Der Weg zu Glück und persönlicher Zufriedenheit

KleeblattEs liegt in der Natur des Menschen, sich mit anderen Menschen zu messen und zu vergleichen. Grundsätzlich ist das zunächst einmal eine positive Eigenschaft, da daraus oftmals die Motivation und der Antrieb bezogen werden, sich selbst zu verbessern. Und wer sich selbst und seine Fähigkeiten verbessert, wird auch für die Allgemeinheit “wertvoller”. Der Ansporn durch den Vergleich mit anderen führt zu einem “natürlichen Wettbewerb”, der für alle Seiten positiv sein kann. Wichtig hierbei ist jedoch -wie so oft im Leben- das richtige Maß zu finden.

“Neid – der Pickel am Arsch der Gesellschaft!”

Denn ganz schnell kann das “Sich mit anderen vergleichen” auch ins Negative umschlagen. Kritisch wird dies vor allem dann, wenn daraus kein Antrieb erwächst, sich selbst zu verbessern, sondern nur blanker Neid entsteht. Platt ausgedrückt halte ich Neid für den Pickel am Arsch der Gesellschaft! Neid macht uns unglücklich. Wer sich neidisch und abfällig über jemand anderen oder dessen Erreichtes äußert, zeigt keine Motivation, seine eigene Situation zu verbessern, sondern versucht nur, die andere Position abzuwerten, um sie zu sich herunter zu ziehen. Wobei dieser Versuch regelmäßig kläglich scheitert, so dass man durch Neid nie die eigene Position verbessert, sondern sich allenfalls noch unglücklicher fühlt.

Wer sich ausschließlich darüber definiert, wie er im Vergleich zu anderen Menschen positioniert ist, verliert den Blick für sich selbst, also für das Wesentliche. Das soll an einem kurzen Beispiel deutlich gemacht werden:

Stellt euch vor, ihr habt einen Job, der euch Spaß macht, mit Kollegen, deren Art euch liegt und einem Gehalt, von dem ihr gut leben könnt. Ihr seid zufrieden und motiviert. Um dem ganzen das Sahnehäubchen aufzusetzen, erfahrt ihr von eurem Chef, dass ihr aufgrund eurer guten Arbeit und dem positiven Ergebnis des letzten Jahres künftig 15% mehr Gehalt bekommt. Ein Grund, sich richtig zu freuen also, richtig?

Doch was ist, wenn ihr wenig später erfahrt, dass auch euer Kollege, der die gleiche Arbeit macht, sogar eine Gehaltserhöhung von 25% bekommt? Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, oder? Obwohl man kein finanzielles Problem hat und sogar eine Gehaltserhöhung erhalten hat, ist man plötzlich unzufrieden… weil man sich mit dem Kollegen vergleicht.

Konzentration auf die positiven Dinge des eigenen Lebens

Genau dort liegt der vermeintliche Fehler. Man fühlt sich unfair (oder besser: ungleich) behandelt, es kommt Neid auf. Man kann natürlich wunderbar darüber streiten, inwiefern der Unterschied bei der Erhöhung nun gerechtfertigt ist oder nicht. Darum soll es jedoch an dieser Stelle gar nicht gehen. Ich war früher selbst so. Habe mich ständig mit anderen verglichen, meine Kräfte gemessen. Und es bringt einen voran, es treibt einen an. Aber ich habe es übertrieben mit dem Vergleichen. Plötzlich war es nicht mehr nur Ansporn, sondern es kam dieser typische Neid auf. Glücklich machte das indes nicht. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, meine eigene Position wieder stärker zu gewichten. Ich sehe, was ich bisher erreicht habe und auf welchem Weg ich mich befinde. Ich achte darauf, was um mich herum passiert und was mich glücklich macht.

Um mal kurz Goethe zu zitieren:

“Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.”

Es stimmt. Das Glück ist immer da. Nur muss man es auch beachten und sich bewusst werden lassen. Das ist nicht immer einfach, da uns die Missstände und Fehlschläge, all das Negative viel stärker ins Auge fällt und dauerhaft im Gedächtnis haften bleibt. Das ist auch unvermeidlich, da der Mensch in erster Linie aus Fehlern lernt. Darum nehmen wir die negativen Eindrücke viel stärker und vor allem dauerhafter wahr, als die schönen, glücklichen Momente. Geht mir genauso. Wenn ich mir aber bewusst mache, dass auch die glücklichen Dinge um mich herum geschehen und ich nur darauf achten muss, dann sehe ich die plötzlich. Alles eine Sache des “Trainings”, wenn man so will. Aber es lohnt sich.

Denn wenn man erkennt, dass auch einem selbst Glück widerfährt und man sich auf die eigene, gute Situation konzentrieren kann, sieht man den Vergleich mit anderen, denen es noch besser geht, viel gelassener. Mag sein, dass mein Nachbar mehr verdient, der Kerl von gegenüber das “dickere Auto” fährt und die Dame vom anderen Ende der Straße viel häufiger in Urlaub fährt. Aber macht das mein eigenes Leben schlechter? Nein, kein Stück weit. Darum kann ich es den anderen auch gönnen, ohne mich in Neid und Selbstmitleid zu ergötzen. Klar kann ich diese Leute als Ansporn nehmen, aber meine eigene Situation muss ich mir dadurch doch trotzdem nicht künstlich schlecht reden.

Glück definiert sich nicht (nur) über Geld

Generell habe ich bemerkt, dass man sich eh nicht zu sehr auf den Faktor Geld festlegen sollte, um seine Lebensqualität zu beurteilen. Ohne Zweifel ist das Leben oftmals einfacher, wenn man nicht auf den Euro schauen muss und nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss, bevor man ihn ausgibt. Insofern lebt es sich mit mehr als genug Geld sicherlich sorgenfreier und ein Stück weit entspannter. Dennoch gibt es auch genug andere Möglichkeiten, Glück in sein Leben zu lassen. Das sieht man auch an so manchem Millionär. Da gibt es diejenigen, die sich und ihre Position über den Kontostand definieren und sich stets verbissen Gedanken darüber machen, wie sie ihren Wohlstand noch weiter vermehren können. Frei nach dem Motto “Es könnte immer noch ein Milliönchen besser gehen”. Die haben zwar Geld, so richtig genießen können sie ihr Leben dennoch nicht. Das können dann eher die Millionäre, die sich ihres Reichtums zwar bewusst sind, das Geld aber nicht zum Zentrum ihres Lebens machen.

Glück ist nicht nur Geld. Glück kann auch das Strahlen in den Augen eines Kindes sein, mit dem man die Zeit verbringt. Oder das Lächeln des Partners bzw. der Partnerin, dem / der man eine Freude gemacht hat. Glück kann dieses Gefühl sein, welches man hat, wenn man beim Sport an seine Grenzen gegangen ist. Glück kann auch einfach sein, wenn man jemand anderem geholfen hat… einfach so. Oder bei einem Spaziergang den Sonnenuntergang zu genießen. Oder den Schrank aufgebaut zu haben, obwohl man handwerklich mit zwei linken Händen gestraft ist. Oder ein leckeres Essen. Es kommt darauf an, wie man schöne Augenblicke wahrnimmt, wie man sie aufnimmt.

Man muss das Glück nur wahrnehmen. Dann lässt sich dem Neid ein Schnippchen schlagen. Und dadurch das eigene Glück bzw. die eigene Lebensqualität durch mehr eigene Zufriedenheit noch steigern. Und dagegen gäbe es doch wirklich nichts einzuwenden, oder? Wie haltet ihr das eigentlich? Macht ihr euch manchmal bewusst, welche glücklichen Momente ihr erlebt? Oder fällt euch das schwer und ihr bemerkt eher die negativen Aspekte, die es natürlich auch immer wieder gibt? Erwischt ihr euch selbst manchmal dabei, wie ihr neidisch auf jemand anderen seid? Oder gehört ihr zu der noch in der Unterzahl befindlichen Art von Menschen in Deutschland, die eher entspannt an das Thema herangehen und auch mal gönnen können, solange es einem selbst nicht schlecht geht?

Foto: M. Großmann / pixelio.de


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