Internet Explorer – Alter IE kostet jetzt extra!

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httpJeder, der sich ein wenig mit der Erstellung von Internetseiten auskennt, wird wissen, warum der Internet Explorer in diesem Bereich eher verhasst als beliebt ist. Ihr erstellt das Design für eine Seite, testet sie in allen möglichen bekannten und exotischen Browsern – alles kein Problem. Dann startet ihr das manifestierte Böse, den Internet Explorer (IE), und es kommt, wie man es fast schon erwartet: die Seite wird mit total zerschossenem Design angezeigt. Blöcke sind nicht an den richtigen Positionen, Elemente, die eigentlich fix sein sollten, scrollen munter mit.

Das Übliche halt. Der ganz normale Alltag von Web-Designern und Entwicklern. Man darf sich den Code dann noch einmal Stück für Stück ansehen, ggf. im Internet recherchieren und wird dann irgendwann herausfinden, dass der IE halt bestimmte Codes anders interpretiert als alle anderen Browser. Denn Web-Standards sind schön und gut, nur ist man bei Microsoft scheinbar manchmal der Meinung, dass der eigene Standard der allgemein gültige sein sollte. Man darf dann als „Belohnung“ alternative Stylesheet-Dateien anlegen, Browser-Weichen in den Quellcode einfügen etc. Das macht den Code meist „fetter“ und unübersichtlicher und kostet vor allem auch eine Menge Zeit. Aber man muss es trotzdem machen. Warum? Ganz einfach:

Weil dieser IE immer noch einer der am weitesten verbreiteten Browser ist. Würde man die Internet Explorer-Nutzer von der eigenen Seite ausschließen, verzichtet man auf einen nicht unerheblichen Anteil an Besuchern. Richtig schlimm ist, dass gerade beim IE auch absolut veraltete Versionen noch fleißig von den Anwendern genutzt werden. Eigentlich sollte man der Meinung sein, dass selbst unerfahrene User durch die inzwischen allgegenwärtigen automatischen Updates von Windows über aktuelle Versionen des Internet Explorers verfügen. Dem ist aber nicht so. Vielleicht interessieren sich manche Menschen einfach nicht für diese Updates. Oder sie haben sie falsch eingestellt. Oder der Administrator in Firmen kümmert sich nicht darum. Ich weiß es nicht. Aber wenn ich einen Blick in die Statistiken werfe, lauern dort sogar immer noch Zugriffe mit den Versionen 5 und 6 des Internet Explorers. Ich dachte, das wären noch Windows 98 Zeiten gewesen, wo solche Browser-Versionen aktuell waren.

Wie dem auch sei, auf eine Anpassung der eigenen Seiten für IE-Nutzer kann man nicht verzichten, wenn man z.B. einen Shop betreibt und etwas verkaufen will. Andererseits kosten die notwendigen Anpassungen eine Menge Zeit und somit auch Geld. Das hat man auch in Australien beim Elektronikhändler Kogan bemerkt… und entsprechend reagiert. Dort öffnet sich für User, die die Seite mit dem alten Internet Explorer 7 ansurfen, ein Fenster mit dem Hinweis, dass diese User pauschal 6,8% „IE-Steuer“ auf ihren Rechnungsbetrag zahlen müssen, um den gestiegenen Kosten für die speziellen IE-Anpassungen des Shops Rechnung zu tragen.

Ob das in Australien rechtlich so in Ordnung ist, kann ich nicht sagen. Hierzulande wäre wahrscheinlich wieder die Hölle los und man dürfte sich mit Verbraucherschützern, Wettbewerbern und deren Anwälten, erbosten Politikern, Anti-Diskriminierungsstellen, der Bild-Zeitung und Chuck Norris auseinandersetzen. In jedem Fall aber war das für Kogan eine gelungene PR-Aktion. Und eigentlich auch eine witzige Idee, durch die man Kunden vielleicht dazu bringen könnte, auf „richtige“ Browser umzusteigen oder wenigstens den IE aktuell zu halten.

Welche(n) Browser nutzt ihr denn so? Schaut ihr euch gelegentlich auch andere Browser und deren Entwicklung an? Und wie findet ihr die Aktion von Kogan – genau richtig oder absolut unverschämt?

Foto: Angela Parszyk / pixelio.de

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