Schokolade bald so selten und teuer wie Kaviar?
Zugegeben, beim derzeit warmen Wetter gehen die Gedanken nicht unbedingt Richtung Schokolade – außer vielleicht, wenn Schokoladen-Eis im Spiel ist. Aber man sollte nicht vergessen, dass Ostern praktisch schon wieder vor der Tür steht. Und da es sich hierbei um ein Fest handelt, bei dem ja auch ganz gerne mal Schokolade verschenkt wird, kann es nicht schaden, wenn man sich um das “braune Gold” Gedanken macht.
Die Bezeichnung “braunes Gold” ist dabei nicht aus der Luft gegriffen. Das derzeitige Massenprodukt droht wieder knapp, und somit “etwas Besonderes” zu werden… so wie es früher einmal war, als es Schokolade -wenn überhaupt- nur zu besonderen Anlässen gab. Die Veränderung hin zum Massenmarkt wird dem Produkt Schokolade nun möglicherweise zum Verhängnis.
Denn Schokolade ist extrem begehrt. Allein in Deutschland hat laut Wikipedia im Jahr 2008 jeder Bundesbürger im Schnitt 11,4kg davon verdrückt, die Schweizer in 2009 sogar 11,7kg! Das Problem ist laut einem Bericht bei Gizmodo, dass die Nachfrage inzwischen das Angebot deutlich übersteigt.
Verantwortlich hierfür sind zum einen westafrikanische Kleinbauern. Die bauen ca. 30% der weltweiten Kakao-Rohstoffe an, zeigen inzwischen jedoch nur noch wenig Interesse daran, “Kakao-Bauern” zu bleiben, da andere Landwirtschaftszweige lukrativer sind und mehr bieten, als die 80 US-Cent pro Tag, die sich mit dem Anbau von Kakao derzeit verdienen lassen. Wobei davon ausgegangen werden kann, dass sich dieses Bild angesichts der Rohstoffverknappung sicherlich ändern kann, selbst wenn die Bauern als letztes Glied in der Kette erst recht spät davon profitieren werden.
Schwerwiegender dürfte sich da die generelle Anfälligkeit von Kakaobäumen gegenüber Klimaveränderungen bemerkbar machen. Die Dinger sind reagieren scheinbar sehr sensibel auf den Klimawandel, was dazu führt, dass die Ernten bei nicht absolut optimalen Bedingungen extrem schlecht ausfallen. Bereits in 20 Jahren könnte es soweit sein, dass Schokolade so knapp wird, dass sie einen ähnlichen Stellenwert als Luxusgut haben könnte, wie Kaviar.
Doch noch ist nicht alles verloren! Es wurde eine Internetseite zu dem Thema online gestellt, auf welcher unter anderem auch das Kakao-Genom veröffentlicht wurde. Die Seite soll dazu dienen, eine gemeinsame Plattform zu bieten, auf welcher man daran arbeiten kann, die Kakaobäume durch entsprechende Manipulation im Erbgut widerstandsfähiger zu machen.
Wer weiß, vielleicht steht uns bald schon Gen-Schokolade bevor. Wie würde euch das “schmecken”? Wie viel Schokolade futtert ihr überhaupt? Viel oder eher wenig? Und lieber allgemein oder ganz speziell in bestimmten Lebenslagen, z.B. das berüchtigte Schoko-Frust-Essen, um wieder etwas glücklicher zu werden?
Foto: Zarni / pixelio.de
Artikel weiterempfehlen und Blog unterstützen:
Ähnliche Artikel:







bisherige Kommentare: 35
Ich esse viel zu viel Schokolade, aber ich bin mir sicher das die Hersteller hier eine Lösung finden werden, denn die verdienen genug Geld mit Schokolade und das werden die nicht einfach so wegbrechen lassen. Vielleicht pflanzen wir ja in Deutschland bald Kakao an.
bisherige Kommentare: 1
Interessantes Thema, schade, dass ich das nicht früher entdeckt habe.
Bei der Schokoladenproduktion ist wirklich einiges im Argen, Stichwort Kinderarbeit…
Dass die Kakaopflanze allergisch auf Klimawandel reagiert stimmt, und es ist irgendwie Ironie des Schicksals:
Durch die riesige Nachfrage und den hohen Preisdruck wird Schokolade in den ärmsten Ländern produziert, die liegen aber nicht gerade um die Ecke. Beim Transport entsteht CO2, der macht die Pflanzen kaputt.
Das könnte man auf so vieles heutzutage übertragen, letztendlich machen wir uns selbst kaputt.
bisherige Kommentare: 64
Wieso denn keine Schokolade wenn es warm ist??? Also ich kann immer Schokolade essen. Ich mag aber z. B. kein Schokoladen-Eis
Ich stehe manchmal sogar nachts auf und gehe zum Süßigkeitenschrank. Und da wir in den meisten Fällen sowieso nicht wirklich wissen, was in unsere Töpfe bzw. auf unsere Teller kommt, werden sie uns auch nicht verraten, wenn die Schokolade irgendwann genmanipuliert ist. C’est la vie… Ich denke aber auch wie Sven, dass da sicher eine andere Lösung gefunden werden kann.
bisherige Kommentare: 84
Schokolade ist ein Genussmittel. Wegen mir kann sich das im Preis bemerkbar machen. So lange notwendige Lebensmittel erschwinglich bleiben. Und seien wir mal ehrlich: es gibt scheußliche Schokoladenprodukte, die einfach furchtbar schmecken. Die würden dann endlich vom Markt verschwinden. Und manch rollende Dampfwalze, der ich schon in den Einkaufswagen geguckt habe, wird vielleicht notgedrungen sogar Brot kaufen..oder so was…
Heutzutage bekommen die Kinder schon ein Eis, wo sie noch gestillt werden müssten/könnten. *aufreg* Und dann wundern, wenn sie später Probleme haben…
Wenn Genussmittel wie Alkohol und Süßigkeiten teurer wären, würde man auch nicht in jedem Kinderwagen erst einen Keks und dann das Kind dahinter erblicken….
bisherige Kommentare: 247
Also ich esse gerne Schokolade, aber kaufe mir selten Welche. Bin eh nicht so die Naschkatze. Also würde mich das ganze eigentlich eher weniger betreffen. Wenn ich welche Zuhause habe ok, wenn nicht auch ok. Solange die Haribo Bäume und die Chips Sträucher noch gute Erträge bringen ist mir der Rest egal.
bisherige Kommentare: 110
Es wird eher so sein, dass sich qualitativ hochwertige Schokolade entsprechend verteuern wird. Die industriell hergestellte Massenschokolade wird bestenfalls Preiserhöhungen im Cent-Bereich erfahren. Muss ja weiter abgesetzt werden.
Wirklich gute Schokolade kostet ja heute schon gutes Geld und das, was uns über die Werbung in den Supermärkten als Schokolade verkauft wird, hat ungefähr soviel Kakao drin, dass man dazu die Feinstaubbehörde mit dem Auffinden beauftragen muss. Gerade was die sogenannten Sonderproduktionen für Weihnachten, Ostern, etc. angeht, kann man schon gar nicht mehr von Schokolade sprechen. Das ist nichts anderes als eine braune Industriemasse, die mit entsprechenden “Zutaten” massengeschmackstauglich gemacht wird.
bisherige Kommentare: 218
Ja doch… ich verdrücke auch etwa soviel wie der Durchschnitt…
Jeden Monat etwa 3-4 200g-Tafeln. Wobei ich im Sommer eher weniger und im Winter etwas mehr esse.
Und auch Kekse, die mit Schokolade überzogen sind.
Aber manchmal ist Schokolade auch eine Art Nachtisch nach dem Essen um einen anderen Geschmack im Mund zu kriegen. Und ich esse nie viel auf einmal. Mal hier einen Riegel und mal da einen. Aber das summiert sich eben.
Während ich früher eher die süßen Sorten (Vollmilch) gegessen habe, mag ich heute eher die mehr schokoladigen Sorten wie Zartbitter.
Trotzdem bin ich ein “Strich” in der Landschaft…
bisherige Kommentare: 60
Dann strecken wir doch einfach den Kakao in der Schokolade. Bis auf 1% würde ich vorschlagen.
Es gibt schließlich auch Farb- und Aromastoffe, die man dafür einsetzen könnte. (…wird das eigentlich schon so gemacht?)
Wech mit dem Zeuch. Rein in den Verbraucher. Wir essen doch schon so viel Mist, da kommt es auf das bissken Schokolade auch nicht mehr an. Und wenn wir davon krank werden? Na, dafür gibt es bestimmt irgendeine Medizin. Die Pharmaindustrie will ja auch leben, oder?
- Hand in Hand treibt man uns in den Untergang. Oder so. –
Davon abgesehen, ich esse gar keine Schokolade. Wenn ich was fürs Hirn brauche, nehme ich einen Löffel Zucker zu mir. „gg“
bisherige Kommentare: 2900
@Sven
Wenn die Sommer hier heiß und trocken werden, würde mich das inzwischen noch nicht mal mehr wundern
@Nicole*
Oh ja, entsprechende Überlegungen gibt es in der Industrie wohl schon tatsächlich. Als “Ersatz” denkt man wohl beispielsweise über Johannisbrotkernmehl nach… aber ob das ein guter Ersatz sein kann?
@Miki
Stimmt leider, gerade im Bereich “Billig-Schokolade” gibt es wirklich üble Auswüchse, die nach allem schmecken, nur nicht nach Schokolade. Kann einem mitunter sogar bei “teureren” Marken passieren. Furchtbar *brrrrr*
@Symm
Solange Thomas Gottschalk noch genug Gummibärchen nach Deutschland lockt, sollte es da kein Problem geben. Und Kartoffeln dürften im Kartoffelland Deutschland sowieso unproblematisch sein… hoffe ich
@vanilleblau
Wie ich bereits bei Miki schrieb, frage ich mich allerdings, in welche Richtung der Geschmack der Masse da inzwischen abgedriftet sein muss, bei dem, was einem da teilweise vorgesetzt wird. Selbst braune Industriemasse kann ja halbwegs nach irgendwas schmecken, aber es gibt manche Schokoladen, die wirklich nach nix schmecken. Nach nix. Da kann man in krümelige Pappe beißen, die schmeckt nicht anders
@Gucky
Hihi, das kenne ich. Bin auch mit der Fähigkeit gesegnet, dass Essen bei mir nicht übermäßig auf die Rippen schlägt. Gute Verbrennung, würde ich sagen
@copudor
Aber wenn ich so von deinen Überlegungen für Wirtschaft und Pharmazie lese, könnte man den Eindruck gewinnen, dass du eine tolle Managerin wärst
1% Kakao? Ich könnte mir vorstellen, dass es sicherlich schon einige Hersteller gibt, die deutlich weniger in einer Tafel Schokolade unterbringen
bisherige Kommentare: 247
@Sascha da bin ich mir nicht so sicher mit dem Tommy, mir ist beim letzten Wetten Dass..? vor eine Woche aufgefallen das ich schon lange keine Gummiebärchen mehr auf dem Tisch hab stehen sehen. Aber liegt wohl eher an den Schleichwerbe Skandalen der letzten Monate bei den Öffentlichen.
bisherige Kommentare: 187
Ich esse fast gar keine Schokolade. Das heisst aber nicht das ich sie nicht mag.^^
Ich kaufe allgemein nicht viel Süßigkeiten.
Also was mir zum Thema Schokolade mehr Sorgen bereitet sind die Zustände die im weltweiten Hauptanbaugebiet von Kakao an der Elfenbeinküste herrschen.
Da werden Kinder unter anderem aus Mali entführt und an die Plantagenbesitzer als Sklaven verkauft.
Ich empfehle mal hier die Dokumentation “Schmutzige Schokolade”. Kann man sich bei Youtube ankucken.
Habe sie letztens auf ARD gesehen und es ist wirklich erschreckend was da abgeht.
Zum Themea Gentechnik stehe ich eher Positiv gegenüber. Ich muss sagen das vieles hier zu schnell schlechtgeredet und verteufelt wird. Ähnlich wie mit Atomkraft.
Wenn Gentechnik so gesundheitsschädlich wäre, wären alle Amerikaner schon ausgestorben.^^
Also denke ich das mit Gen-Manipulation von Kakaobäumen und auch anderer Pflanzen sicher der Bestand erhalten werden kann.
bisherige Kommentare: 1
Zuviel Schokolade ist sowieso nicht gut. Man soll Schokolade genießen. Ich esse Schokolade nur wenn sie da ist. Wahrscheinlich das typische Phänomen. Und dann ist auch schnell mal eine ganze Tafel gegessen.
bisherige Kommentare: 1
Wie bitte ? Wenn ich meine tägliche Ration Schokolade nicht bekomme, dann sterbe ich. Dann muss ich irgendwohin ziehen wo Schokolade auf Bäumen wächst. Ich muss gleich mal los um einen Vorrat zu kaufen.
bisherige Kommentare: 2900
@Symm
Oder er macht Diät^^
@Dragonlover
Aber das dürfte wohl am Fastfood allgemein liegen und weniger an irgendwelcher Gen-Technik.
Wobei viele Amerikaner ja durchaus nicht unbedingt den gesündesten Eindruck machen
@Tom
Wäre ja auch schwer, Schokolade zu essen, wenn sie nicht da ist, oder?
@Anja
Einen Vorrat Schokolade oder einen Vorrat entsprechender Bäume?
bisherige Kommentare: 1
Also ich esse gerne Schokolade, aber kaufe mir selten Welche. Bin eh nicht so die Naschkatze.