Aus Scheiße erfolgreich Gold machen – es funktioniert!

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Hundehaufen verbotenMan verzeihe mir die etwas „anrüchigen“ Überschrift für diesen Artikel, aber sie trifft den Nagel bzw. den Inhalt dieses Artikels einfach wunderbar auf den Kopf. Außerdem sind regelmäßige Leser dieses Blogs vermutlich noch viel schlimmere Überschriften von mir gewohnt.

So sehr die Schere zwischen arm und reich auch auseinander klafft, so stark die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Kulturen und Religionskreisen auch sein mögen, es gibt einfach Probleme, die überall gleich sind, unabhängig von Kulturkreis, Religionszugehörigkeit, Geschlecht, Alter, Herkunft oder Bildung. Eines dieser Probleme ist zweifelsohne der Kot von Tieren, hier insbesondere die gern zitierte „Hundescheiße“. Völlig egal, ob auf einem abgelegenen Weg auf dem Land, im Park oder der stark frequentierten Innenstadt, Hundehaufen lauern überall und warten förmlich nur darauf, dass ein unaufmerksamer Bürger in den weichen Fladen hinein tritt. Extrem unappetitlich und ärgerlich. Aber eine alltägliche Gefahr.

Und das, obwohl Herrchen und Frauchen das Liegenlassen der „Hinterlassenschaften“ ihrer vierbeinigen Freunde ja eigentlich verboten ist und jeder Hundebesitzer zur Beseitigung des Hundekots seines Hundes verpflichtet wäre. Aber wie das so oft ist, Verbote sind halt oft fruchtlos, vor allem, da man kaum jeden Hundebesitzer kontrollieren kann. Darum geht man jetzt in New York einen anderen Weg und will Hundekot-Sünder nicht bestrafen, sondern stattdessen diejenigen belohnen, die sich „richtig“ verhalten:

Die Idee, die dahinter steckt, ist einfach und dennoch genial. An der Aktion beteiligen sich mehrere Geschäfte, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft von New Yorker Parkanlagen befinden, da dort das Risiko, in einen Haufen zu treten, naturgemäß am größten ist. Die Geschäfte beteiligen sich, da ein sauberes Umfeld natürlich auch für sie von Interesse für ein sauberes Image ist. Außerdem ist ein Kunde, der glücklich in einen Laden kommt wohl eher bereit, ein paar Dollar mehr auszugeben als der verärgerte Kunde, der noch vor Wut schäumt, weil er sich seine Schuhe vor 5 Minuten mit Hundescheiße versaut hat.

Nun werden überall in den Parks Kästen aufgestellt, in denen sich Tüten befinden, mit denen man den Hundekot sauber entsorgen kann. Diese Kästen kennt man auch hier in Deutschland. Sie werden erfahrungsgemäß viel zu selten genutzt. Wie will man also die Leute in New York dazu anspornen, die Dinger nun häufiger zu nutzen? Ganz einfach, hier kommen die oben genannten Geschäfte aus der Umgebung ins Spiel.

Alle „Kot-Sammeltüten“ sind mit einem besonderen Feld ausgestattet. Füllt man den Hundehaufen in die Tüte, erwärmt sich das Feld und gibt einen Barcode preis. Diesen scannt man mit einer kostenlosen Handy-App und bekommt für das Einsammeln des Hundekots Punkte gutgeschrieben. Diese Punkte wiederum kann man in den teilnehmenden Geschäften im Umfeld der Parks einlösen. So gibt es in einigen Restaurants beispielsweise einen Kaffee gratis dazu. In dem Moment, wo die Punkte eingelöst werden, wird dies auch in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Somit kann der Sammler zeigen „Seht her, ich habe etwas Gutes getan“ und für die teilnehmenden Geschäfte gibt es ein wenig kostenlose Werbung für „Seht her, wir unterstützen diese Aktion aktiv“. Ein Video zeigt auch noch einmal ganz deutlich, wie man sich das alles in New York vorstellt:

Die ganze Sache ist also für alle Beteiligten von Vorteil. Die teilnehmenden Geschäfte bekommen ein saubereres Umfeld für zufriedenere Kunden und gleichzeitig ein wenig Werbung, die Sammler bekommen Gratis-Artikel oder kostenlose Dienstleistungen für ihre gute Tat und alle Bürger bekommen sauberere Parks.

Soweit jedenfalls die Theorie. In der Praxis kann ich mir das prinzipiell auch gut vorstellen. Hierzulande gibt es ja auch Menschen, die wild herumliegende Pfandflaschen einsammeln, um sich mit dem so gesammelten Pfand noch etwas hinzuzuverdienen. So könnten sich in New York auch Leute finden, die auf diese Art und Weise mal eben zwei oder drei Häufchen entsorgen, um einen kostenlosen Kaffee abzustauben oder andere kleine Vergünstigungen zu erhalten.

Das große „Aber“ lässt sich jedoch auch hier nicht vermeiden, denn das System ist natürlich nicht sonderlich gut gegen Missbrauch abgesichert. So wäre vorstellbar, dass sich jemand einfach ein paar dieser Tüten nimmt, daheim kurz auf der Heizung oder auf andere Weise erwärmt, den Code scannt, auf diese Weise eine Menge Punkte sammelt und die dann -ohne eine echte Gegenleistung erbracht zu haben- bei den teilnehmenden Geschäften einlöst.

Was denkt ihr? Wäre dieses System -trotz der Anfälligkeit für Missbrauch- vielleicht auch etwas für Deutschland? Könnte man damit Erfolge erzielen? Wie könnte man es vielleicht sogar noch verbessern? Oder ist das alles -im wahrsten Sinne des Wortes- einfach nur scheiße?

[via]
Artikelbild: Matthias Stöbener / pixelio.de

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