Hans Meiser und die Vampire – Geschichte wiederholt sich
Früher war ich ein großer Fan von Vampiren. Schon als Kind habe ich mir gerne Dracula-Filme angesehen. Egal, ob es sich dabei um “ernste” Umsetzungen handelte, oder um Komödien, es wurde thematisch viel aus der Story herausgeholt. Später wurde das Thema dann ja von Hollywood von Dracula weg, hin zu Vampiren allgemein oder sonstigen Charakteren aus Dracula-Sagen verlagert, sei es nun der Kampf gegen die Vampire in Blade oder die Geschichte von Van Helsing. Teilweise kam dabei ein ziemliches Gemisch verschiedener Stories statt, aber unterhaltsam konnte es immer noch sein, auch wenn es mit dem “klassischen” Dracula nur noch wenig zu tun hatte. Zum Ausgleich konnte man ja auch Bücher lesen, die sich auf ihre eigene Weise mit der düsteren Thematik beschäftigen konnten.
Meine Begeisterung ging so weit, dass ich hin und wieder an Karneval auch als Dracula unterwegs war. Ein Kostüm, das nicht viel Mühe machte, aber gut aussah… und dazu “verpflichtete”, Mädels in den Hals “beißen” zu dürfen
Andererseits muss ich inzwischen feststellen, dass sich meine damalige Begeisterung für Vampire fast vollständig gelegt hat. Nicht, weil es im Laufe der Zeit langweilig geworden wäre, sondern weil man heutzutage von dem Thema in fast unerträglicher Weise “erschlagen” wird.
Der Anfang vom Ende war wohl die Twilight-Saga. Ich kann mir kein Urteil über die “Biss zum…”-Bücher erlauben, da ich sie nicht gelesen habe, gehe aber mal angesichts des wirtschaftlichen Erfolgs davon aus, dass sie nicht so schlecht geschrieben gewesen sein können. Doch wie das so ist, wenn etwas erfolgreich ist: es wird dann ausgeschlachtet, bis auch der letzte Tropfen Blut Milch aus der Kuh raus ist. Es folgten die unvermeidlichen Verfilmungen, die bei erfolgreichen Büchern ja selten lang auf sich warten lassen.
Da auch die Filme bei der Jugend gut ankamen, schossen plötzlich Vampirfilme wieder wie Pilze aus dem Boden. Immer nach dem gleichen Schema. Wenn man früher Leute fragte, wie sie sich einen Vampir vorstellten, dann bekam man unterschiedlichste Antworten. Vom gut aussehenden Grafen bis zum entstellten Monster, dass mit einem Menschen nur die ungefähre Körperhaltung gemeinsam hat, war alles dabei… je nachdem, in welche Richtung ein Film gehen wollte. Wenn man hingegen nach heutigen Filmen geht, sind Vampire scheinbar selten älter als Mitte 20, haben stets ordentlich gepflegte Haartollen und weniger Probleme mit Blut, als vielmehr mit typischen “Teenie-Schicksalen”, die im besten Fall noch irgendwie an “Romeo und Julia” angelehnt sind.
Natürlich will ich niemandem diese Art von Vampirfilmen madig machen. Aber muss man uns deswegen nur noch mit dieser Art von Vampir-Thematik bombardieren? Vampirfilme laufen nur noch so ab und wenn man den Fernseher einschaltet, läuft auf jedem zweiten Sender auch eine Vampir-Serie, in der die Vampire ihre Pubertätsprobleme lösen.
Warum muss man jedes erfolgreiche Format dutzendfach kopieren und ausschlachten, bis es jedem normalen Menschen nur noch auf den Keks gehen kann? Damals hatte Hans Meiser mit seiner gleichnamigen Nachmittags-Talkshow so viel Erfolg, dass Talkshows plötzlich fast durchgängig auf allen deutschen Sendern bis zum Erbrechen liefen. Es war furchtbar. Jeder Sender wollte sein Stück vom Kuchen ab haben, und die Talkshows glichen sich -abgesehen vom Moderator- wie ein Ei dem anderen.
Bei Talkshows mochte ich dafür ja noch Verständnis haben, schließlich kann man beim Format Talkshow nicht so wahnsinnig viel anders machen. Bei Vampir-Filmen und Vampir-Serien hingegen sieht es doch komplett anders aus. Früher hat es doch auch geklappt, dieses Thema von unterschiedlichsten Seiten anzugehen. Warum soll das nun nicht mehr möglich sein? Es muss doch klar sein, dass der zehnte Aufguss eines Tees irgendwie fade schmeckt. Mit Serienformaten ist es ähnlich. Dauerhaften Erfolg haben doch meist die, die sich von anderen unterscheiden, nicht unbedingt die, die die x-te Kopie sind.
So, das musste jetzt einfach mal heraus. Mögt ihr diese momentane “Vampir-Welle” mit ständig ähnlichem Ablauf? Oder könnt ihr generell mit dem Thema Vampire nicht viel anfangen? Wie viele ähnliche Serien zu ein und demselben Thema könnt ihr euch normalerweise anschauen, bevor es euch zum Hals heraus hängt, selbst wenn ihr das Thema ansonsten vielleicht sogar ganz interessant findet?
Foto: ich / pixelio.de
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“Warum muss man jedes erfolgreiche Format dutzendfach kopieren und ausschlachten, bis es jedem normalen Menschen nur noch auf den Keks gehen kann?”
Weil es in dieser Industrie heute nicht mehr darum geht Qualität und Einzigartigkeit zu produzieren, sondern schlicht und einfach um Gewinnmaximierung und Wertschöpfung. Es geht doch schon lange nicht mehr darum was der eigentliche Inhalt einer Sendung/Serie ist, sondern ob sie massentauglich und merchandisingfähig ist.
An sich eine tadellose Markerting-Arbeit, andererseits frisst man sich damit selbst auf und zwingt sich permanent “was Neues” erfinden zu müssen, was dann wieder bis zum Erbrechen kopiert und unters Volk gebracht wird. Der Witz dabei ist, dass es sich anscheinend rechnet.
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Aaaaalso ich bin ja auch so ein Vampir-Fan!
Ich habe die biss Reihe gelesen, ich habe die Filme gesehen, ich gucke die Serie und ich habe die Bücher zur Serie gelesen. Und noch bin ich zufrieden… Allerdings liegt das wohl auch daran, dass das die einzigen Vampir-Sachen sind die ich mir antue…
Aber ich muss dir auch zustimmen, dieses ausschlachten der Themen finde ich auch unter aller sau! Und es nimmt in letzter Zeit echt überhand… Können die in Hollywood nicht mal abwechslungsreich sein?
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Als Vampirologin muss ich mich dazu natürlich äußern:)
Ich verstehe Deinen Ärger und teile ihn. Allerdings bezieht sich das Problem nicht nur auf Vampirfilme, sondern auch aufs literarische Genre. Du glaubst gar nicht, wie viele Vampir-Schmonzetten-Jugendbücher mir in den letzten paar Jahren untergekommen sind – und das, während ich doch versucht habe, ihnen fernzubleiben. Es ist zum auswachsen, wirklich schrecklich. Das heißt nicht, dass es keine guten Romane mehr gebe, aber sie sind viel schwerer zu finden (ich würde z.B. Justin Cronin “Der Übergang”, John A. Lindqvist “So finster die Nacht” oder die Blood-and-Smoke Bücher von Tanya Huff empfhlen). Das es nun wieder mehr Vampirserien gibt, finde ich erstmal nicht soooo tragisch, da es sich meist um Verfilmungen von Romanreihen handelt, was gut werden könnte (im Fall von “True Blood” aber echt daneben gegangen ist). Viel mehr ärgert mich, dass man jetzt plötzlich Dutzende Fortsetzungen von “Lost Boys” drehen oder “Buffy” remaken muss. Das ist so richtig unnötig. Daraus spricht die nackte Geldgeilheit Hollywoods.
(Und übrigens: Nein, die Twilight-Bücher sind nicht gut geschrieben. Man muss noch nichtmal besonders feministisch veranlagt sein, um das alles ganz furchtbar reaktionär zu finden.)
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Ich habe Vampire auch immer innig geliebt und habe mich dann auch sogar durch die Biss… sonstwas Bücher gequält welche wirklich extrem langatmig geschrieben und total auf das Teenie-Publikum abgestimmt sind (insofern eine sehr genaue Beobachtung und perfekte Umsetzung der Autorin wie Teenies denken und was sie beschäftigt). Für mich eher leichte Langeweile-Lektüre.
Was die Verfilmungen betrifft kenne ich sie auch alle von Buffy the vampire slawer bis hin zu vampires diaries, Blade und wie sie alle heissen.
Aber einzig True Blood ist da was gaaaanz anderes! Es hat seinen Witz, die ganze Story ist ziemlich cool und Vampir Blut ist die ultimative Droge für Menschen… Anscheinend hat die Serie in Deutschland nicht so eingeschlagen – aber hey schaut sie euch an! Am besten in O-Ton! Es gibt wirklich nichts besseres!
Man kann schon was aus dem Thema machen, mit ein bisschen Witz und Verstand, langweilig finde ich nur die seichten Teenieversionen. Was den Grusel betrifft ist die Urversion immer noch ungeschlagen…!
Auch wenn die Medien das Thema gerade durchschleifen ist es doch auch interessant zu verfolgen was alles daraus entsteht und nicht alles ist soo schlecht…
Langsam wird es allerdings auch Zeit für neue mystische Gestalten, Werwölfe, Hexen, Zauberer, Elfen, Leprechaun und Vampire… No hay mas?
Also ich bin durch meine walisische Mutter mit der ganzen Sagenwelt der “Anderen” aufgewachsen und da wäre eigentlich auch noch lang Stoff für mehr!
Grüsse, Divena
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@vanilleblau
Wobei es sich ja meist nur kurzzeitig zu rechnen scheint, denn auf lange Sicht hält sich bei erfolgreichen Formaten oft nur -wenn überhaupt- das Original und frühe Kopien.
@Ice
Naja, “die” in Deutschland sind ja leider auch nicht kreativer
@Michelle
Danke für deine Hinweise. Wie gesagt, zur Qualität der Twilight-Bücher kann ich selbst ja nichts sagen. Aber es ist schon bezeichnend, wenn die mies geschrieben sein sollten und sich dennoch wie geschnitten Brot verkaufen – naja, Marketing kann schon eine tolle Sache sein.
So ein wenig tröstlich ist es ja zu hören, dass es sich hierbei nicht nur um ein Problem von Film und Fernsehen handelt, sondern auch im literarischen Bereich zu beobachten ist. Andererseits macht das die Angelegenheit letzten Endes nur noch trauriger, weil es zeigt, dass diese Entwicklung scheinbar vor keiner Sparte halt macht
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@Divena
Stimmt absolut, genug andere mystische Figuren gibt es auf jeden Fall noch. Und ich bin mir fast sicher, dass es bei halbwegs vernünftiger Umsetzung einschlagen wird, wenn mal eine neue Figur aus dem Bereich entsprechend behandelt wird – einfach, weil es dann mal etwas “Neues” wäre… nur fürchte ich, dass diese Figuren dann das gleiche Schicksal ereilen wird, wie nun die Vampire… sie werden bis zum Schluss ausgeschlachtet
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@Divena
“True blood” ist mega cool, von den aktuellen Serien wird das nur von “Game of Thrones” getoppt. Auch wenn da noch keine Vampire vorkommen, doch wer weiss “winter is coming….”