Technik-Neuheiten im Sommer 2011: das vernetzte Heim & Kaffeeautomaten mit Fingerabdrucksensor

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Mit dem Begriff „Philips Roadshow“ werden vor allem jüngere Leser hier sicherlich nichts anfangen können. Schließlich ist es inzwischen 10 Jahre her, dass Philips das letzte mal eine solche Roadshow veranstaltet hat. Bei einer Roadshow gehen Firmen auf „Tournee“ durch mehrere Städte und stellen dort ausgewählten Vertretern der Presse oder interessiertem Fachpublikum ihre Produktneuheiten vor. Dieses Jahr hat Philips mal wieder eine solche Tournee unter dem Namen „Philips Unlimited Roadshow 2011“ gestartet. Hierbei machte man auch Halt in Düsseldorf, um dort den Pressevertretern im „Meilenwerk“ die Produktneuheiten für den Sommer 2011 zu präsentieren.

Mich hat man freundlicherweise auch dorthin eingeladen. Inzwischen haben clevere Unternehmen scheinbar erkannt, dass auch Blogger durchaus als Presse-ähnlich, in jedem Fall aber als Meinungsbildend angesehen werden können. Da Düsseldorf ja nicht all zu weit von mir entfernt ist und ich immer daran interessiert bin, was sich im Bereich Technik so tut, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, die „Philips Unlimited Roadshow 2011“ am 24.05.2011 zu besuchen.

Natürlich möchte ich nun die Gelegenheit nutzen, euch an meinen Eindrücken zu den vorgestellten Geräten teilhaben zu lassen, damit auch ihr einen Ausblick erhaltet, was euch in den kommenden Monaten so alles von Philips erwartet. Das wird hier ausdrücklich KEINE Werbung, ich bekomme auch kein Geld dafür, sondern ich möchte euch einfach meine ersten Eindrücke und Gedanken zu den vorgestellten Produkten schildern.

Da ich euch unmöglich alle Geräte im Detail vorstellen kann, ohne die Grenzen des Artikels zu sprengen, werde ich mich an dieser Stelle auf die Vorstellung meiner persönlichen Highlights sowie einiger besonders kreativer Einfälle beschränken und bei Interesse von eurer Seite in den Kommentaren Detail-Fragen beantworten oder noch mal in separaten Artikeln auf das ein oder andere Gerät eingehen.

Video: Cinema 21:9 mit „Two Player Fullscreen Gaming“

Besonderes Augenmerk wurde natürlich auf die Bereiche Audio und Video bzw. TV gelegt. So möchte Philips in den kommenden Monaten mit der „Cinema 21:9“-Reihe LED-TVs mit dem Breitbildformat 21:9 etablieren. 21:9 ist allerdings keine Philips-Erfindung aus Jux und Dollerei, sondern sie stellt das „normale“, gängige Kino-Format dar, so dass man entsprechende Ausstrahlungen im TV oder auf Bluray ohne irgendwelche Balken genießen kann. Bei 16:9-Ausstrahlungen wird man auf Wunsch ebenfalls auf schwarze Balken verzichten können, ohne dass das Bild geschnitten würde. Möglich soll das ein Algorithmus von Philips machen, der bei der Bildberechnung bzw. Bildumwandlung in das 21:9-Format darauf achtet, dass das Zentrum des Bildes unangetastet bleibt (man bleibt also von verzerrten Eierköpfen und ähnlichem verschont) und die „Streckung“ lediglich leicht zu den Seitenrändern des Bildes erfolgt.

Philips Cinema 21:9 Gold

Auch wenn das 21:9-Format für mich beim ersten Anblick des Gerätes gewöhnungsbedürftig war, hat es mich beim Abspielen des Demo-Trailers direkt in seinen Bann gezogen. Da kam in der Tat direkt Kino-Feeling auf, was nicht zuletzt an der guten 3D-Umsetzung lag. Die Cinema-21:9-Gold-Serie unterstützt mit Easy-3D passive 3D-Brillen, die man aus den meisten Kinos kennt und die mit Polarisation arbeiten. Die Cinema-21:9-Platinum-Serie unterstützt die 3D-Max-Technologie und setzt damit noch mal einen drauf. Dank aktiver 3D-Brillen mit Full-HD-Auflösung wirkt alles noch einen Tick schärfer und satter als bei den passiven 3D-Brillen.

Philips 3DMax Logo for 8000, 9000, and Cinema 21x9 Platinum Series LED TVsDer Knaller ist allerdings das „Two Player Fullscreen Gaming“-Feature, was sowohl durch Easy-3D als auch 3D-Max unterstützt wird. Jeder, der beispielsweise mal ein Rennspiel mit einem Freund auf der Konsole am gleichen Fernseher gespielt hat, wird das Problem kennen. Der Bildschirm wird in einen Splitscreen geteilt, damit jeder „seinen“ Bildschirm hat. Allerdings sieht man auf diesen Splitscreens oftmals viel zu wenig, da einem eben nur die Hälfte des Platzes zur Verfügung steht. Macht natürlich keinen Spaß, wenn man die Mauer erst sieht, wenn man in sie hineingefahren ist.

Hier setzt nun das „Two Player Fullscreen Gaming“ Feature an. Schaltet man das Feature am TV-Gerät ein, erkennt es automatisch anhand der Bildschirmanalyse, Detektion von Trennbalken etc., wann und wo genau ein Splitscreen dargestellt wird und stellt dann beide Splitscreen-Inhalte in voller Größe auf dem Fernseher dar. Nun nutzen einem Menschen zwei sich komplett überlappende Bildschirminhalte natürlich nichts. Hier kommen dann spezielle Brillen ins Spiel. Mit diesen wird dann Spieler 1 nur sein Bild gezeigt und Spieler 2 nur seines, während auf dem Bildschirm beide Bilder parallel übereinander im Vollbild laufen.

Hierbei erkennt die Software auch automatisch, ob es sich um einen vertikalen oder horizontalen Splitscreen handelt. Das Feature ist zudem unabhängig vom Eingangsgerät. Die Konsole muss da also nichts unterstützen, das läuft alles über die Software des Fernsehers. Überspitzt formuliert könnte man seinen alten C64 an den Fernseher hängen und ein Spiel im Splitscreen laufen lassen und der Fernseher könnte auch dort das Fullscreen-Gaming-Feature umsetzen.

Fand ich eine extrem spannende Sache. Da könnte sich in den nächsten Jahren noch ordentlich was tun. Vielleicht können wir auf die Weise in ein paar Jahren sogar auf dem gemeinsamen Fernseher gleichzeitig unterschiedliche Sendungen im Vollbild gucken und so dem Streit ums Abendprogramm aus dem Weg gehen 😉

Audio: Docks mit Bluetooth und ein Wi-Fi Multiroom HiFi-System

Doch es gab nicht nur was für’s Auge, sondern natürlich auch für die Ohren. Über die Docks für iPhones, iPads und iPods möchte ich gar keine großen Worte verlieren, schließlich sind das inzwischen durchaus gängige Geräte, die man von vielen Anbietern kennt. Das mit Musik befüllte Gerät wird auf der Station angedockt und gibt die Musik dann über die satten Boxen der Docking-Station wieder. Was mir jedoch gut gefiel war der Umstand, dass man nun zumindest bei manchen Modellen dazu übergeht, diese Bluetooth-fähig zu machen, so dass das iOS-Device nicht zwingend mit dem Dock verbunden sein muss, um die Musik wiederzugeben. Macht zum einen Sinn bei Spielen, die man auf dem iDevice spielt, oder auch, falls man „nur“ nebenher Musik über eine Internet-Radio-App spielt, während man hauptsächlich mit dem Gerät auf der Couch sitzt und im Netz surft oder was anderes macht. Da will man das Gerät ja in der Hand halten und nicht gezwungen werden, es für guten Klang auf die Docking-Station zu setzen. Ein wenig unverständlich fand ich es allerdings, dass dieses Bluetooth-Feature bislang eher bei den Low-Budget-Modellen angeboten wird und noch nicht bei den High-Budget-Geräten. Das ist so eine sinnvolle Funktion, die sollte meiner Meinung nach in allen derartigen Docks verbaut sein, erst recht in den teuren.

Philips WiFi Hifi system MCi8080_productMein Highlight im Bereich Audio war jedoch das MCI8080, ein Wi-Fi Multiroom HiFi-System. Hört sich stylisch an, heißt aber nix anderes, als dass es sich um ein zentrales Sound-System mit W-LAN-Funktion handelt, mit dem sich Musik im ganzen Haushalt steuern lässt. Dabei sendet die Zentral-Station auf Wunsch entweder in jeden gewünschten Raum, in welchem Empfänger stehen, die gleiche Musik oder auch unterschiedliche Musik in unterschiedlichen Zimmern. Die Verbindung läuft dabei ohne Kabel, sondern komplett über das heimische W-LAN. Ist man beispielsweise allein zu Hause und viel in unterschiedlichen Zimmern unterwegs, stellt man sich das System einfach so ein, dass in allen gewünschten Räumen die gleiche Musik gespielt wird. Sind mehrere Familienmitglieder daheim, möchte hingegen vielleicht jeder in seinem Raum lieber auch nur seine Musik hören. Auch das ist dann problemlos möglich.

Die Technik ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass gleiche Musik in verschiedenen Räumen nun auch wirklich verzögerungsfrei in allen Räumen synchron abgespielt wird. Ein leichter zeitlicher Versatz, wie er bei früheren Modellen teilweise bemängelt wurde, soll nicht mehr vorhanden sein. Die Station selbst hat eine Festplatte mit einer Kapazität von 160GB, lässt sich aber auch mit externen Geräten, z.B. auch iPods, erweitern. Da das Gerät über W-LAN agiert, ist selbstverständlich auch der Zugriff auf Internet-Radio möglich.

Kostenlose Apps für Apple iOS und Android zur Steuerung des Heimkinos

Nun stellt ihr euch vielleicht die Frage, ob man denn jedes mal zur Zentralstation rennen muss, wenn man für „sein“ Zimmer eine neue Musik einstellen möchte, seine Wiedergabe pausieren will etc. Muss man natürlich nicht. Man muss sich auch nicht um die Fernbedienung streiten. Denn das Sound-System lässt sich auch komplett über eine App steuern, die sowohl für Apple- als auch Android-Geräte kostenlos verfügbar ist und auf den Namen „Philips My Remote“ hört. Damit lassen sich bis zu 20 Geräte steuern, was für einen normalen Haushalt wohl ausreichend sein dürfte.

Mit dieser App werden Smartphones und Tablet-PCs somit noch weiter in den alltäglichen Haushalt integriert. Für das Zappen am Fernseher würde ich persönlich zwar weiterhin zur „klassischen“ Fernbedienung greifen, da mir gerade beim Zappen sonst das haptische Feedback echter Buttons fehlen würde, aber zur gezielten Bedienung eines zentralen Soundsystems über das Netzwerk finde ich diese Lösung durchaus ansprechend. Schließlich hat man sein Smartphone eh meist in seiner Nähe und in vielen Design-Vorstellungen von Häusern der Zukunft werden Tablets wie das iPad oftmals als zentrales Steuerelement betrachtet – insofern setzt Philips diese Zukunfts-Vision schon jetzt konsequent um und erspart ganz nebenbei ein Sammelsurium von unterschiedlichen Fernbedienungen für unterschiedliche Geräte… ein Grund, weswegen in der Vergangenheit ja viele schon zu Universalfernbedienungen gegriffen haben, um der Fernbedienungsflut auf dem Wohnzimmertisch Herr zu werden.

Küche: Airfryer als Fritteusen-Ersatz und Kaffeeautomaten mit Fingerabdrucksensor

HD9220_Produkt_geoeffnet_schwarzNachdem die Bereiche Audio und Video begutachtet waren, stellte sich bei manchen Hunger ein und der Weg führte praktischerweise zum Küchen-Bereich. Gerne würde ich euch an dieser Stelle die Airfryer von Philips näher präsentieren. Die sehen im ersten Moment aus wie klassische Fritteusen, sind aber viel gesünder, da sie nach einem anderen Prinzip arbeiten, nämlich in erster Linie mit viel heißer Luft. Die möglichen Gar-Temperaturen liegen zwischen 80 bis 200°C. Durch das spezielle Verfahren kann auf Öl, wie man es aus Fritteusen kennt, weitgehend verzichten. Lediglich aus Gründen des Geschmacks wird z.B. empfohlen, bei selbst gemachten Fritten einen halben Esslöffel Öl hinzuzugeben, bei Tiefkühl-Pommes ist noch nicht einmal das nötig, da diese zumeist in Öl vorgekocht wurden. Neben Pommes ließen sich mit den Airfryern auch Chicken Nuggets, panierter Lachs, Quiche oder Brownies zubereiten.

Nur kann ich euch leider nicht sagen, wie es geschmeckt hat. Ich hatte nämlich das einmalige Timing, immer dann in der Nähe des Standes aufzutauchen, wenn die anderen Presse-Leute, die diesbezüglich offenkundig mehr Erfahrung hatten, gerade wie eine Horde über das Essen hergefallen waren und somit erst neues Essen gemacht werden musste.

Stattdessen hätte ich aber eine Abteilung weiter Kaffee haben können. Wie fleißige Stammleser jedoch wissen, bin ich kein Kaffee-Trinker. Trotzdem habe ich mir auch diese Abteilung angesehen. Hierbei sprang mir vor allem ein Kaffee-Automat ins Auge, welches in einer Vitrine untergebracht war und nicht zu den eigentlichen Ausstellungsstücken gehörte. Das Ding besaß einen Fingerabdruck-Scanner! Nicht, um es Einbrechern unmöglich zu machen, sich beim Einbruch einen Kaffee zu kochen, sondern, um über den Fingerabdruck unterschiedliche Nutzer identifizieren zu können, um diesen dann ohne weitere Nachfrage ihren favorisierten Kaffee zuzubereiten. Welcher Kaffee der jeweilige Favorit ist, muss natürlich vorab einmalig einprogrammiert werden. Und keine Sorge, wenn man der Liebsten morgens einen Kaffee ans Bett bringen möchte, muss man ihr dafür nicht vorher den Daumen abhacken, jedes Kaffee-Programm lässt sich natürlich auch weiterhin über normale Menüs auswählen.

Fazit

Ihr seht, es gab für mich in der Tat einiges zu entdecken. Und hier habe ich nur einen Bruchteil davon wiedergeben können. Mir hat es in jedem Fall eine Menge Spaß gemacht, zumal man dort einen ganz persönlichen „Betreuer“ zur Seite gestellt bekam, der geduldig alle Fragen beantwortete und auch hier und da mal einen kleinen Einblick in Strategien des Unternehmens gewährte. Das war wirklich interessant. Ich hoffe, dass ich euch ein klein wenig von dem, was ich dort erleben durfte, durch diesen Artikel weiterreichen konnte. Langweilig dürfte es im Bereich der Technik also auch in diesem Jahr nicht werden. Vielmehr geht die Entwicklung konsequent weiter in Richtung eines vernetzten Haushaltes. Wenn sich dann auch noch alles so bequem und einfach über eine App steuern lässt, habe ich nichts dagegen.

Wie seht ihr das? Was sind eure Zukunfts-Visionen im Haushalt? Wartet ihr auf den Kühlschrank mit Internet-Zugang, der automatisch beim Supermarkt Milch nachbestellt? Welche Geräte, Vernetzungen oder Verbindungen sollte es eurer Meinung nach unbedingt in Zukunft geben? Oder könnt ihr euch vielleicht sogar gar nicht mehr mit der ganzen Technik identifizieren und findet die Entwicklung sogar eher störend?


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