Wenn Dressurreiten doch immer so unterhaltsam wäre…

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Tja, irgendwie läuft Olympia in diesem Jahr ziemlich an mir vorbei. Zwar schaue ich ab und zu mal rein, aber früher habe ich mich intensiver damit auseinandergesetzt. Damals wie heute habe ich mich bei Olympia allerdings vor allem eher auf die „ungewöhnlichen“ Sportarten konzentriert, die man sich sonst eher selten anschaut. Beispielsweise Dressurreiten. Wobei das vermutlich weniger mit Olympia zu tun hat, sondern mit etwas bzw. jemand anderem, nämlich Carsten Sostmeier.

Persönlich finde ich nämlich Dressurreiten tierisch langweilig. Das mag möglicherweise an meinem mangelnden Interesse an Pferden liegen. Für mich ist das im Prinzip nur ein wenig herumhüpfen vom Pferd in die eine und dann in die andere Richtung. Klar, die Herausforderung besteht wohl darin, dass ein Pferd die Übungen und Bewegungen möglichst sauber absolviert. Sieht für mich als Laien dennoch nicht spannend aus. Aus dem Grund kann ich auch mit Synchronschwimmen nix anfangen. Der Unterschied zwischen Synchronschwimmen und Dressurreiten ist für mich eben der bereits vorhin genannte Carsten Sostmeier. Wer das ist? Nun, viele von euch, die Dressurreiten schon mal im Fernsehen gesehen haben, werden ihn sicherlich kennen:

Carsten Sostmeier ist der Kerl, der stets mit viel Inbrunst und Elan das Dressurreiten kommentiert. Dabei zieht er Sprüche aus dem Ärmel, bei denen ich mich immer frage, ob er sich die auf Karten vorschreibt, oder ob die ihm wirklich spontan einfallen. Wenn man aber hört, dass ihm beim Kommentieren „fast einer abgeht“, hört sich das alles schon ziemlich spontan und echt an. Beispiel gefällig? Bei Olympia 2008 ritt Isabell Werth auf ihrem Pferd Satchmo. Sostmeier kommentierte. Hier ein Videomitschnitt vom Originalkommentar – lediglich Werths Ritt auf Satchmo wurde entsprechend „nachgestellt“, macht das Video dadurch aber noch witziger:

Mal ehrlich, wie kommt man auf Sprüche wie: „Kraftvoll, temperamentvoll wie die Hufe von Satchmo im Takt auf den Boden hier trommeln in einer, ihm angepaarten Eleganz den Sand zugleich doch nur sanft streicheln zu wollen, dabei, da muss man auch mal die neun ziehen Freunde! Olalaaa, aaaaaaaah, die Traversale, das ist ja eine perfekte Inszenierung von Balance, Raumgefühl, Losgelassenheit, das ist ja ein vierbeiniges Kunstwerk.“

Das sind die Dinge, die für mich das Dressurreiten zu etwas ganz besonderem machen. Wahrscheinlich ist es nicht im Sinne des Erfinders, dass ich eher durch den Kommentar, als durch das Dressurreiten selbst unterhalten werde. Aber Carsten Sostmeier, der mit Sprüchen wie „Seit 2008 wird zurückgeritten“ auch schon mal über das Ziel hinausgeschossen ist, bringt durch seine zweifellos vorhandenen Emotionen so viel freiwillig oder unfreiwillig komische Unterhaltung in diese sonst so ernste und „steife“ Sportart, da kann ich einfach nicht anders, als mich köstlich zu amüsieren.

Kennt ihr Carsten Sostmeier? Wie findet ihr den Video-Mitschnitt? Und welche „exotischen“ Sportarten schaut ihr euch während Olympia gerne mal zwischendurch an?


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