Lady Gaga und ihre kreative, widersprüchliche Vagina

Interview
Foto: Herbert Dazo / pixelio.de

Lady Gaga gehört wohl unbestritten zu den schillerndsten, skurrilsten Personen momentan. Ob man ihre Musik mag oder nicht, muss jeder für sich selbst beurteilen. Gleiches gilt für ihre Medienpräsenz und ihre Außendarstellung.

Allerdings lässt sich nicht bestreiten, dass jene Außendarstellung mit schrillen und teilweise sicherlich absichtlich “diskussionsauslösenden” Outfits dafür sorgt, dass Lady Gaga fast täglich in irgendwelchen Medien zu finden ist, um dort Interviews zu geben, was ihrem Erfolg gewiss nicht abträglich sein dürfte.

Es überrascht nicht, dass natürlich auch diese Interviews mitunter etwas “abgedreht” verlaufen oder inhaltlich so gestaltet sind, dass sie ein gewisses Aufsehen erregen. Das ist ok, wenn man damit einen eigenen Stil unterstreichen will.

Man sollte dabei aber authentisch bleiben und die auf diesem Wege eingenommene Rolle auch konsequent “spielen”, sonst läuft man irgendwann Gefahr, dass man sich selbst in den Wirren der Interviews verläuft. So wie es nun Lady Gaga passiert zu sein scheint.

Jedenfalls bin ich über Twitter auf ein aktuelles Interview mit Lady Gaga gestoßen, welches von der Bild-Zeitung nicht geführt, aber in Teilen aufgegriffen wurde. So lacht einen dann auch in gewohnter Bild-Manier sofort eine Aufmerksamkeit erregende Schlagzeile an:

Lady Gaga, Bild-Schlagzeile

Da stutzt der Experte, und der Laie wundert sich. Tatsächlich soll Frau Gaga in einem Interview mit “Vanity Fair” gesagt haben:

“Ich habe diese seltsame Angst, dass, wenn ich mit jemandem schlafe, mir meine Kreativität durch meine Vagina entnommen wird”

An dieser Stelle möchte ich gar nicht über Sinn und Unsinn dieser Aussage sprechen und auch keine medizinisch-anatomischen Erklärungsversuche vornehmen, ob selbiges statt mit ihrer Kreativität vielleicht mit ihrem Verstand passiert ist.

Viel interessanter fand ich in dem Zusammenhang eher eine Automatik-Funktion von Bild.de. Man kennt es ja von vielen Blogs, dass unterhalb eines Artikels noch weitere, ähnliche Artikel verlinkt werden, für die sich der Leser möglicherweise auch noch interessieren könnte.

So etwas gibt es in ähnlicher Form auch auf dem Internet-Portal der Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Dort werden in dem Fall jedoch Videos angezeigt, die mit dem Inhalt des Artikels Ähnlichkeiten aufweisen. Dort findet sich dann pikanterweise auch dieses Video-Interview:

Lady Gaga, Video auf Bild.de

Das Video-Interview ist zugegebenermaßen aus dem Jahr 2009. Aber passt es wirklich zusammen, auf der einen Seite sagen zu können, dass man Sex liebt und gar nicht genug davon bekommen kann, auf der anderen Seite aber Angst zu haben, mit jemandem zu schlafen, weil dann die Kreativität Reißaus nehmen könnte? Hat sich die Einstellung in dem einen Jahr wirklich so grundsätzlich bei ihr geändert? Oder wollte sie mit ihrem Interview zur kreativen Vagina einfach nur wieder für Aufsehen sorgen und hat schlichtweg nicht bedacht, dass sie damit anderen Interviews komplett widerspricht?

Mal sehen, was sich die rauchenden Köpfe in ihrer PR-Abteilung hierzu einfallen lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass es dann schon bald in einem Interview mit ihr zu lesen gibt, dass es ja noch andere Möglichkeiten als den Vaginalverkehr gibt, um müde Männer munter zu machen. Aber mehr Ideen verrate ich hier jetzt nicht, schließlich gehöre ich nicht zum sicherlich gut bezahlten PR-Team von Lady Gaga. Die sollen sich ruhig mal selbst den Kopf zermartern, wenn sie schon solche widersprüchlichen Unsinn verzapfen, oder?


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