Angestellter verdient viel Geld mit heimlichem Outsourcing eigener Arbeit nach China

Anzeige

ChinaChina ist inzwischen wohl hinreichend bekannt dafür, ein Land zu sein, in welchem man zu extrem günstigen finanziellen Bedingungen Waren produzieren lassen kann. Nicht umsonst liest man auf Produkten immer häufiger nur noch das Siegel „Made in China“. Außer vielleicht dort, wo mit Tricks und dem Ausnutzen von Gesetzeslücken ein entsprechender „Etikettenschwindel“ betrieben wird, um zumindest nach außen hin noch den Eindruck zu erwecken, als würde es sich um Waren handeln, die im eigenen Land hergestellt worden sind.

Zwar lächelt man immer ein wenig herablassend über die angeblich geringere Qualität der Ware aus China, was bei absoluten „Billig-Produkten“ mitunter auch tatsächlich der Fall ist. Aber beim Großteil der für Markenhersteller produzierten Waren kann von mangelnder Qualität wohl keine Rede sein, da die entsprechenden Hersteller schon mit Bedacht auf den eigenen Ruf entsprechende strenge Qualitätskontrollen durchführen.

Was hingegen bislang weniger bekannt war, ist die Tatsache, dass man in China nicht nur vergleichsweise günstig Waren produzieren lassen kann, sondern dass man dort auch Dienstleistungen mieten kann. Und die scheinen überraschenderweise sogar von ziemlich guter Qualität zu sein!

Ein Mitarbeiter eines amerikanischen Unternehmens jedenfalls wusste von dieser Mietmöglichkeit – und er machte davon Gebrauch. Der echte Name des Mitarbeiters ist nicht bekannt; inzwischen wird er nur noch Bob genannt. Er soll ein ca. 40jähriger Familienvater sein.

Man kennt das ja, dass in Unternehmen manche (Teil-)Bereiche mittels „Outsourcing“ ausgegliedert werden, um die Produktivität zu erhöhen oder die eigenen Kosten zu senken. Bob hingegen trieb die Sache noch weiter. Ohne Wissen seiner Vorgesetzten gab er die Aufträge, die er bekam, an chinesische Miet-Arbeiter weiter, welche diese für ihn erledigten. In der Zwischenzeit vertrieb sich Bob seine tägliche Zeit im Büro damit, einfach im Internet zu surfen und den „Arbeitstag“ irgendwie hinter sich zu bringen… ein wenig SocialNetwork hier, ein paar Katzenvideos dort. Abends schrieb er dann eine E-Mail an seine Vorgesetzten, in denen er sie über den Fortgang „seiner“ Arbeiten auf dem Laufenden hielt. Da Bobs Chinesen alle Aufträge schnell und zuverlässig erledigten, stieg nicht nur sein Ansehen bei den Vorgesetzten, sondern auch sein Gehalt. Bob verdiente mit seiner „Arbeit“ gutes Geld, während „seine“ chinesischen Arbeiter nur einen Bruchteil davon kosteten. Alles in allem also ein lohnendes Geschäft für Bob.

Dummerweise stellte irgendwann mal jemand bei Routine-Kontrollen regelmäßige Zugriffe auf die eigenen Server aus China fest. Doch statt dem Anfangsverdacht der Industriespionage stieß man bei Überprüfungen schließlich auf Bob und seine chinesischen Leih-Arbeiter. Zudem wurde festgestellt, dass Bob diese Masche auch bei anderen Unternehmen erfolgreich durchgezogen hatte. Es war sozusagen sein „Geschäftsmodell“.

Wie eingangs erwähnt, ist ein solches „Outsourcing“ ja auch eigentlich nicht außergewöhnlich. Außergewöhnlich wurde es aber durch die Tatsache, dass hier ein Angestellter auf eigene Faust quasi ein Sub-Unternehmen angestellt hatte, welches seine Arbeit erledigte, und deren Arbeit als seine eigene ausgab und sich entsprechend vergüten ließ. Ich weiß ja nicht, was das Unternehmen letztlich gemacht hat. Ich hätte den teuren Bob wahrscheinlich entlassen und stattdessen die chinesischen Entwickler eingestellt, damit eine Menge Geld gespart und weiterhin gute Arbeit geleistet bekommen.

Wie seht ihr das? War Bob einfach ein cleverer Kerl, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und dem man nicht böse sein kann? Oder war er ein Betrüger, der sich an anderen bereichert hat und gefeuert gehört?

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

Anzeige