Wie uns die Medien ins Gesicht lügen – erfundene Kritik zu “Wetten, dass…”
Wenn man über das TV-Programm lästern will, hilft oftmals ein Blick zu Marco & Jens von laester.tv, auf deren Seite das aktuelle Fernsehgeschehen in all seiner oft schonungslosen Grausamkeit mit ironischer Note dargestellt wird. Aber auch Zeitschriften leben immer wieder davon, Fernsehkritiken zu bestimmten Filmen und Sendungen zu schreiben. Soweit ist daran nichts verwerflich.
Hin und wieder kann man aber beim Lesen von so mancher Filmkritik oder Kritik zu einer Sendung nur mit dem Kopf schütteln und fragt sich manches mal, ob der Kritiker den Film oder die Sendung überhaupt gesehen hat. Natürlich hat er das, denn kein Journalist könnte es sich erlauben, sich beispielsweise eine komplette Filmkritik zu schreiben, ohne den Film vorher wenigstens ansatzweise gesehen zu haben… dachte ich bisher!
Doch was ich da jetzt -leider- wieder lesen musste, bewies mir das traurige Gegenteil. Der Vorgang klingt so unfassbar, dass auch ich ihn erst nicht glauben konnte, bis es von mehreren Seiten bestätigt und mit entsprechendem Bildmaterial belegt wurde.
Ich denke, alle haben inzwischen von dem Unfall bei der Sendung “Wetten, dass…” am letzten Wochenende gehört, bei der ein 23jähriger Student und Stuntman bei seiner Wette, dem Überspringen von auf ihn zufahrenden Autos, mithilfe spezieller Sprungschuhe, schwer verunglückt ist. Die Sendung wurde daraufhin zum ersten Mal in ihrer fast 30jährigen Geschichte abgebrochen.
Wie gesagt, über den eigentlichen Vorfall will ich an dieser Stelle gar keine weiteren Worte verlieren, da das Thema sowohl in den Medien als auch zahlreichen Blogs bereits mehr als ausführlich diskutiert und aufbereitet wurde. Was allerdings nur in einigen wenigen Medien und Blogs am Rande gezeigt wurde, war das Cover der Tageszeitung “Österreich”:

Soso, Robbie rockte also Gottschalks Show? Der Hauptartikel im Innenteil der Zeitung verrät noch mehr: im Kampf gegen die miesen Quoten habe Gottschalk “alle Register der Kunst” gezogen. “Eine Premiere: Robbie trat in der Show zweimal auf, einmal solo, dann mit Band“. Auch über die sonstigen Gäste konnte man sich informieren. “Unser Oscar-Star Christoph Waltz [...] nahm mit Cameron Diaz Platz, um dort mit Teenie-Idol Justin Bieber und der ewig jungen Cher zu plaudern.”
Klingt nach einer kurzweiligen, unterhaltsamen Show. Blöd nur, dass das alles NIE passiert ist! Denn wie gesagt, die Sendung wurde nach dem Unfall abgebrochen. Zu dem Zeitpunkt saßen nur Model Sarah Nuru und Komödiant Otto auf der “Gottschalk-Couch”, da sich der Unfall nicht erst kurz vor Schluss der Sendung, sondern bereits recht weit zu Beginn eben jener Show ereignete.
Bei der Tageszeitung hat man den Fehler auch eingestanden, wies insoweit jedoch darauf hin, dass es sich hierbei “nur” um 30.000 Exemplare handelte, die einen weiten Weg zu den Kunden in entfernteren Bergregionen zurückzulegen gehabt hätten und daher unter Zeitdruck entstanden wären. Die übrigen 90% der Auflage sind hingegen korrekt und korrigiert ausgeliefert worden und enthalten eine Darstellung der tatsächlichen Vorfälle.
Dennoch stellt sich natürlich die Frage, wie sehr man einem Medium Vertrauen schenken kann, welches sich Darstellungen über Fernsehsendungen komplett(!) aus den Fingern saugt? Man mag dem Autor des Textes dort zugute halten, dass er im Großen und Ganzen “nur” die Gästeliste abgetippt bzw. in einen nichtssagenden Text eingebaut hat. Dennoch zielte der gesamte Text darauf ab, eine Doppelseite in der Tageszeitung zu füllen und den Eindruck zu erwecken, der Autor habe die Sendung gesehen und wolle den Lesern nun davon berichten sowie Zuschauern der Sendung seine Meinung von der Sendung kundtun. In meinen Augen ist das absolut unseriös.
Der Duden definiert den Begriff der Lüge als “bewusst falsche, auf Täuschung angelegte Aussage”. Vorliegend hat die Redaktion der Tageszeitung eine falsche Aussage getätigt, indem sie Dinge dargestellt hat, die so schlichtweg nicht passiert sind. Dies tat man auch in vollem Bewusstsein. Der Grund war, dem Leser insofern vortäuschen zu können, man habe die Sendung gesehen und wolle sie ihm nun noch einmal für ihn besprechen, Revue passieren lassen, kritisieren – was auch immer. Insofern wurde man dort als Leser einer entsprechenden Ausgabe nach Definition des Duden schlicht und ergreifend belogen!
Das Argument, man habe aus Zeitgründen keine Wahl gehabt, kann vorliegend nicht gelten. Ohne mich zum “Moralapostel” aufschwingen zu wollen, was mir ganz und gar nicht zustünde, aber: wenn ich für so etwas aus logistischen oder sonstigen Gründen keine Zeit habe, dann kann ich den Artikel halt einfach nicht schreiben! So einfach ist das. Anscheinend ist es ja auch kein Problem, dass zwischen der Auflage für die Leute in entfernten Bergregionen und sonstigen Lesern unterschieden wird. Wo also bitte liegt da das Problem, in der “Bergregionen-Auflage” die entsprechenden Seiten einfach wegzulassen und ein anderes Titelbild zu nutzen? Da hätte man an der Stelle vielleicht sogar eine tolle Doppelseite für Werbung. Oder man schreibt halt irgendeinen anderen Bericht. Das alles wäre doch tausendmal besser, als seinen Lesern offen ins Gesicht zu lügen. Zumal der Verdacht nahe liegt, dass ja sicherlich in der Vergangenheit öfter so verfahren wurde, oder gab es sonst nie diese logistischen Probleme?
Nun möchte ich jedoch nicht einfach den Finger in die Wunde der Österreicher legen, denn hier in Deutschland läuft es leider ähnlich. Wie Meedia berichtet, gab es bei der BamS eine vergleichbare Panne. Dort gab es ebenfalls eine Teilauflage für weiter entfernte Leser, die bereits auf Reisen war, bevor sich der Unfall ereignete und die Sendung abgebrochen wurde. Zwar war man bei der BamS so clever und bezog sich meist nur auf Proben und Vorberichterstattung, aber auch hier rutschten Floskeln heraus, wie z.B., dass die großen Promis wie Take That und Cameron Diaz “gestern Abend gut gelaunt auf Thomas Gottschalks Sofa Platz nahmen“, was definitiv nicht der Fall war.
Was sagt ihr dazu? Darf / soll man auch weiterhin über den Ablauf von Sendungen berichten dürfen, obwohl die Sendung noch nicht fertig oder noch gar nicht angelaufen ist, weil es anders aus Zeitdruck nicht machbar ist? Oder wäre es nicht sinnvoller, dann auf solche “Artikel”, die im besten Fall nur mit nichtssagenden Worthülsen gefüllt sind, gleich ganz zu verzichten?
Bild 1: Rainer Sturm / pixelio.de | Bild 2: Meedia.de
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Da ich selbst in gewisser Weise aus diesem Bereich komme, ist das nichts was mich verwundert. Vielmehr beweist es wieder nur, dass es trotz allem eine “Masse” gibt, die das gedruckte Wort/Bild für wahr nimmt und darauf ihre Meinung bildet.
Besagtes Medium “Österreich”, sowie die Kronen Zeitung sind in Österreich die grössten Revolverblätter und verblöden und belügen die Masse bis in die Zehenspitzen. Wie halt die BILD in D, die Sun in England und USA Today in Amerika. Von den ganzen Medien eines gewissen Herrn Murdoch, Berlusconi, etc. mal abgesehen
Journalismus war früher ein Beruf mit Verantwortung. Heute ist jeder der zwei fehlerfreie Sätze scheiben kann Edelkolumnist und Fachbuchautor.
Das traurige an der ganzen Sache ist eigentlich nur, dass die Menschen immer dümmer werden, immer weniger gewillt sind Informationen selbst zu recherchieren und sich mit dem zufrieden zu geben, was sie vorgesetzt und vorgekaut bekommen. So gesehen ist es schon richtig was die Medien machen. Sie sorgen, dass die Masse immer mehr verblödet und jene, die 1+1 zusammenzählen können ihre Ruhe haben. Amen
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Ich sag nur: Bildblog.de –
Seit dem ich dort lese, schaue ich kein TV mehr und Lese kaum noch Zeitungen!
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Teilweise kann ich sowas vorgeschriebenes gerade bei so Sendungen wie Wetten dass..?! schon verstehen… ich meien da passiert meistens auch das gleiche. Und so Floskeln wer mit wem auf der Couch saß, das kann man ja wirklich vorab schreiben. Man sollte solche Artikel hat nach der Sendung noch weiter mit Fakten oder lustigen Anekdoten ergänzen. Dass diese Zeitung nun aber wirklich alles komplett vorab gechrieben hat, ist natürlich scheiße und einfach nicht korrekt. Das geht einfach nicht, v.a. wenn sich die Sendung dann wirklich um 180 Grad gedreht hat.
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Oh, wie interessant. Danke, dass du das mit uns teilst! Natürlich ist das überhaupt nicht in Ordnung, einfach irgendeinen ausgedachten Blödsinn zu schreiben, damit es am nächsten Tag in der Ausgabe erscheint. Aber man darf nicht nur auf die Zeitung schimpfen. Brechen wir es mal herunter auf den einzelnen Journalisten. Da ist jetzt vielleicht ein Familienvater. Sein Chef setzt ihm die Pistole auf die Brust und sagt ihm, er muss den Artikel fertig stellen, ansonsten wird ihm das Gehalt gekürzt oder er droht mit Kündigung (das ist jetzt etwas überzogen, aber ihr wisst, was ich meine). Es ist Wochenende. Spät am Abend. Der Vater will zu seinen Kindern. Er muss aber etwas schreiben. Also schreibt er das, was im Durchschnitt eben immer bei der Sendung passiert. Wenn man sich in die Lage von dem Journalisten versetzt, kann man es auch irgendwo verstehen oder? Und der Text hat ja niemandem geschadet oder?
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Ich finde das schon heftig und bin klar der Meinung, dass nur dann geschrieben werden darf, wenn man auch wirklich mitreden kann.
Da ist einerseits die Diskussion bei den Blogs, ob wenn man für einen Produkttest bezahlt wird noch objektiv schreiben kann und andererseits die Journalisten
die auch bezahlt werden (von den Lesern der Zeitung) noch nicht mal eine Sendung anschauen.
@Janina, im Zeitalter der heutigen Technik kann der Familienvater zu Hause auf der Couch sitzen und nach Wetten dass schnell einen Artikel online übermitteln.
Und nein ich kann es nicht verstehen. Jounalisten unterliegen einer Ethik – eigentlich genauso wie Politiker und Ärzte etc.
Doch den vorgenannten Berufsgruppen kann man wohl nicht (mehr) trauen.
Schade
Mella
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@Janina: Bitte nicht krumm nehmen, aber das was Du da über Journalisten und Medien von dir gibst ist ungefähr so weit weg wie ich gerade vom Mars entfernt bin. Es zeigt bestenfalls, dass Du von diesem Geschäft keine Ahnung hast. Was auch nicht böse gemeint ist. Wie solltest Du auch? Es zeigt aber auch, warum der Boulevard machen kann was er will. Weil es immer welche geben wird die einfach meinen “is ja nix passiert” und “hat ja niemanden geschadet”. Schreiben wir mal drauf los und der Rest geht uns am *** vorbei. Im schlimmsten Fall zahlen wir eine Unterlassungserklärung
Das ist die Realität.
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Nee nee, dann habt ihr mich falsch verstanden. Ich habe lediglich versucht, beide Seiten zu betrachten, weil Mensch das fast nie macht (jeder ist sich selbst der Nächste). Ist wahrscheinlich meine Therapeuteneigenschaft
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Das ist ja heftig. Selfowned für den Verlag würde ich mal sagen. Peinlich, Peinlich! xD
Natürlich absolut nicht in Ordnung.
Bei “Wetten dass…” und so Themen ist klar: Belanglos und nicht so schlimm aber wenn es dann evtl. auch bei wichtigen Themen gemacht wird und das ganze sogar Meinungsbildend oder ähnliches ist, wird es ganz schlimm.
Von daher absolut nicht zu tolerieren. Auch nicht bei Boulevard Themen. Obwohl man ja weiss das da vieles aus den Fingern gesogen oder übertrieben wird.
Aber man hat sich ja schließlich eine Zeitung gekauft und kein Märchenbuch.
Trotzdem gut wenn’s dann wie in diesen Fall auch mal rauskommt.
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Soetwas finde ich absolut nicht in Ordnung. Auch das Argument mit dem Zeitproblem finde ich da absolut unangebracht. Man schreibt Artikel einfach erst nach dem Geschehen und dann kommen sie im Zweifel eben erst ein paar Tage später beim Leser an, aber dann können sie zumindest wahrheitsgemäß – und mit größerer Aussagekraft – berichten.
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Gegenfrage: Kann man so etwas verhindern? Nein. Kann man es im Nachhinein wohlmöglich bestrafen? Ja. Wird das in der Regel dann gemacht? Wahrscheinlich nicht. Werden sich die Medien daher dran halten? Nein.
Ist so ähnlich wie mit dem alten JMStV. Den gibt es seit 2003. Und er wird von RTL und Co. durchgängig und bewusst ignoriert. Keiner macht was dagegen. Also ändert sich auch nichts.
Es ist schon ziemlich krass. Und ohne diese “Panne” wäre es wohl nie aufgeflogen. Ich stelle mir das gerade vor… ich blogge über etwas, das vielleicht passiert, aber wohlmöglich auch nicht… sollte also morgen die Berichterstattung zum dritten Weltkrieg auf meinem Blog beginnen… vielleicht nicht ganz so ernst nehmen
.
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Nein sollten sie auf jeden Fall nicht. Wenn ich etwas lese, dann möchte ich auch etwas lesen, wo auch wirklich verfolgt wurde. Ich finde das schon ein bisschen unverschämt einen Text zu schreiben obwohl dies gar nicht passiert ist – auch wenns am Zeitdruck lag. Dann sollen sie doch lieber erst ein paar Tage später darüber schreiben – aber da frage ich mich nun auch, ob man wirklich solche Berichten glauben schenken sollte.
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Danke für die Verlinkung, habe auch die Zeitung “gesehen” – also im Netz, aber wir haben uns ja selbst auferlegt über das Thema nicht mehr zu schreiben
…
Gruß,
Jens
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@vanilleblau
Das Problem ist ja, dass man Medien wie die Zeitung ursprünglich “erfunden” hat, um eben nicht mehr selbst alle Infos sammeln zu müssen, sondern sich die Zeit für andere Dinge zu sparen und die Informationen fertig aufbereitet zu bekommen.
Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich ja auch immer gerne mal mehrere Medien zu einem Thema lese, um eben sicherzugehen, dass etwas stimmt (wobei das heutzutage schwer ist, da die Zeitungen auch gern mal untereinander einfach abschreiben^^), aber bei so etwas eigentlich Banalem wie einer Zusammenfassung der “Wetten, dass…”-Folge wäre ich wohl NIE auf die Idee gekommen, dass sich jemand so etwas “ausdenkt”.
@Heiko
Und inzwischen beschränkt man sich dort ja auch nicht mehr nur auf die BILD-Zeitung. Eigentlich traurig, dass man beim BildBlog so viel zu tun hat und die Themen nie ausgehen – das zeigt ja, dass da etwas nicht mit den Medien stimmt
@Nadine
Eben. Wenn man die Gästeliste für eine vorgeschriebene Einleitung genommen hätte: ok. Aber so? Ich meine, da sieht man doch, wie nichtssagend die Doppelseite dort gefüllt war, nur mit Floskeln, weil ja kein direkter Bezug zur Sendung möglich war. Da ist der Informationsgehalt = 0. Die Gäste erfahre ich auch im Videotext oder der Fernsehzeitung… und das sogar vorab!
@Janina
Naja, dem Ansehen der Zeitung hat das sicherlich schon irgendwie geschadet. Andererseits sind solche Dinge auch immer schnell vergessen. Und wie heißt es bei den Medien so oft: lieber negative Publicity, als gar keine Publicity.
@Mella
Genau. Ich frage mich immer noch, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, über eine Sendung zu berichten, ohne eine Sekunde davon gesehen zu haben. Die ganzen leeren Phrasen, mit denen der Artikel gefüllt ist, erinnern mich irgendwie an die Horoskope in solchen Zeitungen. Die sind ja auch immer so nichtssagend formuliert, haben aber immerhin einen gewissen Unterhaltungswert^^
@Dragonlover
Beim Boulevard ging ich immer davon aus, dass dort ein wenig übertrieben oder auch mal unsauber recherchiert wurde. Aber das man sich komplette Artikel völlig aus den Fingern saugt, finde ich selbst beim Boulevard ein starkes Stück.
@Padraice
Richtig. Wenn jetzt in der Sendung nicht gerade der schwere Unfall passiert, sondern die Sendung nach Schema F abgelaufen wäre, wäre ja auch nichts sooo besonders Wichtiges passiert, was man den Lesern nicht auch einen Tag später hätte mitteilen können. Oder mag man sich einen Leser vorstellen, der sonntags über der Zeitung sitzt und verwundert seine Frau fragt: “Hey Erna, in der Zeitung steht heute gar nix darüber, wie ‘Wetten, dass…’ gestern war?”
@Lordy
Vielleicht mache ich einen Film-Blog auf und berichte dort ungesehen über neue Kinofilme. Nehme ich mir halt die Liste der Schauspieler, da kann ich mir dann schon denken, wie die Qualität des Films ist^^
Genau
@Kathrin
Ja, vor allem bei Berichten wie zu einer “Wetten, dass…”-Sendung. Wenn man als Leser da einen Tag länger drauf wartet, wird der wohl kaum sofort erbost sein Abo kündigen. Ist ja normalerweise nichts Weltbewegendes, diese Sendung
@Jens
Davon habe ich gelesen… also von eurer selbst auferlegten Sperre. Sehr konsequent! Auf die eigentliche Thematik bin ich daher auch nur am Rande kurz eingegangen, die ist eh schon in genug Blogs diskutiert worden.
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Die Idee finde ich gut… mach das… darf ich mitmischen?
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Man wird von allen Instanzen belogen, ob es nun die Presse oder die Regierung etc. ist. Jeder kämpft für seine eigenen Vorteile.
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Sauerei! Hätte mir das irgendwer erzählt, ohne Beweise, ich hätte das nicht bgeglaubt. Naja, Medien… gekauft, bestochen… Volksverblödung eben das Ganze. Ich meine, der Bäcker muss auch real backen und da werden “Konserven” produziert… und auch noch ausgeliefert! DAS ist ja das Schlimme. Bin erschüttert.
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Habe ich auch gehört und dann gelesen, ist nur super peinlich, da hier auch noch eine menschliche Tragödie dranhängt. Ich glaube das letzte Mal das ich eine Tageszeitung gelesen habe, ist ca. 2 Jahre her.
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Naja, ich habe sehr viel mit Medien (Tageszeitungen) zu tun und muss leider sagen, mich wundert nichts mehr. Drum kann ich dem nur noch ein müdes Lächeln abgewinnen.
Und dass die Yellow Press sich gern mal Artikel (und Fakten) schlichtweg ausdenkt, ist ja hinlänglich bekannt.
Das macht es natürlich nicht besser, da bin ich ganz Deiner Meinung. Vor allem, wenn die Printmedien immer wieder die Mähr von der meinungsbildenden Qualitätszeitung bringen, um sich vom bösen Internet abzuheben. Für Qualitätsjournalismus muss man defintiv mehr bringen, als per Copy&Paste Textblöcke zusammenzufügen.
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@Lordy
Ja klar, hau rein^^
@Dangerblood
Das ist wohl wahr… wobei sich das Verhalten ja nicht auf Politiker beschränkt, sondern bei Menschen allgemein immer häufiger anzutreffen ist.
@Miki
Lustig ist in dem Zusammenhang ja, dass sich genau die Bäcker dann beschweren, dass ALDI das auch so macht und aufgebackene Brötchen als frisch gebacken verkauft. Da wird dann sogar gegen geklagt.
@Bruder Grimm
In Zeiten des Internets ist das mit der Zeitung bei mir auch merklich weniger geworden. Früher noch ab und an im Zug, heute würde ich auch da wahrscheinlich zum mobilen Internet greifen.
@Michelle
Das Schlimme an der Sache ist für mich halt in erster Linie, dass es ja sicherlich niemandem aufgefallen wäre, wenn nicht der Unfall passiert wäre, weil der Text so herrlich informationsleer und sinnfrei war. Da werden 2 komplette Seiten einer Zeitung mit null Inhalt gefüllt – und normalerweise hätte sich keiner beschwert… ich zugegebenermaßen auch nicht. So weit ist es gekommen
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Sehr gut.
Ich hatte in letzter Zeit häufiger die Diskussion über den Verfall unserer Medienlandschaft.
Man schaue sich nur mal die Texte in den Laufbändern von N-TV, N24 und Co. an. Was da geschrieben steht lässt mich glauben, die lassen die Affen im nahegelegenen Zoo die Nachrichten schreiben.
Auch merkt man mehr und mehr, dass es auch in den Medien NUR NOCH um kommerziellen Erfolg geht. Anders ist diese Farce mit den WikiLeaks-Akten über deutsch Politiker nicht zu erklären.
Jeder normal-denkende Mensch hat das Thema nach drei Minuten bereits wieder vergessen.
Die Medien machen einen riesen Aufriss um nichts – des Geldes willen.
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@Applejünger
Absolut. Während ich die kommerziellen Interessen bei Medien aus der Privatwirtschaft auch noch irgendwo -ohne das als Blankoentschuldigung gutheißen zu wollen- nachvollziehen kann, da diese sich schließlich finanzieren müssen, stellt man sich spätestens bei öffentlich-rechtlichen Programmen die Frage, warum diese teilweise auf den fahrenden Zug aufspringen, wo sie doch durch unsere Gebühren so oder so finanziert werden und sich daher noch am ehesten auf die “wichtigen” Nachrichten konzentrieren könnten.
Andererseits: würden sich nicht so viele Menschen tatsächlich für diese Themen interessieren, würden die Medien wohl kaum derart geballt darüber berichten, denn selbst wenn es ihnen nur um Kommerz ginge, müssten sie ja darauf bedacht sein, das zu bringen, was sich durch entsprechendes Interesse verkauft. Es ist ja leider so, dass sehr viele Bürger hierzulande -selbst, wenn sie das Internet nutzen- über Themen wie Wikileaks und die damit einhergehenden Zusammenhänge so gut wie gar nichts wissen.
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Wau, ist das peinlich. Oder eher erschreckend.
Mich überrascht es nicht, dass manche Artikel schon vorgeschrieben sind – aber das die tatsächlich auch schon in den Druck gehen ist übel.
Da sieht man, was wir für einen Mist vor die Nase gesetzt bekommen… Kopfschüttel.
bisherige Kommentare: 2900
@Marc
Ja, da wird die Schnelligkeit scheinbar leider der Qualität vorgezogen, da ja nichts älter ist, als die News von gestern
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Hallo,
leider ist das, was Du hier schreibst absolut nichts neues. In Deutschland passiert das JEDEN Tag. Ich empfehle die regelmäßige Lektüre der Website http://www.bildblog.de, die sich sehr aufmerksam um Deutschlands beliebteste Zeitung kümmert. Dort findet man dann die Bilder im Original (vor der Bearbeitung die teilweise die Aussage komplett ins Gegenteil verkehrt). Aber auch Artikel und Aussagen werden zerpflückt und mit der Realität verglichen. Und es kommt heraus, dass wohl mehr als die Hälfte dessen, was in der Zeitung steht frei erfunden ist, mit Bildmaterial aus dem Internet untermauert.
Dann gab es mal einen Bericht im Fernsehen, bei dem es auch um diese Zeitung mit den vier Buchstaben ging. Bei wichtigen Fußballspielen schreibt man die Schlagzeile für die Titelseite auch schon mal bevor das Spiel stattgefunden hat. Und zwar zwei Varianten, da man ja noch nicht weiß wer gewinnt. Erst kurz vor dem Druck wird dann der
“passende” Artikel ausgewählt (da kann auch schon mal eine Verwechslung stattfinden).
Auch gab es mal diesen bekannten Fall mit der Schlagzeile, dass xy verstorben ist. An sich nichts Verwerfliches, blöd nur, dass besagte Person nicht gestorben ist. Der Artikel ist einfach reingerutscht. Jetzt fragt man sich aber unwillkürlich, woher denn ein solcher Artikel kommt? Man gab zu, dass (bei dieser und anderen Zeitungen) Artikel schon im Voraus geschrieben und quasi auf Lager gelegt werden, bis man sie braucht. Da existieren zig Todesanzeigen von Personen, die noch gar nicht gestorben sind. Damit sie eben im Bedarfsfall schneller verfügbar sind. Und dann passiert eben manchmal ein Missgeschick und man kramt die falsche Schlagzeile raus. Makaber, aber wahr. Und vor allem traurig.
Aber so sind die Medien. Und so bleiben sie auch, solange wir sie unterstützen. Alle meine Kollegen meckern über dieses Revolverblatt, aber alle kaufen sich ihr tägliches Exemplar. Mir war nicht klar, dass der IQ soweit sinken kann.
Gruß
Newton
bisherige Kommentare: 2900
@Newton
Ja, den Bildblog kenne ich auch. Inzwischen beschränkt man sich dort ja auch nicht mehr “nur” auf die BILD-Zeitung, sondern kümmert sich auch um alle übrigen Zeitungen. Zu berichten gibt es dort -leider- immer wieder genug.
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