Günstigere Wohnungen durch neue Makler-Regelungen?

MietvertragIch kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich in Köln die Uni besucht habe. Wie in den meisten Uni-Städten, vor allen den größeren, waren Wohnungen dort nicht nur sehr begehrt, sondern aufgrund der Masse an Studenten auch extreme Mangelware. Für mich selbst stellte sich die Lösung so dar, dass ich jeden Tag mit dem Zug pendelte. Der Ticket-Preis war in den Studiengebühren inkludiert und da genug meiner Kommilitonen ebenfalls die ca. einstündige Strecke fuhren, wurde es auch nie langweilig.

Andere hingegen bissen in den sauren Apfel und suchten sich eine WG oder sogar eine eigene Wohnung. Die „eigene Bude“ hatte natürlich den großen Vorteil, dass man sein eigener Herr war, keine Kompromisse bezüglich der Wohnungsnutzung eingehen musste und definitiv seine Ruhe hatte, wenn man lernen musste. Allerdings hatte so eine Wohnung auch ihren Preis – im wahrsten Sinne des Wortes! Und der war meist nicht von schlechten Eltern.

Da wurden für 20-25 Quadratmeter Mietpreise verlangt, dass man auf den Gedanken kommen konnte, man würde das ganze Haus kaufen. Interessant war auch, wie es findige Architekten immer wieder geschafft hatten, Wohnraum, Schlafzimmer, Küchenecke und Bad auf so kleinen Raum zu kombinieren.

Aber so ist das nun einmal, wenn das Angebot begrenzt, die Nachfrage hingegen riesig ist. Dann sind Wohnungen eben nicht gerade günstig. Was aber noch viel schlimmer als die überteuerten Wohnungen an sich war, war die Tatsache, dass man neben der teuren Wohnung und einer saftigen Kaution oftmals auch noch mit Maklerprovisionen zu kämpfen hatte.

Viele Vermieter wollen sich nämlich nicht mehr die Mühe machen, ihre Objekte selbst zu vermieten. Insbesondere in „Studentenbuden“ kommt es ja auch häufiger mal zu Wechseln. Um sich dann die ganze Arbeit zu ersparen, setzen Vermieter Makler ein, die ihnen die Arbeit abnehmen. Allerdings sind diese Makler nicht billig und können Provisionen in der Höhe mehrerer Monatsmieten geltend machen. Problematisch ist das vor allem, weil nicht der Vermieter diese Kosten zu tragen hat, sondern der Mieter.

Das könnte sich nun bald ändern. Mehrere Bundesländer machen sich inzwischen Gedanken darüber, das Konstrukt der Makler-Provisionen zu überarbeiten, so dass demnach derjenige den Makler bezahlen soll, der ihn bzw. seine Dienste bestellt hat – was im Normalfall der Vermieter ist. Der Fachmann spricht in diesem Zusammenhang vom sog. „Besteller-Prinzip“.

Was sich auf den ersten Blick vielversprechend für Mieter anhört, dürfte im Zweifel jedoch halb so toll werden. Denn selbst, wenn Vermieter den Makler künftig bezahlen müssen, hindert es die Vermieter nicht daran, diese Kosten über die Miete -zumindest im Rahmen des örtlichen Mietspiegels- indirekt trotzdem auf die Mieter abzuwälzen.

Daher kann es nicht schaden, die Augen auch in Zukunft nach Alternativen offen zu halten. Als ich noch in einer Wohnungsgesellschaft gearbeitet habe, haben wir unsere Objekte auch immer in entsprechenden Onlineplattformen veröffentlicht. Das Feedback war dort oftmals größer als in der lokalen Presse, da immer mehr Menschen eine Wohnung über das Internet suchen. Zu unserem Standard gehörte damals das Onlineportal Immobilienscout24.de. „Kleine“ Vermieter mit wenigen Objekten können dort teilweise komplett kostenlos inserieren. Aber auch für unsere Gesellschaft waren die Kosten sehr überschaubar. Jedenfalls weitaus geringer als es vielleicht demnächst für Vermieter werden wird, wenn diese einen Makler in Anspruch nehmen wollen und diesen selbst bezahlen müssen.

Der große Vorteil bei Portalen dieser Art ist einfach, dass man eine breite Masse an Wohnungsinteressenten über das Internet erreicht und gleichzeitig den Makler einsparen kann. Die dadurch eingesparten Kosten können ein Vorteil sein, weil man sich damit positiv von der Konkurrenz abheben kann.

Habt ihr schon mal mit Maklern zu tun gehabt? Wie waren da so eure Erfahrungen? War es praktisch? Oder hättet ihr gut und gerne darauf verzichten können? Haben euch die Mehrkosten geärgert oder fandet ihr die fair? Und wird sich durch das Besteller-Prinzip etwas ändern oder glaubt ihr, dass die Vermieter die Kosten über die Mieten auf die Mieter umlegen werden?

Foto: Udo Domnick / pixelio.de

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