Der etwas andere Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010

worldcup
Foto: Markus Hein / pixelio.de

Ganz spurlos kann die Fußball-Weltmeisterschaft auch an diesem Blog nicht vorbeigehen. Ich werde versuchen, mich diesbezüglich ein wenig zurückzuhalten, zumal es ja auch genug andere Blogs und Webseiten gibt, wo man darüber lesen kann. Ganz lässt es sich aber auch hier nicht vermeiden.

Dafür werde ich mich beim leidigen Thema Vuvuzela zurückhalten. Zum einen habe ich mich langsam daran gewöhnt, auch wenn anfangs die Stimmung und Atomsphäre in der gewohnten Art schon gelitten hat. Zum anderen habe ich aber auch das Gefühl, dass die TV-Sender das Problem so langsam in den Griff bekommen haben. Das Signal wird leiser übertragen und scheinbar werden auch Filter eingesetzt, zumindest kann ich häufiger mal Trommeln, Fangesänge und Raunen der Zuschauer hören.

Für diejenigen, die sich selbst einen wirksamen Filter basteln möchten und die Spiele über einen Computer verfolgen, hier noch ein nützlicher Link: Vuvuzela Filter.

Nun aber zu einem anderen Thema im Bezug auf die WM, welches absolut nichts mit irgendwelchen Tröten zu tun hat.

Ich bin ja sowieso ein Fußballfan, nicht nur während Welt- und Europameisterschaften. Als solcher finde ich es immer wieder erstaunlich, wie groß die Begeisterung für Fußball plötzlich auch bei großen Teilen der restlichen Bevölkerung ist.

Klar, dass ist nicht immer wirklich (nur) Begeisterung für den Sport, sondern inzwischen sind solche Ereignisse einfach auch ein “Event”, eine Möglichkeit, im größeren Rahmen etwas mit Freunden zu machen oder einfach nur zu feiern. Da wird dann auch der ein oder andere zum “Fußball-Fan”, der mit dem Sport eigentlich nichts am Hut hat.

Aber ganz ehrlich: mich stört so etwas nicht! Ich finde es sogar eher schön, dass die Leute auch hierzulande dann mal ganz ungezwungen -und ohne demütigen Blick auf die böse, dunkle Vergangenheit- zu ihrem Land stehen… wie man sieht, kann man ja trotzdem -oder vielleicht gerade deswegen?- gut mit Menschen aus anderen Ländern beim PublicViewing feiern.

Natürlich passiert momentan weiter viel Mist auf der Welt. Das Öl im Golf von Mexiko zerstört weiterhin die Umwelt, in Afghanistan sind weiter “kriegsähnliche Zustände”, unsere Regierung kann sich noch immer nicht zusammenraufen, obwohl sie nicht mehr so im Fokus der Öffentlichkeit steht, gelähmte Frauen werden auf Friedhöfen von Zehnjährigen überfallen und die Zukunft unserer gemeinsamen Währung ist weiterhin ein Kraftakt.

Dennoch finde ich es unangebracht, wenn manche Fußball-Hasser und Dauer-Nörgler sowie Leute, die prinzipiell gegen den Strom schwimmen müssen, egal um was es geht, jetzt andauernd darauf hinweisen, dass man doch bitte den Fußball nicht so beachten solle, schließlich gäbe es wichtigere Themen… zum Beispiel die gerade aufgezählten.

Selbstverständlich sind diese vorgenannten Themen wichtig. Aber wie verbohrt muss man sein, wenn man glaubt, dass wir, die sich derzeit gerne mit der WM beschäftigen, nur und ausschließlich mit selbiger auseinandersetzen und blind für alles andere wären?

Gerade in Zeiten, die ansonsten eher schwer verlaufen, ist es doch schön, ein wenig Abwechslung zu haben, um auch ein wenig Hoffnung für eine positive Grundstimmung zu gewinnen. Mit pessimistischem “In-der-Ecke-verkriechen” sind noch nie Probleme der Welt gelöst worden. Dafür bedarf es Hoffnung und positiver Visionen – die WM und die Stimmung, die sie auch hierzulande wieder in weiten Teilen der Bevölkerung zu verbreiten vermag, obwohl die Spiele bislang großteils eher “mau” waren, trägt ihren Teil dazu bei.

Ich bin froh darüber. Auch über die Leute, die wenig Ahnung von Fußball haben und die Gelegenheit einfach nur nutzen, um ein klein wenig Spaß und Glück in ihr Leben zu bringen. Wer will es ihnen verdenken?

Wie denkt ihr über das Thema? Findet ihr die Menschen furchtbar, die jetzt wieder wie wild die Nationalmannschaft feiern, obwohl sie von Fußball sonst keine Ahnung haben? Oder findet ihr die Welle der Begeisterung toll, die momentan wieder durch die Länder schwappt?


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