Wie der Spaß am TV mit einem HD Recorder und den richtigen Sendern wieder zurückkehren kann

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Ich besitze einen Kabelanschluss und habe bislang das analoge Kabelprogramm empfangen. Aber sind wir mal ehrlich, auf den damit zu empfangenden Hauptsendern läuft meist immer nur der gleiche Mist. Früher wurde man dort mit Talkshows bombardiert, dann schossen Richter-Sendungen wie die Pilze aus dem Boden. Inzwischen kann man sich fast täglich für eine andere Casting-Show entscheiden, in der der neue Superstar am deutschen Musik-Himmel gefunden wird, der so super ist, dass man von ihm spätestens zu Beginn der folgenden Staffel plötzlich nichts mehr hört.

Von den ganzen gescripteten Doku-Soaps möchte ich gar nicht reden, über die hatte ich mich ja erst kürzlich ausgelassen. Wird auf den "etablierten" Sendern dann tatsächlich mal ein Film gezeigt, handelt es sich meist um die x-te Wiederholung. Hat jemand von euch vielleicht mal mitgezählt, wie oft allein in 2011 die Spiderman-Filme liefen? Irgendwann wird auch der unterhaltsamste Popcorn-Kinofilm langweilig.

Aufgrund unserer Unzufriedenheit mit dem gebotenen Programm, haben wir uns nach langem Überlegen entschlossen, mal das digitale Kabelprogramm von Unitymedia auszuprobieren. Der Hauptgrund hierfür waren die vielen angebotenen Sparten-Kanäle.

Zum Empfang bekommt man von Unitymedia einen HD Recorder zur Verfügung gestellt. Optisch ist das gute Stück natürlich Geschmackssache, hier mal ein Bild:

Unitymedia HD Recorder

Viel weißes Plastik. Das passt nicht unbedingt in jedes Wohnzimmer. Andererseits ist die Farbe Weiß spätestens seit Apple oder auch der Nintendo Wii wieder modern und trendig geworden. Insofern ging man hier beim Design einfach mit der Zeit und hat eine aktuelle Entwicklung mitgemacht – es muss eben nicht immer jedes Wohnzimmergerät schwarz sein.

Für mich persönlich viel wichtiger ist da die Frage der Anschlüsse. An der Front besitzt die Box von Unitymedia eine Klappe, hinter der sich neben einigen Hauptbedien-Elementen und dem Einschub für die Smartcard ein USB-Anschluss verbirgt. Die meisten Anschlüsse sind allerdings natürlich auf der Rückseite des Geräts zu finden.

Unitymedia HD Recorder Rückseite

Ganz links seht ihr den Antennenausgang und den Antenneneingang. Es folgen zwei Scart-Anschlüsse sowie eine ganze Reihe von Audioausgängen. Neben Chinch-Anschlüssen ist hier ist auch ein S/PDIF-Anschluss vorhanden, so dass es kein Problem darstellt, die Box in das eigene Heimkino einzubinden. Komplettiert wird die Box durch einen HDMI-Anschluss, sowie noch mal einen USB-Anschluss und einen Ethernet-Anschluss, der derzeit laut Unitymedia noch nicht genutzt wird, dessen Einbeziehung aber geplant ist. Eine vernünftige Entscheidung, denn inzwischen wachsen Heimkino und Internet immer mehr zusammen, so dass ein entsprechender Netzwerkanschluss nie verkehrt ist.

Positiv hat mir gefallen, dass mit der Box auch direkt eine ganze Reihe von Kabeln gleich mitgeliefert wurden und nicht separat nachgekauft werden müssen, um das Gerät anzuschließen. Das ist leider bei anderen Herstellern immer noch kein Standard.

F-Stecker-AdapterDennoch konnte ich die Box nicht sofort in meine Wohnzimmer-Konfiguration integrieren. Grund hierfür war der Antennen-Eingang. Ich verfüge noch über einen klassischen Antennenstecker. Die Box geht aber von einem modernen F-Stecker aus, wie er bei neuen Unitymedia-Anschlüssen wohl auch immer verwendet wird. Kein großes Problem, Abhilfe schaffte ein kleiner Adapter, den ihr hier auf dem Bild seht. Kostet im Internet nur ein paar Cent (plus Versand), oder im schneller erreichbaren Technik-Markt meines Vertrauens ca. 2,50 Euro. Trotzdem wäre es natürlich toll, wenn Unitymedia so einen "Cent-Artikel" gleich der Box beilegt, so wie das mit den Kabeln ja auch vorbildlich der Fall ist.

Ist das Gerät endlich angeschlossen, schiebt man die Smartcard vorne in das Gerät und schaltet ein. Laut Anleitung kann es nun bis zu einer Stunde dauern, bis der Anschluss freigeschaltet wird. Bei mir ging es wesentlich schneller. Ich war kurz in der Küche, kam 10 Minuten später zurück ins Wohnzimmer und war bereits freigeschaltet.

Danach schaut man sich am besten die übersichtlichen Einstellungen an. Ich habe die Box per HDMI an unseren Full-HD-Fernseher angeschlossen und konnte daher die moderne Benutzeroberfläche in HD genießen. Die Bedienung geht ziemlich intuitiv von der Hand, so dass ich diesbezüglich bislang nie einen Blick in die umfangreiche Anleitung werfen musste.

Zunächst habe ich damit begonnen, die über 50 Sender thematisch in verschiedene Listen zu sortieren, da mir persönlich alle Sender in einer Kategorie einfach zu unübersichtlich sind. Ging leicht von der Hand, ebenso wie das reine Sortieren der Sender. Die Bildqualität ist top, natürlich insbesondere bei den HD-Sendern. Anders hatte ich das bei digitalem Empfang aber auch nicht erwartet.

Die Vorteile von digitalem Fernsehen sind neben der reinen Bildqualität natürlich vor allem die Features. Dank EPG hat man jederzeit eine digitale "TV-Zeitung", in der man sich informieren kann, wann was auf welchem Kanal läuft. Sehr gut: hierbei zeigt der Programmführer stets nur die Sender an, die sich gerade in der jeweiligen Senderliste befinden. Über das EPG lässt sich auch immer eine Kurzzusammenfassung des Films / der Sendung abrufen und eine entsprechende Erinnerung oder Aufnahme programmieren.

Unitymedia_HD-Recorder2Die Aufnahmefunktion der Box ist sowieso das Highlight, welches man ganz schnell nicht mehr missen möchte. Man kann entweder einen Kanal gucken und einen anderen zeitgleich aufnehmen, oder sogar zwei Kanäle gleichzeitig aufnehmen, wenn man einen davon guckt. Bei Überschneidungen warnt die Box vorab und fragt, wie verfahren werden soll. Auch wird automatisch jede Sendung, die man gerade sieht, zwischengespeichert, so dass man jederzeit noch mal zurückspulen kann, wenn man eine Szene nicht richtig mitbekommen hat. Natürlich kann man auch jederzeit das Programm dank Timeshift anhalten, wenn man mal auf die Toilette muss und gerade keine Werbeunterbrechung in Sicht ist. Insgesamt stehen auf der in der Box eingebauten Festplatte 300 GB zur Verfügung, was genügend Platz für Aufnahmen darstellt.

Apropos Werbeunterbrechung: auf vielen der angebotenen Sparten-Kanälen gibt es keine solchen Werbeunterbrechungen. Herrlich! Wir haben den Test jedenfalls nicht bereut. Das Programm der Mainstream-Sender hat sich zwar nicht verbessert, aber durch die Vielzahl an Sparten-Kanälen findet man fast immer etwas, was man selbst gerne sieht. Es sind reichlich Dokumentations-Sender vorhanden. Oder auch Filmsender, auf denen Filmperlen laufen, die man sonst kaum noch zu Gesicht bekommt, sei es, weil sie schon älter sind, weil sie nicht als Mainstream-tauglich gelten, oder nicht aus Hollywood stammen. Auch schön sind die Musiksender, die tatsächlich noch das tun, was der Name suggeriert: sie spielen Musik und nicht alle 5 Minuten für 20 Minuten Klingeltonwerbung am laufenden Band oder irgendwelche "Dokus" über das Leben der "Stars".

Wer also auf der Suche nach einem vielfältigen Programmangebot ohne größere Werbeunterbrechungen ist, welches mehr bietet als das Standard-Programm der "großen Sender", wer gerne historische, wissenschaftliche oder in der Natur spielende Dokumentationen sieht oder Interesse an Musik-Videos hat, wer nicht nur immer die gleichen Filme in der Dauerschleife, sondern auch mal öfter Klassiker oder Filme, die man sonst nicht oder nicht so oft zu Gesicht bekommt, sehen will, der sollte mal einen Blick auf Unitymedia werfen, wenn er im Sendegebiet lebt.

Zwar spielt das Fernsehen auch weiterhin in unserem Leben keine so dominante Rolle mehr, wie das früher mal war, aber ich muss gestehen, dass bei uns mit den ganzen Sparten-Kanälen eindeutig wieder mehr Spaß am gelegentlichen Fernseh-Abend zurückgekehrt ist. Wie ist das bei euch? Reichen euch die normalen Haupt-Sender? Oder öden die euch an? Sind Sparten-Sender, die auch mal ältere oder ausgefallenere Filme abseits aktueller "Blockbuster" zeigen eure Rettung? Reichen euch die Sendungen von RTL & Co. oder darf es auch mal eine interessante Dokumentation sein, die den Namen "Dokumentation" auch tatsächlich verdient hat?

Fotos: Unitymedia, gesichtet.net

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