Wie weit darf die Polizei in die persönliche Privatsphäre eindringen?

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SchattenmannKlagen gegen die Polizei sind heutzutage nicht außergewöhnlich. Manchmal berechtigt, da Polizisten keine unfehlbaren Heiligen sind, sondern Menschen, die ebenfalls hin und wieder Situationen falsch einschätzen oder übereifrig reagieren. Manchmal auch unberechtigt, weil irgendein rechthaberischer Mensch meint, Gesetz und Recht für sich gepachtet zu haben und die jeweils strittige Situation als einziger richtig einschätzen zu können.

Klagen gegen die Polizei gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten, wie z.B. auch England. Diese Möglichkeit ist wichtig und richtig, denn auch Gesetzeshüter müssen im Zweifel kontrolliert werden, denn auch sie stehen nicht über dem Gesetz, auch wenn sie hin und wieder mit gewissen Sonderrechten ausgestattet sein mögen. Doch die Klage, der sich jetzt die britische Metropolitan Police ausgesetzt sieht, ist dennoch sehr auffällig und ganz sicher nicht alltäglich. Geklagt haben mehrere Frauen – wegen ihrer Partner!

Die Frage, was die Lebenspartner der Frauen mit der Metropolitan Police zu tun haben, ist schnell geklärt. Bei den Partnern soll es sich um Spitzel gehandelt haben, die sich nicht zufällig, sondern zielgerichtet darum bemüht hatten, in das Leben der Frauen zu treten, um diese und ihr Umfeld in ganz privatem Raum ausspionieren zu können.

Man kennt es ja teilweise aus Agentenfilmen und Krimis, dass sich Cops undercover in Gangs einschleusen lassen, um deren Pläne “von innen heraus” zu erfahren und die Hinweise dann weiterzugeben. Ähnlich verfährt hierzulande auch der Verfassungsschutz mit seinen V-Leuten, die sich mit falscher Identität in Gruppierungen wie z.B. in der rechten Szene einschleichen, um deren Aktivitäten zu analysieren.

Allerdings kann man die Situation natürlich unterschiedlich bewerten, ob jemand in eine Gruppe / Gang eingeschleust wird, oder in den intimen Privatbereich einer scheinbaren “Beziehung”. Manche dieser “Beziehungen” hielten nur kurze Zeit, andere wurden bis zu 9 Jahre geführt!

Da stellt man sich schon die Frage, ob der Zweck alle Mittel heiligt, oder? Stellt euch mal vor, ihr lebt mehrere Jahre mit eurem Partner zusammen, liebt ihn, durchlebt gute und schlechte Zeiten gemeinsam, bringt euch und eure Gefühle in die Beziehung ein… und erfahrt dann nach einigen Jahren, dass das von Seiten des Partners alles nur erstunken und erlogen war, er keine Gefühle für euch hegt und nur mit euch geschlafen und zusammen gelebt hat, um seine Undercover-Identität nicht zu gefährden.

Wie würdet ihr das reagieren? Ist ein solches Vorgehen legitim, wenn damit möglicherweise Verbrechen verhindert werden können? Im vorliegenden Fall handelte es sich bei den Frauen um Öko-Aktivistinnen. Würdet ihr die Situation anders beurteilen, wenn es Terroristinnen gewesen wären und durch diese “Beziehungen” Anschläge hätten verhindert und Leben gerettet werden können? Wie weit darf man gehen? Wo würdet ihr die Grenze(n) ziehen, wenn ihr das Sagen hättet?

Foto: Didi01 / pixelio.de
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