Fotos – das Tor zu den Erinnerungen der Zeit

FotoalbumAch, wie schnell doch manchmal die Zeit vergeht. Eben war noch Anfang des Jahres, jetzt geht es schon wieder mit großen Schritten auf dessen Ende zu. Ich habe das Gefühl, dass die Zeit mit steigendem Alter immer schneller „wie im Fluge“ vergeht. Wenn das so weitergeht, möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie das mal in einigen Jahren bzw. Jahrzehnten sein wird. Ob man da dann irgendwann das Gefühl hat, nach der Silvester-Party morgens aufzuwachen und es ist schon wieder Weihnachtszeit?

Allerdings hat der Lauf der Zeit ja auch seine schönen Seiten, nämlich die Erinnerungen. Je älter man wird, desto mehr hat man erlebt, was wiederum bedeutet, dass es mehr Ereignisse gibt, an die man sich gerne oder manchmal auch ungerne zurück erinnern kann. Als ich neulich ein wenig im Keller aufgeräumt habe, ist mir eine Kiste aufgefallen, die dort noch seit dem Umzug ungeöffnet herumstand. Der Umzug ist inzwischen viele Jahre her, aber damals hatten wir weder die Zeit, noch den Platz, um alle Kisten auszuräumen. Einige sind daher im Keller gelandet. Und eine davon ist mir dann wieder in die Hände gefallen.

Wenn man dann plötzlich etwas in der Hand hält, an das man seit Jahren nicht mehr gedacht hat, dann ist das ein wenig wie eine kleine Zeitreise. Verstärkt wurde das noch dadurch, dass im Karton zwei alte Foto-Alben lagen. Damit lässt sich natürlich prima in Erinnerungen an längst vergangene Zeiten schwelgen. Im Schuhkarton neben den Alben waren dann noch weitere Bilder aus meiner Grundwehrdienstzeit.

Das ist zwar auch schon lange her, aber die Erinnerungen danach sind zum Teil noch recht frisch. Das mag auch daran liegen, dass ich zu einigen wenigen Leuten aus der damaligen Zeit immer noch Kontakt habe. Da bleiben Erinnerungen einfach frischer. Einer von ihnen lebt inzwischen in der Schweiz. Er war konsequent. Schon damals hat er immer wieder gesagt, dass ihm einige Entwicklungen in Deutschland nicht gefallen und er irgendwann auswandern würde. Und das hat er gegen alle Widerstände durchgezogen. Er hat nicht nur -wie so viele andere- davon geredet, sondern es wirklich gemacht. Vor einigen Wochen hat er geheiratet.

Hochzeiten sind ja auch so ein Moment, an den sich die Beteiligten später normalerweise gerne erinnern wollen. Daher wurden auf der Hochzeit auch viele Fotos geschossen – so wie es auf Hochzeiten ja allgemein „Standard“ ist. Einige der Fotos hat er dann eingescannt und mir stolz gemailt. Die sahen wirklich gut aus, waren wohl auch teilweise von einem professionellen Fotografen, den er für die Hochzeit engagiert hatte. Ich meinte dann so zu ihm, dass sich die Fotos doch prima in einem Hochzeitsfotobuch machen würden, von dem er dann ein paar Exemplare in der Familie verschenken kann. So hätten dann alle etwas von den Fotos.

Er fragte mich dann, was ich denn mit „Fotobuch“ überhaupt meinen würde. Hätte ich nicht gedacht, dass es noch Menschen -zumindest in seinem Alter- gibt, die die Dinger noch nicht kennen. Bis zu ihm hatte sich das aber augenscheinlich noch nicht herumgesprochen. Ich hab ihm dann mal ein paar Links zu Anbietern solcher Fotobücher gemailt, damit er sich darüber informieren konnte. Bei mir hier in der Stadt ist ja auch einer der Produktionsstandorte von CeWe-Fotobüchern, ich sitze hier also quasi „an der Quelle“. Nachdem er sich bei den Links umgesehen und ein wenig informiert hatte, fand er die Idee dann auch toll.

Allerdings konnte er es sich natürlich nicht verkneifen, mich noch scherzhaft darauf hinzuweisen, dass ich ihm „in meiner deutschen Überheblichkeit“ nur Links zu deutschen Shops gesendet hatte. Da hatte er Recht, daran hatte ich in dem Moment gar nicht gedacht. Teilweise liefern die zwar auch ins Ausland, aber das ist natürlich mit zusätzlichen Kosten verbunden. War aber in dem Fall nicht so tragisch, denn nachdem er nun wusste, wonach er suchen musste, wurde er selbst recht schnell fündig und fand einen Color Foto Service aus der Schweiz, der neben allerlei Foto-Produkten auch die erwähnten CeWe-Fotobücher anbietet.

Das wiederum war die perfekte Vorlage für mich, um ihm auf seinen „bissigen Kommentar“ noch einen mit meiner „deutschen Überheblichkeit“ reinzuwürgen und zu fragen, warum er denn bislang noch nie etwas von diesen Büchern gehört hatte, wenn es da „selbst in der Schweiz schon längst Anbieter für gibt“ 😉

Aber es ist schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Erinnerungen wir mit Fotos verbinden, oder? Manchmal muss es dabei noch nicht einmal um den Inhalt des Fotos selbst gehen. Wir sehen etwas auf dem Foto und erinnern uns an ganz andere Dinge, die auch an diesem Tag passiert sind. Oder an Personen im allgemeinen, an die wir schon lange nicht mehr gedacht haben. Mir hat es jedenfalls wieder viel Spaß gemacht, nach langer Zeit in längst vergangenen Erinnerungen zu wühlen und die vergessenen Alben aus dem Keller mal wieder durchzublättern.

Geht euch das auch so, wenn ihr ab und zu in Fotos stöbert? Habt ihr eure Foto-Alben eigentlich schon komplett digitalisiert? Oder habt ihr noch klassische Foto-Alben mit „echten“ Fotos, die auf den Seiten eingeklebt sind, im Schrank stehen? Oder gehört ihr gar zu der Sorte Mensch, die auf Fotos generell keinen großen Wert legen und darauf vertrauen, dass die wichtigen Erinnerungen auch ohne Fotos im Kopf erhalten bleiben?

Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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