Das Sommerloch in deutschen Blogs

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StrandDa ist es also wieder – das berühmt-berüchtigte Sommerloch! In den Medien ist es gefürchtet, denn es passiert so wenig. Die Politiker machen Urlaub, im Fernsehen laufen nur Wiederholungen. Wenn man -so wie dieses Jahr- Glück hat, laufen immerhin sportliche Events wie die EM oder Olympia. Ansonsten verkriecht sich der seriöse Journalist im Sommer scheinbar gerne in das Schreckgespenst Sommerloch und überlässt das Feld kampflos denjenigen Kollegen, die es schaffen, aus einem Furz eine Sensation zu schreiben, oder die alternativ immerhin dahingehend begabt sind, dass sie es schaffen, längst vergangen geglaubte Themen noch einmal aus der Mottenkiste auszugraben und aufzuwärmen.

Doch auch vor Blogs machst das Sommerloch nicht Halt. Im Gegenteil. In all den Jahren, die ich nun schon sowohl als Leser als auch als Blogger mit dabei bin, wiederholt sich das Spielchen mit dem Sommerloch. Man könnte schon fast die Uhr danach stellen. Hierbei macht sich das Sommerloch im Bezug auf Blogs auf unterschiedlichste Weise bemerkbar:

Die Anzahl der neuen Blogartikel nimmt spürbar ab. Da reicht derzeit ein einziger Blick in meinen Feed-Reader, um das festzustellen. News-Seiten bleiben bei der Anzahl der Artikel relativ konstant, saugen derzeit aber vor allem Themen wie den Euro-Rettungsschirm und das misslungene Meldegesetz wirklich bis auf den letzten sich bietenden Tropfen aus. Auch die meisten Themen-Blogs (wie z.B. Tech-Blogs) halten sich noch relativ wacker. Aber die Anzahl neuer Artikel bei „Freizeit-Bloggern“, die normalerweise über ihr Leben, Gott & die Welt schreiben, ist -wie jedes Jahr- massiv eingebrochen.

Doch auch bei den Kommentaren ist die Entwicklung rückläufig, was deren Anzahl angeht. Das merke ich sowohl bei meinem eigenen, als auch bei fremden Blogs. In den letzten Tagen werden es weniger Kommentare. Selbst große, stark frequentierte Blogs sind manchmal davon betroffen.

Stellt sich die Frage, woher dieses Phänomen des Sommerlochs in deutschen Blogs jedes Jahr aufs neue kommt? Ein möglicher Grund wäre natürlich, dass ja auch in den Medien „Ebbe herrscht“ und daher wenig Stoff für eigene Blogartikel vorhanden wäre. Aber sind wir mal ehrlich, wir schreiben doch nicht ständig nur über Dinge, die wir im Fernsehen gesehen oder in der Zeitung gelesen haben, oder?

Am Wetter kann es derzeit auch nicht unbedingt liegen. Zumindest, wenn man den Wetterberichten Glauben schenken darf, wonach derzeit häufig Regen, Gewitter und teilweise sogar Hagelschauer quer durch Deutschland unterwegs sind. Also nicht unbedingt das Wetter, welches einen zum Grillen oder sonstigen Aktivitäten im Freien verführen würde. In vergangenen Jahren war das Wetter jedenfalls eine wesentlich bessere Ausrede als bislang in diesem Jahr.

Was bleibt, ist einzig und allein die Ferienzeit. Die nutzen natürlich einige, um mal weg in den Urlaub zu fahren und den Blog einfach Blog sein zu lassen. Oder man bleibt daheim und verbringt die gemeinsame Freizeit lieber mal intensiv mit der Familie, als mit dem Blog. Da lässt sich nichts gegen sagen. Und insgesamt klingt es für mich auch nach der logischsten bzw. nachvollziehbarsten Antwort, wenn man der Frage nachgeht, warum Jahr für Jahr zur Sommerzeit -unabhängig vom Wetter- das Sommerloch erbarmungslos zuschlägt.

Ich werde mich, wie in all den Jahren vorher auch, in diesem Sommer wieder dem gegnerischen Sommerloch stellen und weiterhin versuchen, euch mit passenden Artikeln zu unterhalten und zum ein oder anderen Kommentar zu „verführen“… trotz Kommentatoren-Sommerloch 😉 Wer ist dabei?

Foto: Inessa Podushko / pixelio.de

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