Der Kauf direkt an der Quelle: Gadgets aus China

Manchmal ist es schon interessant, wenn man sich kleinere Technik-Geräte mal ein wenig genauer ansieht. Dass die nur noch selten „Made in Germany“ sind, dürfte inzwischen jedem klar sein. Vieles wird inzwischen kostengünstig im Ausland produziert. Vor allem Asien und insbesondere China sind hier zu nennen. Die Geräte werden dort in Massen gebaut, dann nach Deutschland importiert und hier an uns Verbraucher weiterverkauft.

In Anbetracht dessen, dass irgendwie alles teurer wird und sich daher vor einigen Jahren -spätestens dank einer großen Elektronikkette- eine „Geiz ist geil“-Mentalität in Deutschland entwickelt hat, welche die Schnäppchenjäger in uns weckte, ist dieser Trend zu vermehrten Auslands-Importen auch gar nicht verwunderlich. Die Chinesen sind in der Produktion einfach wesentlich günstiger. Wobei da dann auch deutlich wird, welche hohen Gewinn-Margen die deutschen Händler hierzulande dann immer noch aufschlagen. Da haut es einen fast vom Hocker!

Zwar kenne auch ich die genauen Produktionskosten nicht, aber man kann einen ungefähren Eindruck davon gewinnen, wenn man sich einfach mal ansieht, wie viel die Leute für die gleichen Waren verlangen, wenn sie direkt „an der Quelle“ sitzen – also direkt in China und dem Rest von Asien. Was die für ihre Produkte verlangen, lässt sich sehr einfach herausfinden, weil viele kleine Technik-Spielzeuge, sog. „China-Gadgets“, von den Chinesen auf Ebay angeboten werden.

Allerdings ist es manchmal ganz schön lästig, da gezielt etwas zu finden. Zum Glück gibt es jedoch Seiten, die sich ganz explizit damit beschäftigen, solche interessanten Gadgets auf ebay zu finden und auf ihrer Seite ausführlich vorzustellen. In der Vergangenheit hatte ich ja schon einmal über einen Aufsatz für den Wasserhahn berichtet, den ich mir über eine solche Seite gekauft habe und der halt die Farbe zwischen rot und blau in Abhängigkeit von der Temperatur wechselt.

Eine kleine Spielerei, die man hier manchmal auf Wühltischen für 5 Euro sieht. Aus China hingegen hat mich der Spaß damals nicht mal 2 Euro (inkl. Versand!!) gekostet. Inzwischen habe ich noch einige weitere Gadgets gekauft. Zum Beispiel ein komplettes Set von USB-Adaptern, um alle möglichen Handys und Kameras auch ohne Original-Kabel an den USB-Anschluss meines PC anschließen zu können. Oder ein Gerät für den Zigarettenanzünder im Auto, mit dem man bis zu zwei USB-Geräte am Zigarettenanzünder laden bzw. betreiben kann. Kostet hierzulande im besten Fall (mit zwei Anschlüssen) 5 Euro, man findet die Dinger aber auch oft noch für über 10 Euro. Aus China hat es inklusive Versand ca. 1,50 Euro gekostet.

Besonders krass ist der Unterschied bei Zubehör für Apple-Geräte. Wer ein iPad hat und sich mal die Preise für entsprechende Hüllen angesehen hat, der weiß, dass es da meist erst ab 30 Euro aufwärts losgeht. In China hört es hingegen bei 30 Euro eher auf 😉 Da fangen die Preise für solche Gadgets bei 7 bis 10 Euro an.

Auch bei China-Gadgets, die absolut nichts mit Technik zu tun haben, sieht es ähnlich aus. Ganz ehrlich, die Zahnbürstenaufsätze für Oral-B-Zahnbürsten, die mal angeboten wurden, habe ich mir nicht gekauft. Zwar weiß man auch hierzulande nicht, wo die Dinger herkommen, aber vom Gefühl her hätte ich mich bei den ganzen Horror-Geschichten rund um chinesische Weichmacher in Plastik doch unwohl gefühlt, wenn ich mir das Ding dann in den Mund geschoben hätte. Die Türstopper, die ich mir dort aber mal gekauft habe, sind völlig in Ordnung. Vier Stück haben mich keine 5 Euro gekostet. Zufällig habe ich genau diese Dinger einige Wochen später dann mal auf dem „Grabbeltisch“ eines Kaufhauses gesehen – mit dem Unterschied, dass dort knapp 5 Euro für einen einzelnen Stopper gefordert wurden!

Ich will euch natürlich nicht dazu ermutigen, jetzt nur noch in China einzukaufen. Schließlich leben Teile unserer Wirtschaft immer noch von Produkten, die hier hergestellt wurden. Auch muss man mit einer gewissen Streuung bei der Qualität leben. Manche bestellten Waren sind top, manche aber auch so, wie man sich „typische“ China-Qualität vorstellt. Aber bei Waren, die eh nur dort produziert werden sehe ich persönlich keinen Grund, warum ich mir die hier zum vier-, fünf- oder x-fachen des Betrages kaufen soll, den ich beim „China-Mann“ zahle.

Man muss halt zwei bis vier Wochen Wartezeit einkalkulieren, bis die Bestellung ankommt. Bislang hat es bei mir aber noch jede Lieferung geschafft. Und wenn es mal länger dauerte, half eine kurze Mail nach China in gebrochenem Englisch. Dann wurde mir der gezahlte Betrag erstattet, mit der Bitte, ihn wieder zu überweisen, wenn das Gadget doch noch eintrifft. Wow, das nenne ich wirklich Kulanz und Service! Natürlich habe ich das Geld dann auch wieder zurück überwiesen, als die Gadgets eintrafen. Wer mir gegenüber so ehrlich auftritt, soll dafür schließlich nicht bestraft werden… zumal die Beträge ja auch wirklich nicht weh tun.

Wer von euch mal Lust hat, solche Dinge auszuprobieren, kann sich ja mal entsprechende Gadget-Seiten ansehen. Dort gibt es in den FAQs auch weitere Hinweise, was ihr beachten müsst, damit die Ware nicht versehentlich im Zoll hängen bleibt.

Kennt ihr solche Seiten? Habt ihr euch schon mal China-Gadgets bestellt? Wenn ja, welche Erfahrungen habt ihr bislang gesammelt? Oder traut ihr euch nicht, dort mal zu bestellen? Welche Bedenken habt ihr?


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