Stille und Hektik „zwischen den Tagen“

Anzeige

TokioWir befinden uns in dieser sagenumwobenen Zeit, die gerne als „zwischen den Tagen“ bezeichnet wird. In der Tat sind die Tage zwischen dem Weihnachtsfest und Silvester immer etwas ganz besonderes. Ein überschaubarer Zeitraum zwischen zwei Festen, gleichsam still und doch auch hektisch.

Still, wie heute Morgen. Ich bin scheinbar einer der wenigen, die sich „zwischen den Tagen“ nicht frei genommen haben. Dementsprechend leer waren zumindest die Straßen. Man merkt ja oft schon einen Unterschied während der „normalen“ Schulferien, aber „zwischen den Tagen“ ist es wirklich extrem. Da wirken die Straßen morgens oftmals wie ausgestorben – da kann noch nicht einmal ein stinknormaler „Brückentag“ mithalten.

Und dennoch ist da auch diese Hektik. Wenn die Leute, die sich alle frei genommen haben, sich erfolgreich aus den Betten gequält, sich von den „Strapazen“ der Weihnachtsessen der vergangenen Tage erholt und in Ruhe gefrühstückt haben, dann geht es los.

Dann beginnt der Moment, der den Angestellten im Einzelhandel vermutlich regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn treten lassen. Wer denkt, dass es schon schlimm ist, wenn die Leute sich am 24.12. panisch durch die Innenstadt drängeln, um auf den letzten Drücker noch Geschenke und / oder Essen zu kaufen, der hat die Menschen noch nicht „zwischen den Tagen erlebt“. Zuerst drängeln sich die Massen wieder in die Innenstädte, um Geschenke umzutauschen oder erhaltene Gutscheine einzulösen. Das Hemd hat nicht die gewünschte Farbe, die Hose ist eine Nummer zu groß, die Socken gab es doppelt, das Technik-Spielzeug ist nicht mit der vorhandenen Hardware kompatibel, beim Kauf des Parfums hat er sich vergriffen… und so weiter, und so weiter.

Ist dann der erste große Ansturm vorbei, fällt den Menschen siedend heiß ein, dass „nach Weihnachten“ gleichbedeutend mit „vor Silvester“ bedeutet. Also wieder zurück ins Getümmel und ab in die „Schlacht“ um die Silvester-Böller. Während man früher mit ein paar Raketen und Knallerbsen zufrieden war, werden heute ganze Batterien aufgefahren. Zehn Minuten selbstfeuernder Raketen-Abschuss. Klingt nach Krieg, und sieht auch so aus, wenn man sich ansieht, wie die Leute die Märkte „plündern“. Nicht nur die Raketen und Böller, sondern auch was das Essen angeht. Klar, schließlich weiß ja niemand so genau, ob die Läden am 02.01. jemals wieder öffnen werden, also muss man sich da ausgiebig mit Hamsterkäufen eindecken.

Ich habe keine Geschenke zum Umtauschen. Und Böller kaufen wir uns auch nicht. Ich muss zwar gestehen, dass ich mir ein Silvester-Feuerwerk gerne ansehe, aber selbst vom Balkon oder vor der Haustür etwas abschießen, das lassen wir lieber. Unsere Katze flippt schon genug aus und wir werden alle Hände voll zu tun haben, sie wieder zu beruhigen.

Aber Nahrung für die nächsten Tage kaufen, da werden auch wir nicht drum herum kommen. Zwar haben wir uns vor dem großen Ansturm vor Weihnachten schon mit den meisten Dingen eingedeckt, aber ein paar Kleinigkeiten mit relativ kurzer Haltbarkeit kann man eben nur kurzfristig kaufen. Davor graut es mir jetzt schon. Ich habe wirklich Respekt vor den Einzelhandels-Angestellten, die diesen Ansturm „zwischen den Tagen“ meistens sehr ruhig, entspannt und souverän meistern, selbst wenn den lieben langen Tag nur Hektik und Ungeduld bei den Kunden vorhanden ist.

Wie sieht es bei euch „zwischen den Tagen“ aus? Müsst ihr arbeiten oder habt ihr frei? Stürzt ihr euch für einen Umtausch, für Böller oder Essen ins Getümmel? Oder habt ihr einen Weg gefunden, dem Stress aus dem Weg zu gehen?

Foto: Fabian Voswinkel / pixelio.de

Anzeige