Wenn Lebensmittel Weihnachten feiern

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In der vergangenen Woche schrieb ich einen Artikel darüber, dass man beim Stadtbummel kaum merkt, dass es auf Weihnachten zugeht. Im Großen und Ganzen hat sich hier daran leider auch nicht viel geändert, was die Dekoration angeht. Da will in der Innenstadt kaum Weihnachtsstimmung aufkommen.

Immerhin scheint man sich aber in der Lebensmittelindustrie einige Gedanken zu dem Thema gemacht zu haben und will das Weihnachtsfest nun kurz vor Schluss noch thematisch aufgreifen. Ob man mit den Ergebnissen allerdings unbedingt zufrieden sein kann, lasse ich mal im Raum stehen. Klar, bezüglich Lebensmitteln lässt sich nur schwer etwas aus dem Weihnachtsfest herauskitzeln, aber ob das, was ich hier bei einem großen SB-Warenhaus teilweise in den Regalen erblicken musste, nun wirklich der Weisheit letzter Schluss ist? Seht selbst:

Weihnachts-Käse

Käse in winterlichen bzw. weihnachtlichen Motiven. Nicht unbedingt super-originell, aber immerhin ein netter Versuch. Außerdem kann ich mir durchaus vorstellen, dass diese Käsescheiben auf einem weihnachtlichen Frühstückstisch in das Gesamtbild super passen. Für sich allein genommen also sicherlich kein Highlight, aber immerhin ausreichend, um eine sonst schon bestehende Deko möglicherweise passend zu unterstützen. Auch Kinder dürften ihre Freude damit haben. Das kennt man ja von Mortadella mit Gesicht, gerne auch mal als „Kinderwurst“ bezeichnet, da sie so gerne von Kindern gegessen wird. So kann man sich hier also Tannenbäume und Rentiere aufs Frühstücksbrot legen, während im Hintergrund „Last Christmas“ aus dem Radio dudelt.

Weihnachts-SalamiEinen ähnlichen Weg will man wohl auch mit der Winter-Salami gehen. Nicht, dass die jetzt besonders weihnachtlich schmecken würde. Eine Salami mit Zimt-Geschmack würde ich mir allerdings auch sehr gewöhnungsbedürftig vorstellen. Aber ist es wirklich kreativ, die Wurst in eine Dose zu stecken und einen Weihnachtsmann darauf zu malen, um auf der Weihnachtswelle mitzuschwimmen? Kommt wirklich weihnachtliche Stimmung auf, wenn morgens beim gemeinsamen Frühstück so eine Salami in der Weihnachtsmann-Dose steht? Ich stelle mir gerade vor, wie das Kind dann fragt: „Mama, kannst du dem Weihnachtsmann bitte noch was von seiner Wurst abschneiden? Ich habe Hunger.“ 😀

Ehrlich, ich mag Salami. Aber DIE Art, Salami einen Bezug zu Weihnachten zu geben, finde ich irgendwie verunglückt. Was haltet ihr davon? Kennt ihr andere Beispiele, wo auf Teufel komm raus unbedingt ein Produkt einen Bezug zu Weihnachten herstellen wollte und damit gescheitert ist? Oder wo das vielleicht sogar -wie beim Käse- ganz gut geklappt hat?


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