Akismet wird kostenpflichtig! Gibt es Alternativen?

Anzeige

httpBereits vor einigen Tagen berichtete Tanja auf ihrem Blog über das bekannte und verbreitete Anti-Spam-Plugin Akismet, welches wohl jeder WordPress-Nutzer kennt, da es seit langer Zeit zum Standard-Lieferumfang von WordPress gehört und bei der Installation von WordPress automatisch installiert wird. Aufgrund dieser weiten Verbreitung möchte ich die Entdeckung, die Tanja gemacht hat, auch unter meinen Lesern weiterverbreiten, da ich sie in der Tat für wichtig halte.

Bei Akismet wurden kürzlich die Nutzungsbedingungen angepasst, so dass dieses Plugin bald für viele Blogger nicht mehr kostenlos sein dürfte! Vielmehr gibt es nun eine aufgeteilte Gebührenstaffelung, die bei Kosten von 60 US-Dollar pro Jahr bzw. 5 US-Dollar pro Monat anfängt und sich 12.000 US-Dollar(!) pro Jahr bzw. 1.000 US-Dollar pro Monat reicht. Der genaue monatliche Preis richtet sich nach mehreren Faktoren. Auf wie vielen Seiten und wie vielen Domains Akismet eingesetzt wird, wie viele Seitenzugriffe pro Monat die Seite(n) haben, ob Werbung -egal ob in Form von Bannern, Google Adds oder Affiliatelinks- auf der Seite zu finden ist etc.Da sollte man sich sicherlich zweimal überlegen, ob man das Plugin weiterhin nutzen möchte, oder vielleicht doch auf eine der kostenlosen Alternativen umsteigen sollte.

Wer sich einen genaueren Überblick verschaffen will, kann sich den Gebührenrechner hier einmal ansehen. Dort kreuzt ihr einfach mal an, welche Dinge auf eure Website(s) zutreffen und klickt auf „Continue“. Dann erscheint ein Formular, in welchem unter anderem angezeigt wird, wie viel Dollar ihr pro Monat bezahlen müsstet.

Kostenlos wäre Akismet demnach nur noch für private Blogs mit weniger als 10.000 Seitenaufrufen pro Monat, auf denen keinerlei Werbung vorhanden ist. Da kann es sogar schon kritisch werden, wenn man einen Produkttest macht oder auch, wenn man beispielsweise Fotos bei einem Internet-Dienst gedruckt hat, mit dem Ergebnis zufrieden ist und den Dienst nun verlinkt, um ihn den Lesern zu empfehlen. Denn im Fall des Falles kann selbst dies schnell als Werbung ausgelegt werden.

Wie Akismet all dies überprüft, ist bis dato nicht bekannt. Allerdings darf bezweifelt werden, dass man sich auf die Ehrlichkeit der Nutzer verlassen wird. Möglicherweise werden Seitenaufrufe vom Plugin mitgezählt und an den Heimat-Server geschickt. Vielleicht werden sogar Seiten nach entsprechenden Werbelinks gescannt. Stellt sich dann bei einem Abgleich mit den „Abo-Daten“ heraus, dass nicht oder nicht genug gezahlt wird, könnte unter Umständen vielleicht das Plugin den Betrieb einstellen, so dass erneut Spam in den Kommentaren droht. Denkbar wäre auch, dass das Plugin sich mit irgendwelchen Meldungen im Admin-Backend oder -schlimmer- direkt auf dem Blog, beispielsweise in den Kommentaren, bemerkbar macht.

Wenig erbaulich ist zudem, dass die Gebührenstaffelung ziemlich sprunghaft aufgebaut ist. Sollte man nicht zu denjenigen Nutzern gehören, die Akismet kostenlos oder für 5 Dollar nutzen „dürfen“, werden als nächsthöhere Gebühr nicht etwa 10 oder 20, sondern direkt mindestens 50 Dollar pro Monat fällig. Das summiert sich dann in einem Jahr mal eben auf schlappe 600 US-Dollar. Ein Betrag, der durchaus ins Gewicht fällt, selbst, wenn man durch Werbung und sonstige Maßnahmen mit seinem Blog auch ein paar Euro verdient.

Das sind Beträge, bei denen viele Nutzer sicherlich das Gefühl haben werden, dass die Kosten nicht in Relation zum Nutzen des Plugins liegen. Doch was ist die Alternative? Muss man das Plugin dann löschen und stattdessen Spam auf dem eigenen Blog Tür und Tor öffnen? Nein!

Denn es gibt kostenlose Alternativen. Ich selbst nutze hier auf meinem Blog seit langer Zeit bereits erfolgreich die Plugins AntiSpam Bee und NoSpamNX, über welche ich hier bereits ausführlich berichtet habe. Mit den beiden genannten Plugins vermeidet man nicht nur die „Akismet-Kosten“, sondern umgeht gleichzeitig noch das Datenschutzproblem, welches es nach deutschem Recht mit Akismet möglicherweise geben kann, da Akismet -anders als AntiSpam Bee und NoSpamNX- Daten der Kommentare zur Analyse in irgendeiner Form an einen zentralen Server in den USA schickt.

Ich kann daher -sowohl im Hinblick auf den doch teilweise recht happigen Kostenaspekt, als auch im Hinblick auf die deutsche Gesetzeslage zum Datenschutz- nur dazu raten, sich Alternativen wie die vorgestellten AntiSpam Bee und NoSpamNX einfach mal anzusehen.

Nutzt ihr noch Akismet? Oder habt ihr vielleicht schon -so wie ich- vor längerer Zeit auf ein anderes Plugin gewechselt, um euch vor Spam im Blog zu schützen? Wie viel würde euch Akismet nach dem oben verlinkten „Gebührenrechner“ pro Monat denn letztlich kosten?

Bild: Angela Parszyk / pixelio.de


Anzeige