Mit Essen spielt man nicht!

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hungerndes Kind bettelt um EssenKindern wird immer beigebracht, dass man mit Essen nicht spielt. Die Deutsche Bank sieht das augenscheinlich anders und hat nun angekündigt, auch zukünftig mit Nahrungsmittel-Spekulationen Geld an den Börsen verdienen zu wollen, da entsprechende Untersuchungen keine stichhaltigen Belege aufgezeigt hätten, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen Spekulationen und dem Hunger der Welt gäbe.

Nun bin ich wahrlich kein Finanzexperte. Aber ist es an der Börse nicht normalerweise so, dass die Preise der Rohstoffe -und somit der Profit der Spekulanten- steigt, wenn der entsprechende Rohstoff knapper und die Nachfrage höher wird? Wird daher nicht hinter verschlossenen Türen gerne mal eine künstliche Knappheit erzeugt? Warum sollte das bei Nahrungsmitteln dann anders ablaufen?

Natürlich sind solche Spekulationen nicht der alleinige Grund für den Anstieg von Nahrungsmittelpreisen, so dass sich da selbstverständlich kein monokausaler Zusammenhang bei Untersuchungen feststellen lässt. Aber um zu glauben, dass die Spekulation keinesfalls auch nur ansatzweise etwas damit zu tun haben könnte, muss man die Augen schon extrem vor der Realität verschließen, oder?

Und wenn dann ein armes Land eh schon Probleme hat, die eigene Bevölkerung zu ernähren, weil z.B. das Klima dort keinen sonderlich erfolgreichen Anbau von Grundnahrungsmitteln zulässt, machen verteuerte Importe, die sich dort keiner leisten kann, die Lage sicherlich nicht besser… außer für die Spekulanten, die auf den Preisanstieg der Nahrungsmittel gewettet hatten.

Solche Spekulationen mögen bei Dingen wie beispielsweise Metallen oder Öl schon ärgerlich sein, wenn sie unser tägliches Leben verteuern. Bei Nahrungsmitteln sind sie schlichtweg moralisch unanständig. Denn auf Öl kann man notfalls irgendwie verzichten, wenn es zu teuer wird, auf lebensnotwendige Nahrung nicht.

Wahrscheinlich hat der im Zusammenhang mit dem Finanzsektor inzwischen gern genutzte Begriff der „Heuschrecke“ noch nie so traurig gut gepasst wie in diesem Fall. Oder gehe ich da mit der Deutschen Bank bzw. generell den Nahrungsmittelspekulanten zu hart ins Gericht?

Foto: Henning Hraban Ramm / pixelio.de

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