr direkte Demokratie zum Beispiel. Früher, zu den Anfängen der Demokratie, gingen griechische Bürger in den Stadtstaaten auf den Marktplatz, um dort über wichtige Gesetze zu entscheiden. Diese Art der Demokratie war nicht mehr möglich, um so größer die Staaten wurden und desto größer die Bevölkerung wurde. Das Internet gibt diese Möglichkeit zurück, nur trauen sich viele nicht, diese Möglichkeit zu nutzen. Dazu gehört dann auch, dass man das Diskutieren lernt, das können nämlich viele Menschen gar nicht mehr.

    • @Sven
      Stimmt, als Bedrohung wird es in der Tat manchmal angesehen. Weil es neu, fremd und unbekannt ist. Das ging anderen „neuen Medien“ ja auch so, bis sie von einem „neueren Medium“ abgelöst wurden. Ich bin mal gespannt, durch welches Medium das Internet mal als „Teufels-Medium“ abgelöst wird…

  3. Lieber Sascha,
    sehr fundierte Überlegungen hast Du da niedergeschrieben. Dazu fällt mir ein alter Familienspruch ein: Jeder blamiert sich, so gut er kann. Fällt solche Pöbelei nicht auf den zurück, von dem sie kommt? Zeigt sie nicht, welch geites Kind derjenige ist? Außerdem ist es im Internet doch fast wie im wirklichen Leben. Die Seiten die ich besuche, die Leute, denen ich auf Twitter folge, die Blogs, die ich abbonniere, suche ich mir doch selber aus. Wenn mir etwas nicht passt, entfolge ich oder kündige das Abonnement. Oder aber, wenn die Texte gut sind, aber die Kommentare unsäglich, dann lese ich sie einfach nicht. Letztlich ist jeder selbst dafür verantwortlich, wie er das Internet nutzt und was er an sich heranlässt.
    Letztlich ist es an den vernünftigen Kommentar- und Ins-Internet-Schreibern, ihre Meinung so zu äußern, dass sie niemanden verletzen oder beleidigen und die direkte Deomkratie fördern. Je mehr es tun, desto mehr geraten die Krakeeler ins Abseits. Oder bin ich da zu optimistisch?
    LG, Susanne

    • @Susanne
      Zu optimistisch kann man heute eigentlich gar nicht mehr sein, jedes bisschen Optimismus ist gern gesehen 😉 Natürlich hast du Recht, dass blamable Pöbelei irgendwo auch auf den Absender zurückfällt. Das Problem ist nur: inzwischen wird an so vielen unterschiedlichen Stellen so massiv gepöbelt, dass es mitunter schwerfallen kann, noch die guten Texte, Kommentare etc. dazwischen zu erkennen. Man kann sich zwar seine eigene kleine, heile Welt schaffen, indem man z.B. nur ganz bestimmten Blogs folgt, in denen die Stimmung noch angenehm ist (das heißt ja nicht, dass man dort nicht auch kontrovers diskutieren kann, aber eben mit einem gewissen Niveau), aber ich finde es beispielsweise schade, dass man kaum noch eine Onlinezeitung lesen kann, ohne dass man den Kommentarbereich weiträumig umfahren muss, wenn man Bluthochdruck vermeiden will 😉

  4. Danke für die Verlinkung und dass du das Thema aufgenommen hast. Meine Skepsis hinsichtlich der Wirkung des Internets auf die allgemeine Streitkultur im Land immer weiter verstärkt. Jeder will es besser wissen und die demokratischen Institutionen werden so angegangen, dass das aus meiner Sicht nur noch wenig mit Meinungsäußerung zu tun hat. @Susanne sagt richtigerweise, dass man sich als „Konsument“ des Internets selbst gegen solche Eindrücke wehren kann, in dem man die Seiten oder die Kommentarspalten künftig ignoriert. Damit kriegt man allerdings auch den Teil der Diskussion nicht mehr mit, der einem neue Erkenntnisse bringen könnte. Ich meine übrigens mit meiner Kritik nicht mal die Kommentare derer, die als so genannte Trolle ab und an mal ein Thema sind. Vielmehr geht es um eine negative Grundhaltung, die, wie ich finde, bei immer mehr Leuten vorzuherrschen scheint. Wie du schreibst @Sascha. Die Politiker sind an allem schuld, der ör Rundfunk versucht mit seinen Programmen zur Verblödung der Leute beizutragen – und dass das auch noch Geld kostet ist schon das Letzte. So in diesem Stil geht es die ganze Zeit. Ich finde es richtig wohltuend, wenn ich wenigstens ab und zu mal einen Blogartikel finde, in dem nicht nur die negativsten Seiten einer Sache herausgestellt werden, sondern in dem man sich um Sachlichkeit bemüht.

    Wenn ich jetzt wenigstens sagen könnte, dass all dies bei mir im Blog der Fall wäre. Ist es ja auch nicht. Aber immerhin übe ich wenigstens ein Fitzelchen Selbstkritik. :-)

    • @Horst
      Ach Horst, das kann ich nur zu gut verstehen. Auch hier im Blog gibt es ja nicht gerade wenige Artikel zu „Aufreger-Themen“, wo sich entweder die Politik oder die Rechtsprechung nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Wobei es da -denke ich- auch immer noch ein Unterschied ist, ob man darüber berichtet und diskutiert, oder ob man Politik, Rechtsprechung etc. einfach verteufelt und per se niedermacht. Ich glaube, dass die wenigsten Politiker von Grund auf verdorben oder „böse“ sind, sondern -sofern sie nicht gekauft sind- schon das Beste für die Allgemeinheit wollen. Nur sieht halt jeder „das Beste“ ein wenig anders. Was der eine als Vorteil ansieht, ist für den anderen ein Nachteil. Was der eine als unverhältnismäßig schlimm ansieht, ist aus einem anderen Blickwinkel eine „schluckbare Kröte“ auf dem Weg zu einem Kompromiss. Alle Interessen unter einen Hut zu bekommen ist eben gar nicht so leicht, wenn man es denn plötzlich schaffen muss.

      Aber ich schweife ab. Letztlich geht es mir eher darum, dass der Ton die Musik macht. Eine angeregte Diskussion mit entsprechend geäußerten Kritikpunkten finde ich gar nicht schlimm, sie kann vielmehr sehr erfrischend sein. Aber wenn es nur darum geht, seinem Frust Luft zu machen, kann letztlich nichts Brauchbares dabei herauskommen – außer viel heißer Luft.

      Dennoch werde ich auch in Zukunft versuchen, immer mal wieder Artikel einzustreuen, die nicht zu negativ behaftet sind, sondern auch mal die positiven Seiten des Lebens (ja, die gibt es^^) zeigt.

  5. @Horst Die negative Grundhaltung ist aber nicht aufs Internet beschränkt. Ich beobachte sie überall, wir leben in einer nörgelnden Gesellschaft. Alles fad, alles öde, alles irgendwie nervig, und die Politik will sowieso nur Böses. Diese negative Grundhaltung nervt mich auch zunehmen, ich weiß aber nicht, was man dagegen tun kann. Höchstens einfach sein eigenes Ding machen und sich nicht anstecken lassen.

  6. In meinen Augen ist das Internet mittlerweile ein kompletter Griff ins Klo. Hauptkennzeichen ist wohl fehlender Respekt – und das beziehe ich nicht nur auf die Umgangsformen (die teilweise an sich schon unterirdisch sind) sondern mittlerweile auch auf den Umgang mit der Arbeit von anderen. Das ganze wird dann euphemistisch als „Inhalte erstellen“ bezeichnet, dabei sind 95% der Inhalte zusammenkopiert und mit nicht zu überbietenden Zynismus als „Sharing is Caring“ bezeichnet.

    Mein Umgang damit? Rückzug an allen Fronten. Twitter ist passe, Facebook und Google+ brauche ich auch nicht mehr, Fotoblog ist nur noch nach Registrierung erreichbar und Musik veröffentliche ich schon lange nicht mehr im Internet (bzw. vielleicht mache ich das wieder, dann aber ähnlich wie im Fotoblog). Falls einer trotzdem noch klaut: es gibt da gewisse Möglichkeiten…

    • @Broken Spirits
      Klingt bei dir wirklich so, als hättest du nicht mehr allzu viel Hoffnung, dass das Internet für dich persönlich noch mal eine positive Wendung nehmen könnte, oder? :(

  7. Das Internet ist doch so was tolles und dennoch, hat es so einen komischen Beigeschmack. Alles ist nur einen Klick weit entfernt. Es kennt keine Feiertage und geschlossen ist auch niemals. Und ich muss zugeben, auch wenn ich nur gedanklichen Rotz auf meinem kleinen Blog von mir gebe, ist da immer wieder tendenzielle Panik vor irgendwelchen „Idioten“ die meinen, die Zeit und Energie für ein negatives und oft vernichtendes Kommentar aufbringen zu müssen….

    Aber vielleicht trifft es, in einer perfekten Welt zumindest der eine Spruch „Wo viel Licht, da auch viel Schatten!“

    Es gilt selbstverständlich nach wie vor das Recht der freien Meinungsäußerung. Das kann sich eben über das Medium Internet, mehr als viral verbreiten und viele ziehen daraus eben leider ihren „Nutzen“.

    Auf Grund der Tatsache, das viele von uns immer mehr und mehr abzustumpfen scheinen, wiegt der Umstand eben manchmal doppelt so schwer…. und von daher kann man eigentlich nur selbst für sich den Fokus wieder auf die Sachen legen, die einen positiv aufbauen…

    Find den Artikel einfach nur GENIAL – tendenziell „ungefiltert“ gefällst du mir richtig gut! :-)

    • @Pierre
      Tendenziell ungefiltert… hihi… ich weiß, was du meinst 😀 Ab und zu muss das einfach sein 😉

  8. Klasse Beitrag.
    Ich glaube nicht, dass das Internet alles schlimmer macht. Dummheiten und Beleidigungen werden hier nur besser dokumentiert uns archiviert als in der Kneipe. Vielleicht ist es dehalb ganz gut so, dass es zu den Zeiten meiner Jugendsünden und Dummheiten noch kein Internet gab. 😉
    Gruß
    Fulano

    • @Fulano
      Auf jeden Fall. Das Internet vergisst nicht, Menschen nach einer durchzechten Nacht schon eher 😉 Aber ernsthaft: ich bin mal gespannt, wie sich das in einigen Jahren so alles entwickelt haben wird. Ob dann Firmen bei Bewerbungen wirklich systematisch das Internet nach Jugendsünden von Bewerbern durchforsten. Soll es teilweise ja heute schon geben. Wobei mir als Chef ein Bewerber mit absolut sauberer Weste wohl deutlich suspekter wäre.

  9. Ich denke, dass das Internet eher dazu beigetragen hat, dass man sich mehr mit verschiedenen Dingen beschäftigt. Man erkennt plötzlich Dinge, die einem früher nicht aufgefallen sind und zwingt einem, über seine eigene Meinung noch einmal nachzudenken. Oder aber man Hinterfragt mehr. Einer der Gründe für meinen Blog war ja auch immer, dass es mich interessierte, wie andere manche Sachen sehen. Manchmal konnte ich daraus auch eine andere Sicht auf Dinge erhalten, was auch nicht das verkehrteste ist. Diskussionen, die einem halt einfach zum Nachdenken anregten etc.

    Dass es da auch immer wieder Trolls gibt, die der Welt ihre festgelegte Meinung aufdrängen oder sich auf diese Art ein bisschen Aufmerksamkeit holen wollen bleibt da auch nicht aus. Das sind diese Typen, die auch bei Stammtischen gegröhlt hätten, nur hätten sie da eine kleinere Bühne zur Selbstdarstellung gehabt.

    Agressiver? Nein, ich denke nicht. Kritischer auf jeden Fall.

    • @chephe
      Da gebe ich dir uneingeschränkt Recht. Man beschäftigt sich wirklich mehr mit verschiedensten Themen als früher. Wahrscheinlich ganz einfach aus dem Grund, weil man früher nie davon erfahren hätte. Da war man auf das beschränkt, was einem im Freundes- und Bekanntenkreis weitererzählt wurde oder was im Fernsehen kam bzw. in Zeitschriften stand. Das Internet ist da nicht nur viel globaler, sondern eben auch „ungefilterter“. So ganz ohne Filter bekommt man dann zwar auch leider den ganzen „Rotz“ mit, aber eben auch all das Interessante, was man sonst gänzlich verpasst hätte. Wahrscheinlich steigen da einfach auch die Anforderungen an uns selbst, dass wir da selber besser lernen müssen, schnell zu erkennen, was wichtig oder interessant für uns sein könnte, und was uns allenfalls die Zornesfalten auf die Stirn bringt.

  10. Ich schliesse mich da Susanne an, heutzutage wird vieles einfach schlecht geredet. Aber im Internet wie auch im realen Leben ist es doch nunmal so: Ich suche mir aus mit wem ich was zu tun haben möchte, wozu ich meine Meinung äußern möchte, wessen Meinung ich hören möchte. Jeder hat es selbst in der Hand.
    Das Internet bietet halt nur die Möglichkeit es später nochmal nachzulesen und so bleiben leider negativ behaftete Dinge auch länger hängen. Aber wenn ich das weiß, kann ich auch dementsprechend damit umgehen.

  11. Pingback: Internet - jedem sein Fluch und sein Segen | Pyrolirium