Gewalttätige Spiele machen intelligenter als Denkspiele

Denkspiele wie zum Beispiel das berühmte Nintendo Gehirntraining mit Dr. Kawashima sollen laut einer neuen BBC-Studie keinen positiven Effekt auf die Intelligenz der Spieler haben. Bislang ging man davon aus, dass regelmäßiges Gehirntraining mit Denkspielen den IQ steigern lässt.

Counter Strike

In der Studie testete man 11.430 Personen über sechs Wochen und fand heraus, dass sogenannte “Gehirnjogging”-Spiele nicht die geistige Leistungsfähigkeit im Alltag steigern.

Die Ergebnisse hatten gezeigt, dass Spieler zwar die Aufgaben besser lösten als eine Vergleichsgruppe, die nicht Gehirnjogging betrieben hatte – Forscher führen dies allerdings lediglich auf einen “Lerneffekt” für die verwendeten Aufgaben zurück.

An der Studie wurde von anderen Forschern allerdings die geringe Teilnehmerzahl sowie der kurze Testzeitraum bemängelt.

Anders dagegen gewalttätige Spiele wie zum Beispiel Ego-Shooter oder Spiele mit schnellem Actioninhalt. Diese sollen in der Tat intelligenter machen. Dies ist allerdings wiederum das Resultat einer anderen Studie.

Die Games erfordern von ihren Spielern schnelle Reaktionen und eine flexible Denkweise. “Videospiele trainieren die natürlichen Reflexe”, sagt Lorenza Colzato, Universitätsdozentin in Leiden, Niederlande und Autorin der Studie. Davon könnten die Spieler auch im modernen Alltagsleben Gebrauch machen. Sie würden von positiven Effekten auf das Gehirn profitieren, die etwa Multitasking-Fähigkeiten fördern. Die Studie, die im Fachmagazin “Frontiers in Psychology” erschienen ist, habe gezeigt, dass die kognitive Flexibilität unerfahrener Spieler stärker gefördert wurde als von Personen mit hoher Spielerfahrung.

Die Wissenschaftler weisen außerdem darauf hin, dass Ego-Shooter nicht gewalttätig machen und zu anti-sozialem Verhalten führen müssen. Kindern würden die Spiele hingegen helfen, die Reflexe zu schärfen und mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, wovon sie auch in der späteren Berufswelt profitieren könnten. Zudem könne die Aktivität älterer Menschen durch Videospiele gefördert werden.

Quellen: BBC & GameZine

Ob man den Studien nun Glauben schenken mag oder nicht, beide Spielgenres stehen natürlich überhaupt nicht miteinander in Konkurrenz. Ich denke, niemand würde für sein fünfjähriges Kind als Lernspiel Resident Evil benutzen, noch wird ein älterer Mensch durch gehobenes Training in Call of Duty seine Reaktionsfähigkeit steigern können. Daher dienen beide Genres in erster Linie natürlich dem Ziel aller Video- und Computergames: dem Spaß!

Ich selbst spiele gern mal ein Denkspiel wie z.B. das kostenlose NeuroNation das Sascha bereits hier schon mal vorgestellt hatte. Und das auch ganz ohne Erwartung auf einen positiven Effekt.

Wie steht ihr zu Gehirnjogging? Spielt ihr gelegentlich solche Spiele und habt das Gefühl im Gegensatz zur Studie doch intelligenter geworden zu sein? Oder greift ihr doch lieber zur einer ordentlichen Ballerei statt zum Denkspiel?


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