Stille in der deutschen Blogosphäre?

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Wenn ich neuerdings einen Blick in meinen Feed-Reader werfe, fällt mir immer wieder eines auf: irgendwie ist es ruhiger geworden auf den privaten Blogs der deutschen Blogosphäre. Zwar sammeln sich in meinem Feed-Reader immer noch unwahrscheinlich viele Artikel zu Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Technik und Sport, aber die privaten Blogartikel, wo Menschen über irgendwelche Neuigkeiten, Erfahrungen, Meinungen oder Begebenheiten aus ihrem Leben erzählen, die wurden in den letzten Wochen -zumindest bei mir- spürbar weniger. Der Thomas scheint derzeit ähnliche Erfahrungen zu machen.

Nun ist dieser Effekt aus den vergangenen Jahren durchaus bekannt. Sobald sich nach dem dunklen Winter draußen die Sonne zeigt, haben viele -verständlicherweise- erst einmal andere Dinge im Kopf, als sich den Tag (oder Abend) über an den Computer zu setzen und Blogartikel zu schreiben. Aber in diesem Jahr ist es anders. Es lässt sich meiner Ansicht nach nicht nur auf das Wetter schieben, zumal die Entwicklung schon eingetreten war, als die Republik noch von bedeckten Himmeln, dicken Quellwolken und regelmäßigen Regenschauern heimgesucht wurde.

Da stellt man sich doch zwangsläufig die Frage: warum ist das so?

Manche meiner Blogger-Kollegen begründen den Zustand in ihren Blogs tatsächlich mit nachvollziehbaren Gründen. Mal ist es Stress auf der Arbeit, mal sind es gesundheitliche Gründe oder familiäre Dinge. Andere wiederum sagen nichts, stattdessen wird es einfach ruhiger auf ihren Blogs. Da muss noch nicht einmal böse Absicht dahinterstecken. Fast jeder wird das kennen. Man will eigentlich etwas schreiben, hat aber keine Idee, keine Zeit oder keine Lust; man denkt sich, dass es bei einem Artikel ja auch nicht so schlimm ist… doch aus einem Tag werden zwei, aus zwei ein paar Tage, aus ein paar Tagen eine Woche und ehe man sich versieht, sind Wochen vergangen, an denen man sich auf dem eigenen Blog nicht hat blicken lassen.

Sicherlich kann man sich mit Teilnahmen an Aktionen und Blogparaden wie beispielsweise dem Webmaster-Friday, dem Freitagsfüller oder den diversen Foto-Projekten ein wenig durch die „stille Zeit“ behelfen. Auch der Rückgriff auf Gast-Artikel von Gast-Autoren ist möglich. Andererseits stellt dies alles sicherlich keine dauerhafte Lösung dar, um der Stille entgegenzuwirken.

Die wirkt sich dann auch gleich noch anderweitig aus. Denn Blogger, die selbst in einer Phase sind, weniger oder gar nichts zu schreiben, kommentieren meist auch entsprechend weniger. Meist hängt das mit dem Grund zusammen, aus dem auch nicht mehr gebloggt wird, denn wenn für das eine die Zeit fehlt, dann meist auch für das andere. Das hat dann jedoch auch wieder zur Folge, dass in einigen Blogs, auf denen ich gerne lese und auf denen normalerweise gut was in den Kommentaren los ist, plötzlich ebenfalls merklich Ruhe eingekehrt ist. Zwar erscheinen dort weiterhin Artikel, aber es wird weniger darauf reagiert und es entstehen spürbar weniger dieser spannenden Diskussionen, für die ich Blogs so liebe.

Nun stelle ich mir allerdings die Frage, ob ich mir dies alles nur einbilde bzw. ob das vielleicht nur die Blogs betrifft, die ich regelmäßig lese, oder ob ihr derzeit ähnliche Erfahrungen macht? Oder habt ihr derzeit vielleicht selbst sogar Probleme damit, zu bloggen? Was tut ihr, wenn ihr merkt, dass ihr eine Schreib-Blockade habt? Ist es dann auf eurem Blog einfach mal ein paar Tage oder Wochen ruhig? Sagt ihr euren Lesern bescheid? Oder habt ihr vielleicht sogar irgendwelche Tricks, wie ihr wieder auf neue Ideen fürs Schreiben kommt?


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