Wechselkennzeichen im Anmarsch – Tipps und Hintergrundinfos

WechselkennzeichenAm 01.07.2012 tritt eine Verordnung in Kraft, mit der die Einführung der Wechselkennzeichen beginnt. Das Projekt wurde zu Beginn ehrgeizig von der Bundesregierung betrieben, hat jedoch durch politische Entscheidungen mit der Zeit immer mehr Rückschläge hinnehmen müssen. Aus diesem Grund ist das Endprodukt nun wesentlich eingeschränkter, als die vorherige Planung erahnen ließ. Beim Wechselkennzeichen handelt es sich um die Möglichkeit, zwei Fahrzeuge der gleichen Klasse (also entweder zwei Pkw oder zwei Oldtimer) zu nutzen, ohne diese einzeln anmelden zu müssen. Das Kennzeichen gilt damit für beide Fahrzeuge, wobei jedoch immer nur eines der beiden am Straßenverkehr teilnehmen darf. Nachfolgend soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten und Chancen aber auch Nachteile diese neue Regelung mit sich bringt.

Wie wird das Wechselkennzeichen praktisch umgesetzt?

Die praktische Umsetzung der Wechselkennzeichen-Regelung wird so aussehen, dass man ein zweiteiliges Nummernschild erhält. An jedem der beiden Fahrzeuge wird ein Nebenkennzeichen angebracht, wobei das Hauptkennzeichen hin- und hergewechselt werden kann. Ein Fahrzeug gilt jedoch nur dann als fahrtüchtig, wenn beide Kennzeichen daran angebracht sind. Auf diese Weise will der Gesetzgeber gewährleisten, dass nicht beide Autos gleichzeitig am Straßenverkehr teilnehmen. Wie praxistauglich diese Regelung ausfällt, muss sich in den nächsten Jahren erst noch erweisen.

Welche finanziellen Vorteile bringt diese Lösung?

Während noch zu Beginn von großen Steuerentlastungen gesprochen wurde, haben sich diese Planungen mittlerweile verflüchtigt. Aus steuerlicher Sicht kann man also keinerlei Vorteile in Anspruch nehmen. Im Bereich der Kfz Versicherung gibt es jedoch einige Anbieter, die bei der Nutzung eines Wechselkennzeichens einen kleinen Rabatt auf den Versicherungsbeitrag für den zweiten Wagen einräumen. Im Idealfall muss man sogar nur für das Fahrzeug Beiträge zahlen, welches die größere Typenklasse aufweist. Aktuell kann man jedoch noch nicht von einer flächendeckenden Unterstützung durch die Kfz Versicherungen sprechen, sondern man sollte sich den Anbieter schon genau aussuchen, um mit den Wechselkennzeichen auch tatsächlich Geld einsparen zu können.

Welche Probleme ergeben sich aus der Nutzung?

Das größte Problem bei der Nutzung eines Wechselkennzeichens dürfte darin bestehen, dass das nicht genutzte Fahrzeug nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden darf. Wer also nicht über eine oder besser zwei Garagen verfügt, wird Schwierigkeiten haben, ein Wechselkennzeichen überhaupt richtig nutzen zu können. Natürlich kann man einen Wagen auch auf dem eigenen Privatgelände abstellen, aber ein Auto im Hof oder Garten gefällt nicht jedem. Es bleibt abzuwarten, ob hier von Seiten des Gesetzgebers nicht noch nachgebessert wird.

Wie kann man ein solches Kennzeichen sinnvoll nutzen?

Natürlich stellt sich bei all den Kritikpunkten die Frage, wie man ein Wechselkennzeichen überhaupt sinnvoll nutzen kann. Dies ist vor allem dann möglich, wenn man sich die Steuerfreiheit von Elektroautos zu Nutze macht. Wer nämlich in den nächsten Jahren ein Elektroauto kauft, muss 10 Jahrelang keine Kfz-Steuer dafür entrichten. Da die Elektrofahrzeuge jedoch noch keine besonders langen Reichweiten aufweisen, könnte man sich neben einem normalen Wagen ein solches Auto für die Stadt zulegen. Mit einem Wechselkennzeichen kann man somit zusätzlich Rabatte bei der Kfz Versicherung in Anspruch nehmen und braucht nicht zwei Fahrzeuge einzeln anzumelden.

Fazit

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass die neue Regelung zu den Wechselkennzeichen kein besonders großer Wurf ist. In anderen Ländern wie Österreich oder der Schweiz kann man auf diesem Weg nämlich 3 Fahrzeuge anmelden und spart darüber hinaus auch noch Steuern. Dies ist in Deutschland leider nicht möglich, so dass die Regelung für viele Autofahrer uninteressant werden dürfte. Wer sich neben dem eigenen Fahrzeug noch ein Elektrofahrzeug für Stadtfahrten zulegen möchte, kann zwar minimale Einsparungen erzielen, jedoch ist dies bei solchen Haushalten meistens nicht nötig. So bleibt leider nur zu sagen, dass die Wechselkennzeichen sicherlich keine großen Veränderungen im Straßenverkehr mit sich bringen werden.

Habt ihr von dem Thema eigentlich schon etwas mitbekommen? Oder ist das bisher völlig an euch vorbeigegangen? Wie steht ihr zu den Wechselkennzeichen? Wäre es trotz aller Einschränkungen für euch etwas, was ihr nutzen würdet? Oder kennt ihr jemanden, für den die Wechselkennzeichen nützlich sein könnten?

Bild Wechselkennzeichen © WoGi – Fotolia.com

 

Über den Autor dieses Gast-Artikels:
Die Informationen wurden euch von den Experten des Portals www.kfzversicherungen.org zur Verfügung gestellt. Das Portal hat sich seit Jahren auf sämtliche Themen rund um die Autoversicherung und Themen im Straßenverkehr spezialisiert.

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