Stille Nacht auf Weihnachtsmärkten? Blog-Adventskalender sorgt für Stimmung in der Blogosphäre
Es ist noch gar nicht so lange her, da berichtete ich hier im Blog darüber, dass die GEMA von Kindergärten neuerdings Geld für das Singen von Sankt-Martins-Liedern verlangt. In den Kommentaren gab es nicht nur Empörung, sondern manche stellten auch die Frage, wie die Sachlage den bei sonstigen Volksfesten aussieht.
Jetzt, wo die Weihnachtszeit spätestens seit dem gestrigen 1. Advent wieder Einzug hält, wird dieses Thema auch auf Weihnachtsmärkten wieder aktuell. Dort ist es schon länger Brauch, dass vorab zwischen dem Veranstalter des Weihnachtsmarktes und der GEMA oder Drittverbänden Verträge geschlossen werden, die den Marktveranstalter zur Zahlung eines Fixbetrages verpflichten, ihm dadurch gleichzeitig jedoch gestattet wird, entsprechend urheberrechtlich geschützte Weihnachtsmusik abzuspielen. Und sind wir mal ehrlich: irgendwie gehört Musik zu einem Weihnachtsmarkt wie die obligatorischen Glühweinstände.
Doch in diesem Jahr drohen tatsächlich stille Nächte auf so manchem Weihnachtsmarkt, wie das Beispiel des großen Aachener Weihnachtsmarktes verdeutlicht:
In Aachen hat der Weihnachtsmarktbetreiber MAC laut Bericht der Aachener Nachrichten den Vertrag mit der GEMA nicht verlängert, da die GEMA im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Geld forderte. Waren in den Vorjahren nur rund 4.000 Euro fällig, wollte die GEMA in diesem Jahr plötzlich rund 12.000 Euro sehen!
Darauf wollte sich die MAC nicht einlassen und verzichtet daher in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt auf das Abspielen entsprechenden Liedguts, so dass es in diesem Jahr dort vielleicht nicht immer zu einer heiligen, aber in jedem Fall eher stillen Weihnachtsnacht kommen kann.
(Update vom 29.11.2010, 19:12 Uhr: wie mir Dragonlover in den Kommentaren mitteilte, soll die Presseabteilung der GEMA hier erklärt haben, dass die im Raum stehende Forderung aus der Luft gegriffen sei und man in diesem Jahr noch überhaupt keine Forderungen an die MAC gestellt habe. Wie die MAC auf die 12.000 Euro -oder überhaupt eine Forderung- komme, ist laut Presseabteilung der GEMA derzeit ungewiss und werde in Gesprächen mit dem Veranstalter geprüft.)
Damit man zumindest in der Blogosphäre nicht auf das typische Weihnachtsfeeling verzichten muss, haben sich -wie im vergangenen Jahr- jedoch 24 fleißige Blogger unter Schirmherrschaft von Alex (workaBLOGic) zusammengetan, um euch wieder einen virtuellen Adventskalender bieten zu können. Jeden Tag werdet ihr auf einem der teilnehmenden Blogs einen Artikel finden, in dem es um Weihnachten, Informationen zu Weihnachten, Lustiges, Interessantes oder Spannendes zu Weihnachten sowie Weihnachtsgeschenke gehen wird.
Starten wird der “Blog-Adventskalender mit 24 Söckchen” am 1. Dezember -soviel darf ich verraten- bei Hombertho. Am Ende jedes Beitrags findet ihr dann einen Hinweis auf drei weitere teilnehmende Blogs… und auf einem der genannten geht es dann am nächsten Tag weiter. Wann ich hier auf dem Blog dran bin, wird natürlich nicht verraten. Nur soviel als Hinweis: im letzten Jahr war ich am 9.12. dran, dieses Jahr ist es ein anderes Datum.
Wie ist es eigentlich auf den Weihnachtsmärkten in eurer Nähe? Habt ihr solche Weihnachtsmärkte überhaupt, oder müsst ihr dazu in die nächste Stadt fahren? Mögt ihr Weihnachtsmärkte oder ist das für euch nur sinnloser Kommerz? Und wird auf euren Weihnachtsmärkten noch Musik gespielt oder herrscht dort dieses Jahr auch eine stille Nacht, heilige Nacht?
Foto: TiM Caspary / pixelio.de
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Da bleibt wohl nicht anders übrig, als die Erdbeere, mit ihrern nostalgischen Blogflöteten Kenntnissen zu buchen.
Nee, mal im Ernst, es wird immer doller! Ich finde es sollte Regelungen getroffen werden, die Weihnachtsmärkte und Kindergarten von den GEMA Gebühren befreit. Wir haben doch sonst für alles und jeden, in diesem Land, Ausnahmeregeln! Tztztz
Lieben Schneegruß
Erdbeere
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Youtube hatte ja wohl auch so eine Pauschalregelung mit der GEMA und wollten die deutlich höheren Beträge nicht zahlen.
Deswegen sind aus Deutschland (ohne Tricks) auch keine Videos mehr erreichbar wo die GEMA mit drinhängt.
Ansonsten halte ich Weihnachtsmärkte für Kommerz pur. Dort soll richtig das Geld abgegriffen werden von Leuten, denen die Geldbörse wg. der Weihnachtsstimmung etwas offener steht.
@Erdbeere
Naja… Weihnachtsmärkte sind kommerziell und da ist eigentlich klar, daß ein anderer Kommerzieller dort Kohle abgreifen will.
Bei Kindergärten sehe ich da allerdings anders !
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Weihnachtsmärkte haben zwar ne schöne Atmösphäre, vor allem wenn Schnee liegt, aber ansonsten bin ich kein großer Fan davon! Alle Jahre wieder stehen die selben Buden an den selben Plätzen und verkaufen das selbe überteuerte Zeug! Ich finds öde, da würde auch Singen nichts mehr zu einer Änderung beitragen können
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Laut GEMA hat es sich ja angeblich in Aachen nicht so zugetragen:
http://board.gulli.com/thread/1616583-danke-gema-weihnachtsmarkt-ohne-weihnachtsmusik/2/#post13513813
Aber wie dem auch sei, es wird echt mal Zeit das ein paar Leute neue lizenzfreie Weihnachts- und Kinderlieder komponieren.
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@Erdbeere
Dass die von den Weihnachtsmarktbetreibern Geld verlangen, kann ich -im Gegensatz zu den überhaupt nicht kommerziell ausgelegten Sankt-Martins-Umzügen der Kindergärten- ja noch verstehen. Aber von einem Jahr auf das andere die Forderungen einfach mal fast zu verdreifachen, das finde ich dann schon ein wenig unverschämt :/ Damit kalkuliert wahrscheinlich auch der pessimistischste Organisator nicht.
@Gucky
Dabei sind das ja noch nicht einmal wirklich “Tricks”, sondern man zeigt der GEMA einfach nur, dass das Internet nicht an Staatsgrenzen aufhört und Content auch über andere Länder abgerufen werden kann^^
Ja, die Sache mit YouTube ist in der Tat lästig geworden. Dabei war das auch immer eine prima Werbeplattform für die Bands, deren Lieder dort gespielt wurden – und werden, wenn man die “Tricks” kennt
@Luise
Das ist mir bei unserem -zugegebenermaßen eh immer sehr “übersichtlichen”- Weihnachtsmarkt inzwischen auch aufgefallen. Abgesehen davon, dass 90% hier nur “Fressbuden” sind, stehen tatsächlich die gleichen Buden Jahr für Jahr auch immer an exakt dem gleichen Platz. Abwechslung kommt da wahrlich nicht auf… andererseits finden sich so auch die Leute zurecht, die den ein oder anderen Glühwein zu viel konsumiert haben
@Dragonlover
Danke für den Hinweis. Ich werde das mal in den Artikel als Update einarbeiten. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass der Redakteur der Aachener Zeitung sich das aus den Fingern gesogen hat. Genausowenig dürfte der Marktveranstalter ein Interesse daran haben, falsche Angaben zu machen, schließlich geht ihm durch die fehlende Musik auf dem Markt eine Menge Stimmung -und somit Geld- durch die Lappen.
Neue Weihnachtslieder sind immer so eine Sache für sich. Irgendwie gehören ja gerade bei so traditionellen Festen die “alten, traditionellen” Lieder irgendwie dazu. Von daher ist es für mich auch unverständlich, warum man für kulturelle Feste dieser Art nicht per entsprechendem Gesetz klare Richtlinien erlässt, mit denen alle Beteiligten zufrieden sein könnten. Kann doch wirklich nicht so schwer sein.
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in Aachen auf dem Weihnachtsmarkt ist es still. Hab die Stille selber gehört. Die hätten 12000€ an die Gema zahlen müssen.
Weihnachtsmärkte sind ganz schön, aber ich würde nicht alle möglichen Märkte besichtigen wollen. Zum Fotografieren sind sie aber gut.
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Hammer Sascha.
Keine Ahnung ob das bei uns in Österreich auch so abläuft. Ich schätze mal nicht. Sonst hätte ich sicherlich schon davon erfahren. Also, ich liebe Weihnachtsmärkte. Bin auch oft in der Adventzeit auf einem der vielen in meiner Umgebung anzutreffen
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Auch wenn es nicht meine Musik ist
so gehören die Weihnachtsmusik und die Weihnachtsmärkte doch irgendwie zusammen. Genauso der Glühwein. Mal schaun, wie es dieses Jahr bei uns aussieht.
Und was den Blog Adventskalender angeht, da ist es ja dann morgen endlich soweit. Ich freue mich und bin gespannt auf die 24 Söckchen.
Wünsche Euch allen morgen einen guten Start in den Dezember, liebe Grüße,
Alex
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@Verena
Wie gesagt, inzwischen soll die Gema behaupten, dass sie keine Forderung, erst recht nicht über 12.000 Euro gestellt hat. Der Betreiber des Weihnachtsmarktes hingegen bleibt auch in Folgeinterviews bei seiner Darstellung. Bin gespannt, wie sich das entwickelt, denn beide können in dem Fall ja wohl kaum die Wahrheit sagen^^
@Nila
Ach Nila, sei mal froh, dass du “da unten” in Österreich wohnst. Hier darf man sich mit GEZ und Gema herumplagen und nun wollen die Politiker hier auch noch Altersverifikationen -auch für Blogs- obwohl das dafür notwendige System noch gar nicht besteht. Manchmal ist das wirklich traurig hier.
@Alex
Weihnachtslieder singen und Glühwein konsumieren kann man ja auch prima miteinander kombinieren
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Sehr Interessant zu dem Thema finde ich hier noch diesen Artikel bei Golem von heute: http://www.golem.de/1012/79787.html
Die hatten tatsächlich eine ähnliche Idee wie ich und haben schon aufgerufen freie Weihnachtsmusik zu sammeln.
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@Dragonlover
Eine wunderbare Idee. Vor allem toll, dass es nicht bei der Idee blieb, sondern sie sogar umgesetzt wurde
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ich finde weihnachtsmärkte gesellschaftlich. und das leider nicht immer im positiven sinne. natürlich hat man immer mit einer Ansammlung von Menschen zu rechnen, aber so langsam wie man zum Teil auf den Hamburger Weihnachtsmärkten vorankommt und so zusammengequetscht wie man da durch die gassen ziehen muss, kommt für mich keine gemütliche atmosphäre auf. und mit einer großen gruppe wird das eh gleich immer schlimmer beisammen zu bleiben
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Dem Link von @Dragonlover bin ich mal gefolgt. DAS sind ja die guten alten Weihnachtslieder…
Für welche will denn die GEMA Geld haben ?
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@Dieter
Wobei es da dann doch ein wenig auf den Weihnachtsmarkt ankommt. Klar, bekannte Weihnachtsmärkte in Großstädten sind schnell überlaufen. In manchen “ruhigeren” Gegenden kann man aber auch noch welche finden, über die man bequem schlendern kann. Damit meine ich allerdings nicht den hier in meiner Heimatstadt, der ist zwar nicht überlaufen, aber leider zum weglaufen
@Gucky
Es gibt wohl von manchen Liedern auch noch modernere Varianten. Zumal es ja einen Unterschied zu machen scheint, ob da das Lied von Max Mustermann gesungen wird, oder ob es sich bei der Musik auf dem Markt um eine neue “Interpretation” des Liedes durch “Star” XY oder den bekannten Chor XYZ handelt
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